Pupkulies & Rebecca, seit der letzten LP mit dem auf vielen Instrumenten versierten Sebastian Singwald zum Trio verstärkt, präsentieren sich auf ihrem neuen Release als Quartett: der kapverdische Komponist Tibau Tavares, der dem Album den Titel verleiht, wird kurzerhand zum vierten Mitglied erklärt. Die Zusammenarbeit zwischen den Elektronik-Chansonniers und dem afrikanischen Virtuosen geschah keineswegs zufällig: Janosch Blaul, der sich mit Singwald inzwischen das Pseudonym Pupkulies teilt, ist auf den Kapverden aufgewachsen und kennt Tavares bereits aus frühen Jahren. Seit jeher ein Fan, lag die Kooperation auf der Hand. Und die Rechnung geht auf: Dem gewagten Crossover hat man nicht zugunsten einer verqueren Vorstellung von Weltmusik die Seele ausgetrieben und überkandidelt auf das getrimmt, was sich der europäische Clubgänger als afrikanisch vorstellt. Auch umgekehrt wird ein Schuh draus: Die elektronischen Elemente halten sich angenehm im Hintergrund, sind eher Zierrat als dominierende Aspekte – zumindest in den besten Momenten der Scheibe. Das Zusammenspiel von Rebeccas und Tibaus Gesang, übrigens durchweg auf kreolisch, der kapverdischen Amtssprache, greift am stärksten bei »Momento«, der die Suspense des Tango atmet und dessen Gitarrenloop durch synthetische Arpeggios ein wenig Hektik beigebracht bekommt. Auch den Tracks »Velha Chiquinha«, »Summertime« und vor allem dem von Tavares allein besungenen »Spexa Txuba« wohnt eine spürbare Dramatik inne, die aus der Verquickung von Sehnsucht und Hoffnung resultiert. Für den Club ist das eher weniger etwas. »Tibau« ist Kaffeehausmusik – sie geht gut rein und fesselt zwar nicht nachhaltig, aber doch für den Moment.
SY3
Sleepwalker
Music From Memory




