Music Review | verfasst 18.06.2012
Suff Daddy
Suff Sells
Melting Pot Music, 2012
Text Andreas Peters
Deine Bewertung:
8.7
Nutzer (17)
8.0
Redaktion
Cover Suff Daddy - Suff Sells

Da geht er also hin, der Suff Daddy. Doch bevor er uns den Rücken kehrt, um zukünftig in Australien die Sonnenseite seines Lebens zu genießen und sich möglicherweise vom sportlich-abstinenten Lebensstil der Australier inspirieren zu lassen, wie er uns im Interview verriet, hinterlässt er uns nochmal ein 29 Tracks umfassendes Opus, das auf den wundervollen Namen »Suff Sells« hört. Auch hier bewegt er sich wieder unbeirrt zwischen Old-School und Moderne, verbindet klassisches Sampling mit schludrigen Melodien. Langweilig wird das Ganze nicht in einer Sekunde, ganz einfach, weil Suff Daddy, sobald alles gesagt ist, schnurstracks in den nächsten Track stolpert. Aus diesem Grund ist das mit hochkarätigen Gästen gespickte Album (u.a. Miles Bonny, Twit One, Phat Kat, Elzhi und Vertual Vertigo) auch ein wahnsinnig atmosphärisches Gesamtwerk. Klar gibt es dennoch Highlights: hier wären die komplett entspannten »Drinks« und »Pattern Select« in der ersten Hälfte der Platte ebenso zu nennen, wie »Make It Drip« oder »Suff Disco«, die in der zweiten Hälfte das Tempo nochmal ordentlich anziehen. Am Ende der 29 Tracks besteht jedenfalls nicht mehr der kleinste Zweifel, dass Suff Daddy auch weiterhin zur deutschen Beatbastler-Speerspitze gehören wird – Australien hin oder her. Wir freuen uns auf seine Rückkehr. Cheers, mate!

Das Album »Suff Sells« von Suff Daddy findest du bei hhv.de: 2LP, signierte 2LP und CD. Das Album »Die Betrachtung des Dahinvegetierens« von Pils Daddy findest du auch bei hhv.de als 2LP+Poster
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 06.05.2010
Suff Daddy
The Gin Diaries
Wer gedacht hat, dass es für Suff Daddy nichts Anderes als Pilsetten gäbe, der wird spätestens mit »The Gin Diaries« eines Besseren belehrt.
Music Liste | verfasst 10.08.2011
Twit One
DJ Charts
Die gemeinsame Platte mit Sylabil Spill ist gerade erschienen, die Platte mit Lazy Jones bereits fertig. Von der neuen Platte mit Hulk Hodn ganz zu schweigen. Nebenbei legt er auch auf. Und beackert in seinen DJ Charts ein weites Feld.
Music Kolumne | verfasst 13.06.2012
High 5
Rap-Songs über Alkoholgenuss - Ausgewählt von Suff Daddy
Vieles ist in letzter Zeit über Suff Daddy geschrieben worden: Soloalbum, Pils Daddy, Australien. Welche Rap-Spirituosen der Beat-Destillateur für einen gelungenen Absturz empfiehlt, erfahrt ihr nun an dieser Stelle. Wir sagen mal: Prost!
Music Review | verfasst 06.07.2011
Miles Bonny
Lumberjack Soul
Anstatt sich für irgendeine Kiste herzugeben, freestylet Bonny ungezwungen zwischen allem, was ihn inspiriert aus Soul, Funk und Jazz.
Music Review | verfasst 03.05.2013
Suff Daddy & Ta-Ku
Bricks & Mortar EP
Auch an den jüngsten Produktionen von Suff Daddy gibt es gewohntermaßen wieder nichts zu meckern.
Music Review | verfasst 28.08.2013
Betty Ford Boys
Leader Of The Brew School
»Leaders Of The Brew School« ist nicht weniger als der feuchte Traum aller Bedroom-Producer.
Music Review | verfasst 26.11.2014
Betty Ford Boys
Retox
Nichts mit Entschlackungskur – hier wird nachgeschüttet. Hier steckt richtig Volumen hinter.
Music Bericht | verfasst 08.07.2011
Miles Bonny
Live am 6.7. im Cassiopeia in Berlin
Im Rahmen ihrer Lumberjack und Gin-Tour sind die zwei Liquor-Connaisseure Miles Bonny und Suff Daddy gerade in deutschen Städten unterwegs. Am letzten Mittwoch luden sie mit ihrem Paket aus modernem Soul und Boom Bap ins Cassiopeia.
