Damals, 2015, als Courtney Barnett ihr großartiges – und ebenso großartig betiteltes – Debütalbum Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit veröffentlichte, dachten viele Musikfans, sie würde ruckzuck zu einer der prominentesten, tonangebendsten Figuren im Indie werden. Ihr schrammeliger Slacker-Rock, der zudem von einem direkten, countryhaften Deadpan-Humor durchzogen war, war schlichtweg ultrasympathisch. Doch Barnett konnte anschließend – aus welchen Gründen auch immer – nicht noch einmal auf die gleiche Weise begeistern und geriet etwas in den Hintergrund.
Ihr neues Album Creature of Habit ist nun die beste Musik, die sie seit ihrem Debüt veröffentlicht hat – und zudem wieder clever betitelt. Denn es scheint, als würde sich die 38-jährige Australierin damit auf ironische Weise selbst beschreiben: zum einen, weil Kritiker:innen ihr häufig vorwerfen, sie würde ständig das Gleiche machen, was nur bedingt stimmt; zum anderen, weil ihr Songwriting oft etwas Repetitives hat und nicht selten aus nur wenigen, sich wiederholenden Akkordfolgen besteht, was hier gut funktioniert. Self-awareness ist hier also das Stichwort.
Der Opener »Stay In Your Lane« wirkt ebenfalls wie ein Kommentar zur eigenen Person, als würde Barnett die Kritik anderer bereits vorwegnehmen – und bewusst darauf scheißen. Dass sie ausgerechnet in diesem Song einen wuchtigen Drumbeat auspackt, den man so noch nie von ihr gehört hat, spricht Bände. »I like it this way«, singt sie an anderer Stelle.

Creature Of Habit