Mit dem Albumtitel Trio ist nicht nur die Zahl der Musiker benannt, die dieses bei jedem Hören aufs Neue faszinierende Perkussionsalbum aufgenommen haben. Er beschreibt auch die dreidimensionale Raumwirkung ihrer Soundideen. Das Schlagzeugtrio schafft nicht nur ein Rhythmusgerüst, sondern nimmt die Hörer:innen mit auf kleine Ausflüge und große Klangreisen: mäandernd, klöppelnd, tastend, vorausgaloppierend, dann wieder wunderbar verschlurft.
Die Musik wirkt dicht und zugleich aufgefächert. Effekte wie Hall oder auch die luftigen, elektronischen Texturen, mit denen das Trio arbeitet, führen nicht zu Überfrachtung. Das erstaunt insofern, als Simon Popp und seine Mitstreiter Flurin Mück und Sebastian Wolfgruber alles zu Rhythmus machen können – wie bei bemerkenswerten Liveauftritten zu erleben ist. Natürlich sind im Perkussionskontext etablierte Elemente wie Gongs und Trommeln verschiedenster Provenienz dabei, ebenso wie Klangschalen oder Cowbell. Aber manchmal braucht es eben auch nur einen mit Wasser gefüllten Plastikeimer zur Klangzeugung.
Bemerkenswert an dem Album ist, dass aus all diesen klanglichen Erkundungsreisen, so zufällig sie auch wirken, keine diffus dahinwabernde Jamsession wird, sondern die Tracks konturiert und eigenwillig bleiben – und so ganz beiläufig oftmals Melodien entstehen, die hängen bleiben.

Trio Black Vinyl Edition