Ital

Endgame

Planet µ • 2014

Alles steuert auf den Zusammenbruch hin. Länder zerfallen, die Wirtschaft liegt danieder oder hängt am Tropf, von der Umwelt ganz zu schweigen. Und die Kultur nivelliert sich zusehends selbst. So oder ähnlich könnte Daniel Martin-McCormick alias Ital an sein drittes Album mit dem einigermaßen apokalyptisch-pathetischen Titel »Endgame« herangegangen sein. Der House-Anarchist, der auf seinem Debütalbum »Hive Mind« vor zwei Jahren noch mit irritierenden Stimmensamples arbeitete, hat sich diesmal offiziellen Angaben nach stärker von psychedelischer Musik und minimalistischen Komponisten inspirieren lassen. Statt Samples nutzt er überwiegend Synthesizer und lässt seine Stimmungen in erster Linie aus sacht treibenden Rhythmuspartikeln entstehen. Mehr denn je dreht es sich in seiner Musik um Hall, entfernt fühlt man sich an die Chain Reaction-Ansätze von Dub Techno-Produzenten wie Fluxion erinnert. Tatsächlich hat man bei »Endgame« nicht mehr den Eindruck, es mit einem Musiker zu tun zu haben, der die Fortentwicklung von House und Techno durch die Wahl unerwarteter Mittel betreiben will. Ital verfeinert bloß seine Methoden und nähert sich bewährten Strategien. Das mag programmatisch gedacht sein, denn performative Nivellierung von Kultur klappt in der Ausführung ziemlich gut, führt jedoch selten zu erstauntem Aufmerken. Eher zu beiläufigem Kopfwippen im Takt.

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Ital
Endgame
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