Music Review
Pharoah Sanders
Africa
Auf »Africa« von 1984 finden Pharoah Sanders, Idris Muhammad, John Hicks und Curtis Lundy zusammen und spielen grandiose Musik.
Music Review
Roza Terenzi
Let's Ride
»Let’s Ride« ist das Dekmantel-Debüt der Australierin Roza Terenzi. Darauf zu hören: Electro-Dekonstruktionen und 90s-Rave mit eigener Note.
Music Review
Tiger & Woods
AOD
Album Oriented Dance, »AOD« war die Ansage von Tiger & Woods, die sie uns gleich im Titel ihres neuen Longplayers lieferten. Ging es auf?
Music Review
Guerilla Welfare
The Nature Of Human Nature
Guerilla Welfare haben zwischen 1986 und 1991 Ethno, Dub und Funk verührt. »The Nature Of Human Nature« fasst ihre Musik zusammen.
Music Review
Neuzeitliche Bodenbeläge
Leben
Premiummusik für liebevoll heruntergewirtschaftete Hinterhoflokale und ihre Gäste. Zur EP »Leben« von Neuzeitliche Bodenbeläge.
Music Review
Ill Bill & Stu Bangas
Cannibal Hulk
Diese Collab wurde im Horrorcore-Genre sehnsüchtig erwartet: Ill Bill und Stu Bangas machen auf »Cannibal Hulk« gemeinsame Sache.
Music Review
The Comet Is Coming
Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery
Shabaka Hutchings und kein Ende: sein Projekt The Comet Is Coming zockt auf »Trust In The Lifeforce Of The Deep Mystery« vital wie selten.
Music Review
Bibio
Ribbons
»Ribbons« von Bibio funktioniert als 50-minütiges Gesamtwerk, das vor vorne bis hinten die warme Stimmung der Zweisamkeit einfängt.
Music Review
New World Science
Osmos (Movements)
Das Trio New World Science wandelt auf »Osmos (Movements)« auf den Spuren von Jon Hassel. Unterstützung erhalten sie von RAMZi und R Weng.
Music Review
The Budos Band
V
Natürlich ist diese testosterongeschwängerte »Macho-Mucke« der Budos Band etwas anachronistisch, aber was soll’s: »V« macht einfach Spaß.
Music Review
Keys
Voltage
Key ist das neue Duoprojekt von Benedikt Frey, gemeinsam mit Chris Cox.Am besten auf »Voltage« sind die Tracks, die aus der Reihe tanzen.
Music Review
Fennesz
Agora
»Agora« ist sehr viel sparsamer als die vorangegangen Releases des österreichischen Musikers. Doch damit erreicht Fennesz einfach sehr viel.
Music Review
Asuna & Jan Jelinek
Signals Bulletin
Sechs Jahre haben der japanische Organist Asuna und der in Berlin lebende Musiker Jan Jelinek an »Signals Bulletin« gearbeitet.
Music Review
Marvin Gaye
You're The Man
»You’re The Man« versammelt Musik von Marvin Gaye, die der Öffentlichkeit bisher weitestgehend vorenthalten wurde. Widerspruch inklusive.
Music Review
VC-118A
Inside
Als VC-118A liefert Samuel van Dijk mit »Inside« für Delsin die bestmögliche Synthese seiner verschiedenen musikalischen Projekte ab.
Music Review
Wilma Vritra
Burd
Scheinbarer Widerspruch, genial gelöst: Odd Future’s Pyramid Vritra und Wilma Archer machen auf »Burd« als Wilma Vritra gemeinsame Sache.
Music Review
Lee Fields & The Expressions
It Rains Love
Lee Fields feiert 2019 sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Mit »It Rains Love« wurde nun sein fünftes Album mit The Expressions veröffentlicht.
Music Review
Palms Trax
To Paradise
Nach drei Jahren meldet sich Palms Trax mit einer neuen EP für Dekmantel zurück. »To Paradise« ist eine handwerkliche Meisterleistung.
Music Review
Nirvana
Live At The Paramount
Der vielleicht beste Konzertmitschnitt der legendären Rockband Nirvana, »Live At The Paramount«, liegt nun erstmals auf Vinyl vor.
Music Review
Curt Cress
Dschung Tek EP
»Dschung Tek« und vier andere Tracks von Curt Cress aus dem Jahre 1983 wurden jetzt bei Music From Memory wiederveröffentlicht.
Music Review
Horace Tapscott with The Pan-Afrikan Peoples Arkestra
Live at I.U.C.C.
Soul Jazz entdeckt in diesem Jahr den amerikanischen Jazzpianisten Horace Tapscott wieder. Den Anfang macht »Live at I.U.C.C.« von 1979.
