Shapeshifter markiert die achte Katalognummer auf dem Label Who Is Paula – und ist weit mehr als bloßes Namedropping. Mit jeder Veröffentlichung erfährt man mehr über die geheimnisvolle Protagonistin, die sich im Zuge dieser EP anschickt, aus dem Fenster zu schweben – in veränderter Gestalt, doch als klanglich intaktes Gebilde. Diese Metamorphose illustrieren fünf Electro-Tracks, die einen ganz anderen Weg gehen als etwa Genre-Kollege VC-118A. Der Fokus liegt hier weniger auf dichter Atmosphäre, sondern stärker auf Floor-Stringenz.
Der Opener »Underpass« hämmert Synkopen ins Raster; Acid-Schübe und Chords bleiben dezent im Hintergrund. Der australische Producer Featherstone setzt auf eine trockene, teils spröde Ästhetik, vergisst dabei aber nicht die Gepflogenheiten des Genres – etwa präzise gesetzte Chords, die bei Laune halten. Der Titeltrack watet noch tiefer im Säuresumpf und eignet sich mit seinen Vocal-Samples, die wie ein geisterhaftes Echo früher Hardcore-Raves wirken, ideal für den Übergang vom Warm-up zur Peaktime. »The Ascent« propagiert Acid von Sekunde eins an und verdeutlicht endgültig, worauf Featherstone hinauswill: ehrlichen, modrigen Rave – so ausgewaschen wie möglich. Doch auch für das Erhabene bleibt Platz: fein ziselierte Pads mit sentimentaler Grinsegarantie oder die bimmelnden Glöckchen im grübelnden »Departure«, die den Rave vom Gemeinschaftserlebnis zum Hirnwindungstango verwandeln.

Shapeshifter