BIG MAMA ist vollgestopft mit Gameboy- und Retrosounds, mit 8-Bit-Samples aus den frühen 1990ern. Flying Lotus nutzt sie nicht als Nostalgieeffekt, sondern als Material für kontrolliertes Chaos. Wie kleine Versatzstücke ziehen sich diese Sounds durch die Tracks. Man hört Mario und dieses Geräusch, wenn er einen Pilz oder einen Stern einsammelt. Dann geht es los: experimentelle, schnelle Rhythmen stiften Unruhe und setzen eine Energie frei, die Spannung erzeugt und sich in lauten Knallen entlädt. BIG MAMA wirkt dabei nie beliebig. Gerade aus den Brüchen und Überlagerungen gewinnt die EP ihre Form.
Zuvor arbeitete Flylo am Soundtrack zu seinem neuesten Spielfilm Ash. BIG MAMA ist das Gegenprogramm: kreatives Chaos, das dennoch einer eigenen Logik folgt. Aus einem Skizzenbuch entstanden täglich zehn bis fünfzehn Sekunden lange Musikfragmente, produziert mit Software-Synthesizern und Drum Machines. Am Ende setzte der Beatmeister alles zusammen. So entsteht aus sieben Tracks eine Musik, deren Einzelteile in sich chaotisch bleiben, als Ganzes aber bemerkenswert präzise organisiert sind.
Auch die Videoclips zum rund 13-minütigen Bewusstseinsstrom folgen dieser Idee: wilde Assoziationen und Kuriositäten, die das visuelle Gegenstück zu einem Release bilden, das Unordnung nicht ausstellt, sondern in Energie verwandelt.

Big Mama

