The Armed inszenieren sich seit Längerem wie ein maoistischer Kult: rebellisch, muskulös, voller Größenwahn. Mit The Future Is Here and Everything Needs to Be Destroyed deklarieren sie nun den großen Sprung nach vorn – die Zerschlagung eines maroden Systems. Das Album ist durchzogen von gerechtem Zorn und kaum verhüllten Anspielungen: Die Single »Kingbreaker« erschien etwa kurz nach dem Höhepunkt der »No Kings«-Proteste in den USA. Doch war das ein radikales Statement oder geschicktes Marketing?
Fest steht: The Future ist zutiefst ironisch. Musikalisch klingt die Zukunft wie das Vorangegangene. Das Album vereint Elemente aus fast allen vorherigen Releases der Band: die Metalcore-Strukturen von Untitled (2015), der Maximalismus von Ultrapop (2021), die eingängigen Altrock-Refrains von Perfect Saviors (2023). Doch so nahtlos wie hier wurde das Disparate wohl noch nie ineinandergefügt.
»Local Millionaire« beginnt mit einer Indie-Strophe, explodiert in Hardcore-Screams, leitet in eine Noise-Rock-Bridge über und konterkariert sich mit einem Beach-Boys-artigen A-cappella-Part. Der finale Refrain ist: alles auf einmal. The Future ist auf Überforderung angelegt – doch wer sich tiefer in das Chaos hineinbegibt, wird belohnt. Dieses Album ist eine Übung darin, die Schrecken, die uns noch bevorstehen, durchzustehen.
