John Roberts

Glass Eights

Dial • 2010

Das Debütalbum des New Yorkers, der neuerdings in Berlin wohnt, war seit Monaten als kommendes Großwerk angepriesen worden. Da liegt sie nun die Promo, zu Beginn skeptisch beäugt, jetzt auf der Anlage und damit auch im Ohr. Analoge Drummaschinen verleihen Roberts’ House, ich wehre mich einfach mal gegen das inflationär herangezogene Attribut »Deep«, eine gewisse Vintage-Attitüde Marke Larry Heard. Die mal melodisch, mal äußerst fragmentarisch eingesetzten Klavier- und Pianoakkorde strotzen von Musikalität. Auf diversen Ebenen lassen sich immer wieder detailverliebt arrangierte neue Percussionelemente und andere Winzigkeiten heraushören, die die sanftmütigen, manchmal melancholisch anmutenden Soundkulissen aufbrechen. Doch zurück zu den Drummaschinen. All den kleinen, klimpernden Ingredienzien, liefern sie den Nährboden, speisen sich gleichermaßen aus Detroit und Chicago, lassen den anderen Zutaten dennoch genügend Luft zu atmen und sind gleichwohl dermaßen auf den Punkt produziert, dass man sich nur wünschen kann, die Platte würde zusätzlich noch als »Percussion only« erscheinen. Ein Teufelskerl dieser John Roberts, der als neuestes Mitglied der »Dial«-Familie sofort zum Patriarchen aufsteigt. Großwerk? Viel größer noch!

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John Roberts
Glass Eights
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