Review

Various Artists

Punk 45 – Les Punks: The French Connection

Soul Jazz • 2016

Französisch eignet sich ja hervorragend für eine höchst lässige Rotzigkeit, ideal daher für Punk und Verwandtes. Nicht, dass alle Punkmusiker in Frankreich auch auf Französisch singen würden oder gesungen hätten. Aber wie es klingt, wenn sie das tun, kann man zum Teil sehr schön auf »Les Punks« nachhören, der jüngsten Ausgabe der Reihe »Punk 45« mit frühem französischen Punk und New Wave von 1977 bis 1980. Etwa bei der Punk-Band Metal Urbain, die für sich beanspruchen darf, das erste Signing von Rough Trade überhaupt gewesen zu sein. Da wird denn über gründlich schrabbelige Gitarren und schlurfenden Drumcomputer die résistance gegen die fascistes besungen. Eine gehörig scheppernde Coverversion, und nicht die schlechteste, des Stooges-Klassikers »I Wanna Be Your Dog« hingegen liefern die eher weniger bekannten Les Fantômes – auf Englisch. Zu den gelungensten Beiträgen gehören jedoch einige der ebenfalls versammelten Cold Wave-Nummern, etwa das neurotisch aufgeladene »Photo Couleur« von A3 Dans Le WC mit heftig zerrenden Synthesizern, die unterkühlt pulsenden Kas Product oder die aufgekratzte Mechanik von Charles de Goal. Eine wichtige Ergänzung der Reihe, die nicht zuletzt daran erinnert, dass es neben Plastic Bertrand noch deutlich »seriöseren« Punk gegeben hat. Ganz abgesehen, davon, dass Plastic Bertrand Belgier ist. Und seinen Überhit »Ça Plane Pour Moi« angeblich nicht mal selbst gesungen hat.

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V.A.
Punk 45: Les Punks: The French Connection - The First Wave Of French Punk 1977-80
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