Review

Roosevelt

Roosevelt

City Slang • 2016

Der als Pop-Hoffnung gehandelte Roosevelt erfährt vier Jahre nach seinem Debüt, der EP »Sea« auf Greco-Roman mit dem schlicht »Roosevelt« betitelten ersten Album seinen vorläufigen Höhepunkt. Der 25-jährige Marius Lauber enttäuscht nicht, denn der ehemals jüngste Resident der legendären, mittlerweile eingestellten, Kölner Partyreihe »Total Confusion« ist sich nicht nur musikalisch treu geblieben. »Roosevelt« ist wie ein DJ-Set konzipiert, dessen Peaktime-Moment 47 Minuten andauert. Dem Verzicht auf Experimente stellt der Produzent ausgeklügelte Kompositionen und Arrangements zur Seite – und schafft damit den smoothen Soundtrack zum Sommer, irgendwo zwischen Futuredisco, Discopop, Electronic und psychedelischen Hippie-Phantasien. »Roosevelt« funktioniert dabei allerorten, den Refrain einer unprätentiös Hymne wie »Fever« kann man gar durchs Stadion hallen hören und der Gesang im bekannten »Sea« erinnert in Teilen verblüffend an Scott McKenzie in dessen Hit »San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair)«. Dabei geht »Roosevelt« jegliche Unnahbarkeit ab, die bei der Stringenz und Perfektion dieser Produktion, aber auch mit Hinblick auf den großen Pop-Gestus nicht überrascht hätten. Stattdessen beschert Roosevelt’s Erstling Disco ein Comeback in der breiteren Öffentlichkeit. Gerade von einem deutschen Produzenten war das so nicht zu erwarten.