Music Review
Lamellen
Monty Roberts EP
Auf der »Monty Roberts EP« gießt das niederländische Duo Lamellen ein sehr balearisches und verträumtes Lebensgefühl in dynamische Tracks.
Music Review
Roy Ayers
Silver Vibrations
Die allererste Reissue von »Silver Vibrations«, Roy Ayers’ zuerst 1983 veröffentlichtem Album, wurde jetzt bei BBE veröffentlicht.
Music Review
JMII
Modulations
In Barcelonas Clubszene kein Unbekannter, veröffentlicht JMII jetzt mit »Modulations« eine hörenswerte EP auf Jamie Talabots Hivern Discs.
Music Review
Steve Reid
Nova
Das einzig schlechte an »Nova« von Steve Reid aus dem Jahr 1978 ist, dass es nach 30 Minuten schon wieder vorbei ist.
Music Review
Blu & Oh No
A Long Red Hot Los Angeles Summer Night
Wenn Blu kooperiert, dann wird’s meistens gut. Auf »A Long Red Hot Los Angeles Summer Night« macht er nun mit Oh No gemeinsame Sache.
Music Review
Shlohmo
The End
»The End« von Shlohmo dreht sich um den Weltuntergang. Man übersieht so beinahe wie vielschichtig, interessant, ausgereift die Platte ist.
Music Review
The Exaltics
Exodus
The Exaltics stehen am Ende der Electro-Geschichte. Die EP »Exodus« blickt zusammen mit Egyptian Lover gleichermaßen nach vorn und zurück.
Music Review
Beth Gibbons & The Polish Radio Orchestra
Henryk Górecki: Symphony No.3
Mal ehrlich: Wer denn sonst sollte die Henryk Góreckis »Symphony No.3«, die »Sinfonie der Klagelieder«, interpretieren als Beth Gibbons?
Music Review
DMX Krew
Glad To Be Sad
Auf »Glad To Be Sad«, dem neuen Album von DMX Crew, furzen, wobbeln und quietschen die alten Synthesizer wie zu alten Rephlex-Zeiten.
Music Review
Ed Longo & The Applied Arts Ensemble
The Other Fantasy
Wenn das mit dem Klimawandel so weitergeht, wird sommerliche Musik wie die von Ed Longo & The Applied Arts Ensemble noch gebraucht werden.
Music Review
Durand Jones & The Indications
American Love Call
»American Love Call«, das zweite Album von Durand Jones & The Indications, ist im besten Sinne zeitlose Musik.
Music Review
Various Artists
Nigeria 70: No Wahala
Ganze acht Jahre nach der letzten Compilation der »Nigeria 70«-Reihe legt das in diesem Jahr 20. Geburtstag feiernde Label Strut nun nach.
Music Review
Imani
Out Of The Blue
So »Out Of The Blue« wie sie 1983 aufgetaucht sind, waren Imani dann auch wieder verschwunden. Jetzt wurden sie wiederveröffentlicht.
Music Review
África Negra
Alia Cu Omali
África Negra sind Überlebende der goldenen Zeiten des Rumba. Jetzt haben sie mit »Alia Cu Omali« ein neues Album veröffentlicht.
Music Review
Kokoroko
Kokoroko
Die britische Jazzszene hat einiges zu bieten derzeit: so wie Kokoroko, ein achtköpfiges Ensemble um die Trompeterin Sheila Maurice-Grey.
Music Review
Xeno & Oaklander
Hypnos
So gut wie Xeno & Oaklander, erneut bewiesen auf ihrem fünften Album »Hypnos«, können nur wenige Musik aus Elektrizität zusammenbrauen.
Music Review
Jura Soundsystem
Monster Skies EP
Die verlangte Weirdness wird auf der »Monster Skies EP« von Jura Soundsystem oft bemüht, doch selten erreicht.
Music Review
Mystic Jungle
Jurakan
Mit »Jurakan« legt Mystic Jungle 25 Minuten neue Musik vor. Die ist weniger verspielt als auf »Nights Of Cheetah«, aber ebenso niveauvoll.
Music Review
Fabriano Fuzion
Cosmik Sindika
Aufgenommen auf Guadeloupe im Jahr 1982 wird »Cosmik Sindika« von Fabriano Fuzion nun ein weiteres Mal auf Schallplatte veröffentlicht.
Music Review
Trio Mocotó
Trio Mocotó (1977)
Man muss ärztlich diagnostizierte Allergien gegen brasilianische Klänge haben, um sich vom Trio Mocotó nicht freudig affizieren zu lassen.