Mit Still Forms in Air liefert Francesca Marongiu ein Debüt, das hält, was der Titel verspricht: Musik, die wie vom Wind getragen wirkt – luftig, melodisch, schwebend. Die in Rom lebende Soundkomponistin verbindet japanischen Ambient mit italienischen Experimentalklängen. Vier Stücke umfasst die Platte – der kürzeste dauert sechs, der längste fünfzehn Minuten.
Der Opener entfaltet sich aus zarten Glockenspiel-Motiven, die zum Abschweifen einladen. Bläser und elektronische Beats verweben sich mit dem Grundthema, bis der Track in einem orchestrierten Ausklang verweht. »A Dome Under Pines« führt diesen Fluss fort: Schicht um Schicht kommen akustische und elektronische Elemente hinzu, wie Eindrücke eines Waldspaziergangs, der mit jedem Schritt neue Details offenbart.
Marongiu kombiniert Tradition und Moderne, Italien und Japan, analoge Instrumente und Elektronik – und schafft einen Klang, der sich zeitlicher Einordnung entzieht. »Floral Ascent« wirkt düsterer, fast nächtlich: Ein Soundteppich breitet sich aus, elektrische Töne tropfen hinein, ein Höhepunkt bleibt aus. Der Track evoziert Bilder nächtlichen Umherstreifens, lauschend auf kleine Geräusche der Umgebung. »Città Metafisica« beschließt die Reise heller und spielerischer.
Marongius Vergangenheit im Film- und Medienbereich ist unverkennbar: Ihre Stücke funktionieren wie Kurzfilme fürs Kopfkino. Still Forms in Air ist ein vielseitiges Solodebüt, das neugierig macht, wohin der musikalische Wind dieses Multitalent noch tragen wird.

Still Forms In Air