Review Jazz Pop

Tara Clerkin Trio

Somewhere Good

World Of Echo • 2026

Mit ihrem neuen Album Somewhere Good präsentiert die in Bristol beheimatete Band Tara Clerkin Trio ihr bislang stimmigstes Werk. Sängerin Tara Clerkin, ihr Partner Sunny-Joe Paradiso und sein Bruder Patrick Benjamin balancieren versiert und gefühlvoll zwischen Kammerjazz, verspielter Elektronik, Pop und Lo-Fi-Experimenten. Ein aus der Improvisation geborenes Stück wie »Ups & Downs« brodelt minutenlang mit Harmonium, Kontrabass und Klarinette, bevor Cool-Jazz-Beats und ein gelooptes Vocal-Sample alles in einen klebrigen Poptraum verwandeln.

Songs wie »Lazy Daisy« verführen mit Trip-Hop-Dream-Pop, der an frühe Broadcast- oder Pram-Veröffentlichungen erinnert. Ein Tune wie »Silently« besticht mit träumerischem Sade-Cool-Jazz-Charme, und das Schlussstück »Movin’ On« schwebt offenherzig zwischen Loop-Madness, 8-Bit-Fantasie, World-Jazz und kosmischer Elektronik. Die Texte des Trios behandeln Themen wie Selbstsabotage oder Gentrifizierung, das Album verfällt dennoch nie in Wehmut. Berauschende Melodien, feinfühlige Effekte, legere Rhythmen und überraschende Instrumentierung sorgen für das entsprechende Licht im Dunkel der Wörter, die Tara Clerkin ungezwungen sexy ins Mikrofon haucht.