Review

Gang Of Four

What Happens Next

Membran • 2015

»What Happens Next« könnte sich Andy Gill tatsächlich gefragt haben, nachdem mit Jon King 2012 nicht nur der Sänger, sondern auch das neben Gill einzig verbliebene Originalmitglied die Band nach dem vollwertigen Comeback-Album »Content« verließ. Und »Quo vadis, Gang Of Four heißt es auch nach dem ersten Hören des neuen Contents. Jon King wurde zwar durch John Sterry ersetzt, aber so richtig scheint das nicht genügt zu haben, denn mit Robbie Furze von The Big Pink Alison Mosshart von The Kills und – ja wirklich – Herbert Grönemeyer stehen zudem gleich drei Gastsänger sehr präsent hinterm Mikro. Helfen tut das aber leider nur wenig: Erwartbar knödelt sich Grönemeyer durch seine pathetischen Gesangsparts, Alison Mosshart und Furze machen das zwar deutlich besser, aber eben auch der Sound hat sich nicht gerade zum Guten entwickelt. Denn die zackigen Stakkato-Rhythmen etwa des Band-Klassikers »Entertainment!«, die Franz Ferdinand und Konsorten Anfang der 2000er so erfolgreich aufgriffen, sind mittlerweile in Richtung Industrial-Metal verwaschen, den einst so funkigen Bassläufe geht jeglicher Groove ab und auch die vormals spitzen Gitarrenattacken klingen nun nicht nur etwas antiquiert, sondern stellenweise gar bis zur Einfallslosigkeit gezähmt. Diesen etwas einfältigen und unausgegorenen Soundbrei können auch die Texte nicht retten, die selten über »Konsum ist blöd« und »Leute, hängt nicht so viel auf Facebook ab« hinausgehen. Wer nach interessantem neuem Material einer Postpunk-Kultband sucht, sollte sich deshalb besser an The Pop Group halten.