Review

Jasmine Myra

Rising

Gondwana • 2024

Gleich mit ihrem ersten Album »Horizons« 2022 wurde Jasmine Myra zum neuen Star des britischen Jazz ausgerufen. Die Versuchung ist groß, den Ton der Saxofonistin mit stark belasteten Schlagworten wie »Smooth Jazz« oder »Soft Jazz« in Verbindung zu bringen. Denn manchmal weist ihr Spiel eine deutliche Nähe zum Stil des Saxofonisten Jan Garbarek und des Trompeters Kenny Wheeler auf, was wie ein Musik gewordenes Empfehlungsschreiben für das ECM-Label wirkt. Ihr zweites Album »Rising« erscheint wieder auf Gondwana, dem Label des Trompeters Matthew Halsall, der das Album auch produziert hat und mit der gleichen Mannschaft eingespielt hat.

Und genau da liegt das Geheimnis von Jasmine Myras Musik. Im Zusammenspiel entsteht eine eigentümliche Magie, ein subtiler Sound, der ganz genau weiß, was er will. Die Künstlerin selbst nennt Makaya McCraven, Bonobo und Shabaka Hutchings als Haupteinflüsse ihres zweiten Albums. Aber diese Einflüsse drückt sie nicht mit aller Gewalt und Offensichtlichkeit durch, sondern vergräbt sie tief in den wunderbaren Arrangements ihrer Musik. Das gipfelt im letzten Stück »How Tall The Mountains«, in dem Jasmine Myra im Zusammenspiel mit Bassklarinette, Harfe und Flöte ihren eigenen Stil und den Jazz ganz allgemein transzendiert.