Review

Pet Shop Boys

Super

X2 Recordings • 2016

Die Pet Shop Boys geben sich in ihren Albumtiteln stets lakonisch. Ein Wort pro Album muss genügen. Jetzt ist es »Super« geworden. Was Kalauer über die Qualität des damit angekündigten Produkts fast unausweichlich macht. Zum zweiten Mal verlassen sich Neil Tennant und Chris Lowe auf die Produzentenexpertise von Stuart Price, der schon 2013 für den clubtauglichen Charakter von »Electric« verantwortlich zeichnete, und diesmal erneut geliefert hat. Durchaus ironisch, wie gleich im Eröffnungsstück »Happiness« markiert wird, wo Eurodance auf Marschmusik trifft, so als hätten die Pet Shop Boys ein Update der verdienten Pub-Hit-Fabrikanten Sailor angestrebt. In Nummern wie »Groovy« gibt es ordentlich auf die Zwölf, dieweil Neil Tennant »Look at me, I’m just so groovy« intoniert. Das gelingt allemal, wenn auch weniger sophisticated als auf ihren klassischen Alben. Dafür zeigt sich das Elektropopduo nach wie vor offen für bisher ungenutzte Einflüsse. Warum sie sich jedoch ausgerechnet in zwei Nummern auf Anleihen beim nicht mehr eben frischen Reggaeton eingelassen haben, bleibt rätselhaft, zumal »Twenty-something« eher zu den schwächeren Titeln der Platte gehört. »The dictator decides« hingegen gibt Neil Tennant Gelegenheit, daran zu erinnern, dass er über nicht unerhebliche Qualitäten als Songtexter verfügt. Auch die dezent zerpixelte hymnische Musik dazu steht dem Song ganz ausgezeichnet. Und »Sad Robot World« sind die Pet Shop Boys at their balladesque best. Ansonsten verlassen sie und Stuart Price sich ein wenig zu oft auf den durch den Filter gedrehten Dancefloor-Sound, der mitunter leicht abgestanden wirkt. Wenn sie mit diesem Album vorgehabt haben sollten, die smarteren Scooter zu werden, ist ihnen das jedenfalls nur zum Teil gelungen.