Review

Eric Ghost

Secret Sauce

Jazz Room • 1975

Eine tiefere Betrachtung wert: Jazzflötisten und ihr Einfluss auf das Genre. Ich meine Eric Dolphy, Joe Henderson, Yusef Lateef, Hermeto Pascoal, Bobbi Humphrey, Nicole Mitchell, das sind Personen, deren Musik schon innovatorische Kraft hatte. Jazz Room Records bringt jetzt einen weiteren Flötisten aufs Tableau: Eric Ghost. Nie zuvor gehört. Bürgerlicher Name: Richard Barth Sanders. Ein Freund von Jeremy Steig, ein weiterer großer Jazzflötist. Hat 1974 (»Ghost Plays For Mr. S.«) und 1975 (»Secret Sauce«) zwei Schallplatten aufgenommen und privat pressen lassen. Beide Platten sind vielgesucht, »Secret Sauce« wurde jetzt erstmals wiederveröffentlicht. Mich erinnert die Musik vor allem an Lloyd McNeill (Hauptinstrument auch die Flöte), so ein bisschen spirituell, so ein bisschen funky. Das Zuhören erfordert ein wenig Konzentration, aber ein durchweg einnehmender Groove hält die Kompositionen zusammen. Lincoln Goines am Bass und Jim McGillveray am Schlagzeug haben das ganze Arbeit geleistet. Wahrscheinlich wäre Eric Ghost heute ein größerer Name, wenn er nicht kurz nach den Aufnahmen zu »Secret Sauce« für sieben Jahre ins Gefängnis gekommen wäre. Er hat LSD hergestellt. Mehr noch. Scheinbar hat er die Blotter-Methode, in der saugfähiges Papier als Träger für hochpotente Träger verwendet wird, erfunden(!). Also in der Geschichte der synthetischen Drogen ist er längst nicht so ein unbeschriebenes Blatt. (Hätte ich Löschblatt schreiben sollen?)

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Secret Sauce
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