Cousin und Priori lassen in ihrer zweiten Zusammenarbeit Fly In Amber elektronische Tanzmusik und Ambient zu einem feinfühligen Dialog verschmelzen. Feine Soundnuancen und flüchtige Partikel zerbröseln förmlich; fragil und verführerisch treten sie aus dem Soundsystem heraus und entfalten eine bedachte, intuitiv wirkende Bewegung, die sich innerhalb der Tracks in eine eigene Richtung entwickelt. Zwischen Samples, die an plätscherndes Wasser oder andere organische Quellen erinnern, und Glitches, die auf maximalen Hörgenuss getrimmt sind, finden sich auch raue, ursprünglich wirkende Klänge, die sich – wie in »Rummage« – in einen Dub-Abyss verflüchtigen.
Durch den hypnotischen Charakter der Arrangements ist es leicht, sich in Details zu verlieren. Gerade dann, wenn ein neues Klicken oder sanftes Dröhnen erstmals wahrgenommen wird und man einen gedanklichen Schritt zurücktritt, um die gesamte Klangbühne zu erfassen, zeigt sich ein stimmungsvolles Spiel zwischen hellen und dunklen, leichten und schweren Konstruktionen, in das man getrost hinabsinken kann. Zwischen Anklängen an Monolake, an Jam & Spoon erinnernden Acid-Passagen im Titelstück und einer zeitgenössischen Foley-Ästhetik bewegt sich diese EP auf einer eigenen, in sich geschlossenen Umlaufbahn.

Fly In Amber