Benny Safdies Biopic The Smashing Machine über den Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Mark Kerr ist eine sehr körperliche Angelegenheit – sei es in den verschwitzten Kämpfen im Ring oder im angestrengten Streiten mit seiner Freundin. Dass es trotz der Grobheit des Sujets um feine Verschiebungen persönlicher Konflikte geht, fängt der Film nicht zuletzt auf der Tonspur ein. Zu den brutalen Kampfszenen setzt der Soundtrack der Harfenistin Nala Sinephro einen nachdenklichen Kontrapunkt.
Ihre kammermusikalische Jazzbesetzung besteht neben dem Harfenspiel vor allem aus Synthesizer, dem Saxofon von James Mollison und der Flöte von Nubya Garcia. Hinzu kommen immer wieder Streicher von Orchestrate, die verhalten wehmütig durch die Arrangements ziehen. Selbst intensive Momente gestaltet Sinephro nicht maximal dramatisch, sondern mit bewusst offener Ambivalenz. Besonders deutlich wird das im Titelstück, in dem ein repetitives Schlagzeug seinen Puls allmählich steigert, begleitet von kontrolliert aus dem Ruder laufenden Synthesizerglissandi. Doch auch diese Erregung löst sich schließlich auf und mündet in eine gesammelt-lyrische Passage, in der die einzelnen Stimmen eine versonnene Polyphonie bilden.
Nala Sinephro ist in einer Szene des Films kurz zu sehen, ohne dass dies besonders hervorgehoben würde. Beim Hören des Soundtracks lässt sich diese Präsenz jedoch umso deutlicher mitdenken.

OST The Smashing Machine
