Gestatten, Nelson Brandt. Früher Hip-Hop-Untergrund, Mainzer Schule und Sample-Exotisches als Nepumuk. Aber jetzt, als Knowsum auf Cherry Stone Pillow, hat er die Maske abgelegt. Oder eine viel schönere aufgesetzt. Eine, die betrunken ist von Bossa-Nova-Akkorden und so einem schön sonnengelb grundierten Easy-Listening-Gefühl, das man eigentlich nur aus Filmen kennt, in denen am Ende alle sterben.
Ja, klar, die sind alle lange her. Aber Cherry Stone Pillow schwankt, die Platte ist an den Rändern mindestens so unscharf wie die Grenzen einer gut inszenierten Provokation an einer Hotelbar in Hollywood. Dort würde man, spätnachts mit viel Zucker im Schädel, sicher gerne so einen Keine-drei-Minuten-Banger wie »Let Me Show U the Stars« hören. Einfach: surrealer Fiebertraum. Und genau deshalb will man sofort die limitierte Vinyl vorbestellen. Nicht nur, um sie zu hören – das auch –, viel eher aber, um sie zu besitzen: als Beweis, dass sie noch existiert, die Eleganz im allgemeinen Chaos.

Cherry Stone Pillow

