Review Jazz

Kohsuke Mine

Out Of Chaos

Universal • 1974

Japanischer Jazz ist ja das Trüffelöl der Vinyl-Snobs. Sie alle wollen Coltrane, aber bitte mit asiatischem Understatement, damit der Besuch auch sofort merkt, wie weltmännisch man den Naturwein schwenkt. Out Of Chaos passt da inhaltlich, 1974 als Jahr. Und wer beim Namen Kohsuke Mine anstandslos rumsabbert, ist schon tief drin im Repress-Game. Deshalb, Nadel drauf, drei Tracks. Allein das schon eine unverschämte Provokation im Zeitalter der 15-Sekunden-Aufmerksamkeitsverdribbelung.

Aber gut: Mine pustet sich ja minutenlang die Seele aus dem Leib, in einem klebrigen Tokioter Kellerloch, ohne Free-Jazz-Gequietsche der Kunstakademikermienen. Masabumi Kikuchi hämmert passenderweise in die Tasten. »Little Abi« zeigt dann: Die Japaner haben den amerikanischen Hard-Bop damals nicht nur brav imitiert. Für das B-Seiten-fressende »Cross Wind« packt Mine wiederum das Skalpellsaxofon aus. Wir hören 1974, wir hören das in unserer weichgespülten Gegenwart. Und denken drei Sekunden nicht an Trüffelöl.

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.

Unbedingt notwendige Cookies

Unbedingt notwendige Cookies sollten jederzeit aktiviert sein, damit wir deine Einstellungen für die Cookie-Einstellungen speichern können.

Drittanbieter-Cookies

Diese Website verwendet Google Analytics, um anonyme Informationen wie die Anzahl der Besucher der Website und die beliebtesten Seiten zu sammeln.

Diesen Cookie aktiviert zu lassen, hilft uns, unsere Website zu verbessern.