Ich gebe zu »What A Time To Be Alive« im Vorfeld an falschen Erwartungen gemessen zu haben. Drake und Futures in sechs, sicher reichlich bizarren, Tagen und Nächten in Atlanta aufgenommenes Mixtape ist sicher nicht mit dem selben Imperativ versehen wie »Watch The Throne«, sondern mal wieder einer dieser Drake’schen Litmus Tests, die beweisen, dass 2015 nicht mehr mit Manifesten, sondern spontan regiert wird. Wenn man als Gefolgsmann nun also akzeptiert, dass WATTBA in erster Linie illustriert warum Future und Drake diesen Rapscheiß rennen ohne ihre Produzenten zwölf Stunden lang an einer Hi-Hat arbeiten zu lassen und das hier eher eine strategische Allianz zweier Global Player ist denn blindes Verständnis, dann lässt es sich doch herrlich unverkrampft JUMPMANJUMPMANKUMPMAN brüllen, während man der GEZ geknickt wieder einen Fuffi in den String schiebt. Mehr gibt deutsche Stripclub-Kultur ja auch nicht her.

Travis Scott
Rodeo Deluxe Edition
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Wobei: man kann das ja heute nicht mehr abschätzen. Da kleistert sich dieser komische Typ eine Hymne über das – ääääh – Kochen mit seiner Freundin zusammen, lässt sich beim Töne treffen von Lil Waynes und Young Thugs zerschossensten Momenten inspieren und schon muss Fetty Wap ein Album machen, das seinen surrealen Singles-Run zementiert. Nun habe ich fairerweise einfach noch nicht kapiert, warum ich mich auf Fetty einlassen soll, wenn besagter Thugger doch ohnehin ein Mixtape pro Tag veröffentlicht und wesentlich kreativer mit seiner Stimme umgeht, aber die Hoffnung auf meinen Trap Queen Initiationsmoment habe ich dennoch noch nicht aufgegeben.
Apropos Young Thug : der rief vor kurzem die »Slime Season« aus und soll, so wollen mir zumindest 58347 Memes verdeutlichen, damit delivert haben wie Karl Malone 1996. Hatte ich keine Zeit für bisher, weil sein deutsches Pendant (?!) fast gleichzeitig grape als Farbe des Herbstes salonfähig gemacht hat.
Nun gut, LGoony würde vermutlich vor Nervosität erstmal über seinen Scout-Ranzen stolpern, wenn er einen Raum mit Thug teilen würde, aber ey ohne Scheiß: dieses »Grape Tape« ist nun endgültig so viel mehr als diese überheblichen Yung-Lean-auf-deutsch-Urteile, die sich der vielleicht mittlerweile volljährige Kölner in der Vergangenheit hatte gefallen lassen müssen. Das liegt natürlich wieder an diesen sensationellen DJ Heroin Beats, aber auch daran, dass Goony ein ungeheures Gespür dafür hat, wie man 2015 Rap-Hooks schreibt. Und allein deswegen bleibt der Thug-Vergleich hier stehen. Wer weitere Fragen hat, wendet sich an Casper. Danke.
Da hatte man endlich den Eindruck gewonnen, dass sich The Game freigeschwommen hatte und bei sich angekommen ist und schon legt er sich mit der Sequelisierung seines Klassikers eine Bürde auf, die »The Documentary 2« natürlich nicht erfüllen kann. Aber wenn man die Suche nach einem zweiten »Church For Thugs« oder einer Übersingle eingestellt hat, darf man feststellen was schon immer galt: The Game ist und bleibt ein Meister darin zu emulieren und Beats zu picken, die sein Reibeisenorgan maximal unterstreichen. Ob man dafür nun unbedingt alle It-Pieces des Jahres (Guido Maria Kretzchmar Voice) ankarren hätte müssen (Kendrick, Future, Dr. Dre, Kanye, Drake) sei dahin gestellt, aber…
Jay Rock kann einem ein bißchen leid tun, zeichnet sich doch mit dessen Debüt »90059« die Memphis Bleek-Rolle im Black Hippy Camp immer deutlicher ab. Hier läuft musikalisch wenig schief, Jay Rock ist aber nicht nur musikalisch ein Risikominimierer, vor allem in Sachen Charisma wird er von den eigenen Arbeitskollegen immer wieder mit spielerischer Leichtigkeit vorgeführt. Kann man nur hoffen, dass as long as K.Dot alive, he a millionaire
Und weiter mit dem bisher süßesten Furzwitz des Milleniums: Run The Jewels setzen für ein bißchen 9gag-Liebe ihre beträchtliche Reputation aufs Spiel, holen sich von Geoff Barrow, Just Blaze und anderen Hilfe bei ihrer Schnapsidee ihr letztes Album mit Katzentönen neu aufzunehmen und natürlich sorgen Killer Mike und El-P dafür, dass das alles nicht halb so unhörbar wurde wie es auf dem Papier klang. Ob es allerdings mittelfristig zu mehr reicht als eine designierte Anekdote für Familienfeste zu werden, bei denen man gefragt worüber man so beruflich schreibt, wage ich zu bezweifeln.

Dam-Funk
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Damiano Von Erckert
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Benjamin Damage
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2AMFM
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King Midas Sound & Fennesz
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Synkro
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Darkstar
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Micachu & The Shapes
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Julia Holter
Have You In My Wilderness
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Rub
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Disclosure
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