Richard Youngs arbeitet seit Jahrzehnten mit reduzierten musikalischen Mitteln. Auch Hidden, erschienen bei Black Truffle, setzt auf minimale Verschiebungen und lange Spannungsbögen. Die beiden jeweils 17 Minuten langen Stücke untersuchen weniger musikalische Entwicklung als Wahrnehmung selbst: Aufmerksamkeit, Gewöhnung, Irritation.
Hidden I etabliert sein Material schnell – Klackern, Vibrieren eines Handys, fragmentierte Laute, »Ha«s und »Ho«s – und beginnt dann, diese Elemente subtil zu verschieben, zu verzerren und neu zu gewichten. Die Musik wirkt fordernd, weil sie kaum Halt anbietet und dennoch permanent kleine Veränderungen setzt.
Hidden II öffnet den Klangraum, wird rhythmischer und beinahe melodisch. Klatschen, Glocken, einzelne Töne von Flöte und E-Gitarre tauchen auf und verschwinden wieder. Auch hier entsteht Spannung nicht durch Dramaturgie, sondern durch minimale Abweichungen im Wiederholten.
Hidden ist keine Platte für beiläufiges Hören. Sie zwingt dazu, aufmerksam zu bleiben – gerade weil sie so sparsam arbeitet. Die kleinen Veränderungen machen den Unterschied. Richard Youngs Musik wirkt simpel, bis man merkt, wie sehr sie mit Wahrnehmung spielt.

Hidden
