Review

Kiln

Holo

Keplar • 1998

Ein gleich mehrfach übersehenes Meisterwerk: Das Album »Holo« des Trios Kiln erschien bereits 1998 im Original. Und dann noch einmal 2007 unter dem Titel »Holo [re/lux]« in einer komplett überarbeiteten und selbst veröffentlichten Version. Beide Male mit überschaubarer Aufmerksamkeit bei gleichzeitiger Euphorie aller Freunde von Ambient mit Texturen und Sounds aus verschiedenen Genres. Und jetzt, 16 Jahre nach der zweiten Veröffentlichung, also ein neuer Anlauf mit der neu gemasterten Vinyl-Edition auf Keplar. Denn selbst in Ambient-Kreisen zählt das Album eher zu den Geheimtipps. Dabei besticht »Holo« vor allem durch seine Zeitlosigkeit.

Die Platte könnte genauso gut heute erscheinen und niemand würde Bezüge zu Ambient der Neunziger erkennen. Dafür sind Kiln viel zu verspielt, zu direkt in ihrer Vorstellung von diesem Sound. In »Toypieceplate« kämpft sich ein sehr solider Beat durch den Sound, während Gitarre und Synthesizer sich um weite Flächen bemühen. Der Einfluss des Jazz ist deutlich herauszuhören. Das kurze »Sienna« erinnert dagegen fast an gefühlvollen, ruhigen Post-Rock, wenn eine sehr direkte Melodie das Stück trägt. Und nur »Kekker« erinnert an eine reduzierte Version von Tortoise zu ihren besten Zeiten. Es wäre Kiln und ihrem Debüt zu wünschen, dass noch viel mehr Leute diesen Sound verstehen und sich darauf einlassen. Aber aller guten Dinge sind bekanntlich drei.

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