Es darf weiter getanzt werden. Im vergangenen Sommer erst war Jo Tongos Album Sa Discossa von 1980 als Reissue erschienen, jetzt folgt Those Flowers, das 1982 den zwei Jahre zuvor eingeschlagenen Kurs fortsetzte. Afrobeat mischt sich bei dem Musiker aus Kamerun, der den Großteil seiner Karriere in Europa, hauptsächlich in Frankreich und Deutschland, verbrachte, mit gediegenem Reggae. Sehr ordentlich teilt sich die Platte in eine Funk-, Disco- und eine Roots-Seite.
Das Titelstück, ebenso wie »People Need Peace« und »Funky Feeling«, verschaltet durch politisch bewusste Texte und Zutaten wie Slap-Bass oder Disco-Streicher explizites Sendungsbewusstsein mit direkten Appellen an den Körper, sich frei zu bewegen. Für die Reggae-Nummern gilt das genauso, bloß dass der Groove genrebedingt weit langsamere Vibrationen ans Bewegungszentrum überträgt. Es mag mit Vorurteilen oder Projektionen zu tun haben, doch irgendwie hören sich diese Riddims von Those Flowers ein klein wenig nach Aneignung an, auch die Parolen wirken plakativer, insbesondere im abschließenden »We, Human Beings«. Dass Jo Tongo seiner Karriere mit seiner Haltung anscheinend geschadet hat, wie ihn der Pressetext zitiert, ist andererseits eine bittere Pointe.

Those Flowers