Cinecittàx heißt das experimentelle Debütalbum der französischen Künstlerin Che Vuoi, die so ziemlich alles zusammenbringt, was sich zusammenbringen lässt: Jazz, Pop, Techno, Punk, Songs, die an Filmmusik erinnern, und solche, die aufgrund des Sprechgesangs auch locker Teil eines französischen Musicals sein könnten. Auf dieser Platte wird geflüstert und gemäht, im Hintergrund zirpt es mal. Ein anderes Mal hört man Kinderlachen oder einen Radiofrequenzsuchton.
In »Suzanne« spricht Che Vuoi mit klarer, starker, expressiver Stimme im Dialog mit einem Klavier. Der Track wirkt wie ein französischer Kurzfilm, bei dem die Bilder im Kopf der Hörer:innen entstehen. Beim nächsten Track, »Etoile Distante«, nimmt die Platte das Publikum mit in eine Bar, in der Che Vuoi auf mantraartige, stakkatohafte Bass- und Percussiontöne singt. Während sie in anderen der zehn Tracks flüstert und haucht, betont sie hier expressiv die Wörter, zieht sie singend und mit tiefer, rauchiger Stimme lang.
Mit ihrem Debüt, erschienen bei Disques De La Spirale in Paris, präsentiert sich Che Vuoi als versierte Kunstfigur, die sowohl mit Instrumenten und Alltagstönen als auch mit ihrer Stimme spielt. Jeder Track ist ein Unikat, das Tonspuren wie auf einer Collage zusammenführt. Hier gibt es alles: Quaken, Static Noise, blechernes Hämmern, Schreie, Lacher. Ein mutiges erstes Album, das offenlässt, in welche Richtung sich die in Brüssel lebende Künstlerin künftig entwickeln wird.

Cinecittàx