In die Musikgeschichte eingegangen ist der Vibraphonist Rickey Kelly vor allem durch seine Arbeit mit der Avantgarde-Jazz-Bigband Pan Afrikan Peoples Arkestra. Ebenfalls in der kalifornischen Metropole entstand bereits 1979 auf seine Initiative dieses bemerkenswerte Album. Für My Kind of Music konnte der damalige Musikstudent eine illustre Schar von Mitmusikern gewinnen: Neben der früh verstorbenen, herausragenden Flötistin Adele Sebastian sticht besonders Billy Higgins hervor, Haus-Schlagzeuger beim legendären Blue-Note-Label.
Gleich die ersten beiden Tracks markieren die Bandbreite, in der sich das Ensemble bewegt. Bis dato hatte Kelly mit keinem der Musiker gearbeitet. Und doch klingt ihr Zusammenspiel tight und dabei frei genug, immer wieder abzuheben. Der Eröffnungstrack »The Ark« ist ein klassisch swingender Spiritual-Jazz-Track, bei dem ein versiertes Solo auf das nächste folgt – wobei Kellys kristallines Vibraphon besonders funkelt.
Das zweite Stück, »The Masai«, präsentiert sich als munter mäandernder Trip, der geradezu psychedelisch anmutet: afrikanische Rhythmen und Perkussionsspuren, die sich ineinander verhaken und dabei doch frei atmen – geerdet von einem atmenden Groove. Dazu Vogelstimmen, zu denen man einen Spaziergang durch tropische Gefilde assoziieren mag. Und immer wieder Kellys schimmernd-schwebendes Vibraphon.

My Kind Of Music