Fabelhafte Erstveröffentlichung beim Pariser Label WeWantSounds: Dreamachine von Brion Gysin – Beat-Poesie, unterlegt mit fesselnden Grooves. Der Dichter, Erfinder, Maler und Schriftsteller Brion Gysin gilt als Godfather der Beat Generation, hat mit William S. Burroughs die Cut-up-Technik erfunden und die Dreamachine konzipiert – ein stroboskopisch flackerndes Lichtkarussell, dessen visuelle Reize den Betrachter in Traumzustände versetzen.
Gysin machte auch Musik. Unter anderem mit Henry Chopin oder Don Cherry. Der französische Musiker und Produzent Ramuntcho Matta hat einiges davon produziert. So auch die Aufnahme von Dreamachine. Nun erscheint der 32-minütige Track als Remaster. Sein Rhythmus wirkt wie Afrobeat aus der Schule Fela Kutis, gepaart mit einem Gitarrenmotiv, das an die nigerianische Jùjú-Musik erinnert. Musik und Poesie verschwimmen, ohne dass ein Teil im Zentrum steht. In voller Länge entsteht ein Trancegefühl, ähnlich wie bei tiefer Betrachtung der rotierenden Dreamachine. Als Zusatz bringt die Veröffentlichung noch das Stück »The Door«, auf dem der fabelhafte Freejazzer Steve Lacy sein minimales Saxofonspiel zu Gysins Poesie freigeistig ausbreitet.

Dreamachine