Was zunächst wie eine ungewöhnliche Begegnung zwischen Generationen, Szenen und geografischen Welten wirkt, entfaltet sich als überraschend stimmig und selbstverständlich. Mit Whoops Wrong Planet treffen Cloud Management, ein Projekt zwischen experimentellem Dub und elektronischer Clubmusik, und Vivien Goldman, New Yorker Autorin, Musikerin und prägende Stimme aus dem Post-Punk, aufeinander. Und diese Verbindung sitzt von Anfang an.
Die drei Originaltracks – die B-Seite besteht ausschließlich aus Remixes dieser drei – leben von einem offenen, improvisierten Ansatz, bleiben dabei aber stets präzise. Dub bildet den Grundton der Veröffentlichung, erweitert durch experimentelle Elemente und Goldmans sehr außergewöhnlichen Vocal-Stil. Die Rhythmusstrukturen bleiben bewusst minimal und klar, werden aber kontinuierlich durch spacige Synth-Flächen, kleine Sounddetails und subtile Verschiebungen erweitert. Daraus entsteht eine angenehm pulsierende Spannung, die sich durch die gesamte Platte zieht.
»Quick Cover Up« eröffnet mit den leicht verschobenen, fast schräg wirkenden Vocals von Goldman, die sich ungewohnt über den Beat legen, dabei aber ihren Groove nie verlieren. Und gerade diese Reibung macht den Track besonders. »Judge Judge« bewegt sich stärker Richtung Reggae, wirkt wärmer, grooviger und melodischer, mit hallgetränkten Vocals und einem sofort eingängigen Rhythmus. Der Titelsong »Whoops Wrong Planet« öffnet den Sound schließlich weiter ins Sphärische und Ambienthafte, wirkt leichter und schwebender, ohne den Dub-Kern zu verlassen. Insgesamt eine reduzierte und sehr ausgeklügelte Veröffentlichung, die Atmosphäre, Detail und Flow konsequent über Effekte stellt und genau dadurch richtig gut funktioniert.

Whoops Wrong Planet

