Review

Mike Lundy

Nothin Like Dat Funky Funky Music

Aloha Got Soul • 2015

Alles began im Jahr 2010. Roger Bong diggt in der musikalischen Vergangenheit der Tropeninsel Hawaii und schreibt dabei über seine Eindrücke und Erlebnisse. Funk und Soul der 1970er und 1980er stehen dabei im Vordergrund. Seine Funde veröffentlicht er auf einem kleinen Blog, zwischen nostalgischen Interviews mit den Helden von damals und selbstgemachten Mixtapes. Schnell wird daraus eine monatliche Partyreihe. Dem großen Durst nach obskuren und vergessenen Grooves des »Aloha State« geht man nun weiter nach. Aloha Got Soul so lautet das selbstbewusste Statement, legt fortan Unbekanntes und verloren Geglaubtes wieder neu auf. Mike Lundy der erste in der Reihe, erhält gleich zwei Veröffentlichungen. »Nothin Like Dat Funky Funky Music« ist dabei noch tanzbarer als als »The Rhythm Of Life« Die A Seite spielt sich als klassische R&B auf, den Kern bildet aber die dominante Funk-Basslinie. Auffällig ist die feine Produktion und das wohl genutzte Panorama. Die besonders eingängige Hook lässt die Wiederholungen und den abschließenden Oktavwechsel dann auch nicht uninspiriert sondern spielerisch erscheinen. Round And Round ist wesentlich entschleunigter, aber ebenfalls fein ausbalanciert. Hieran erkannt man auch die Ironie, die dem Album »The Rhythm Of Life« zu Grunde legt. Als Mike Lundy das Album produzierte, legte er zu viel Wert auf sauberen Klang. Folglich war nur noch wenig Geld übrig, um die Platte zu promoten. Die LP erreichte zwar einige Regale, verschwand aber weitestgehend von den Plattentellern. Das wird sich gegen Ende diesen Jahres ändern. Dann wird das vollständige Album neu veröffentlicht. Dann zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.