Review

Kim Gordon

The Collective

Matador • 2024

»Auf dieser Platte wollte ich die absolute Verrücktheit ausdrücken, die ich im Moment um mich herum spüre«. So far, so good. Kim Gordon verteilt damit »Psychedelic Orgasms« in ihrem »Tree House« und sagt der Welt »BYE BYE«. What does that mean? Genau das. Und nichts, was wiederum alles bedeuten kann. Ein Album, das mit dem Abschied beginnt, kann eigentlich nicht zu viel versprechen: Wahrheit gibt es nicht mehr, jede:r hat seine eigene Meinungsnische, in der er:sie sich verkriecht und irgendwie verläuft alles in einer seltsamer Paranoia, an der sich gleichzeitig alle ein bisschen aufgeilen. Die ehemalige Sängerin von Sonic Youth setzt damit für einen besonders hohen Fall an. Aber das will sie auch: »Es hat mich dazu gebracht, zu widersprechen, etwas Unbekanntem zu folgen, vielleicht sogar zu scheitern.« Zwischen Traum, Rausch und dem Internet flirrt »The Collective« herum, zersetzt die Genres und trap-dubbed sich durch elf Tracks, während Kim zwischen die Zeilen schreit. Die in diesem Jahr einundsiebzig werdende Sängerin, zeigt damit einmal wieder, wie sie den Zeitgeist aufsaugt und in psychedelische Mantras sublimiert – Chapeau!