Taprikk Sweezee

Poly EP

Zoikmusic • 2011

Manchmal im Leben muss man sich einfach entscheiden. Taprikk Sweezee hat diese Binsenweisheit für seine Poly EP offensichtlich nicht beachtet. Auf seiner drei Tracks (plus einem »digital-only« Bonus Track) umfassenden EP hat der Sänger für jeden Song einen anderen Produzenten angeheuert und kommt zu keinem schlüssigen Punkt wo er mit dem Gesamtwerk musikalisch denn eigentlich hin will. Für Newend hat Produzent E.A.R.L einen wonky Beat mit 8-Bit Elementen gebaut, den der Hamburger Sänger im Stile des Neo-Souls eines Ne-Yo’s besingt. Auf Volt daraufhin wird seine Stimme digital manipuliert über einen Beat geschickt, der auch aus Britney Spear’s Comebackalbum stammen könnte, auf dem sie entdeckte, dass ein bisschen Electro-Einflüsse die Plattenverkäufe pushen. Schließlich schlägt Eating At The Void noch ein wenig Hip Hop auf der Instrumental Ebene an, während sich Sweezee nun noch an »old schooligerem« funky Soul probiert. Der Hamburger hat zwar eine schöne, soulige Stimme, diese geht aber im unstrukturierten Gesamtklang der EP unter. Den einzelnen Songs kann man durchaus seine speziellen Reize zusprechen, als Gesamtwerk funktioniert das alles aber ganz und gar nicht. Zu verkrampft wurde hier versucht fortschrittliche Sounds mit klassischem Soul zu mischen, um etwas Spannendes zu kreieren.