Multiinstrumentalist:innen sind beim Jazz-not-Jazz-Label International Anthem keine Seltenheit. Aber Gregory Uhlmann – er spielt Gitarre, Bass, Synthesizer, Blockflöte, Piano und Percussioninstrumente – ist schon eine Ausnahmeerscheinung, weil er seine Fähigkeiten in allen möglichen Kontexten einsetzt, vom Kammer- bis zum Synth-Jazz. Auf seinem Solodebüt kommen fast alle Gäst:innen bei einzelnen Songs aus dem Universum des Labels aus Chicago, u. a. Saxofonist Alabaster DePlume, Bassistin Anna Butterss und Modular-Synthesizer-Spezialist Jeremiah Chiu. Trotzdem ist das Album eine weitgehend solitäre Sache, weil Uhlmann die meisten Instrumente selbst spielt.
Über die Hälfte der Stücke auf Extra Stars ist nicht einmal drei Minuten lang. Wenn die Form schon nicht den Inhalt vorgibt, so überträgt sie sich doch in gewisser Weise darauf. Kleinteilige Melodiestrukturen und Percussion-Elemente erzeugen ein wohliges Klanggeflirre, das experimentelle und spielerische Elemente gleichberechtigt nebeneinanderstellt. Es ist eine Art von Ambient, der gerne in benachbarten Regionen vorbeischaut, aber dort nicht allzu lange bleibt. Man mag kurz an Laraaji denken, an David Cunningham oder an Steve Reich, aber das sind lediglich hilflose Versuche der Annäherung an diese neuartige pan-globale Musik.

Extra Stars Black Vinyl Edition