»The Piece Maker 3« setzt auf das Motto: »Quantität vor Qualität«. Die 25 Anspielpunkte und eine megalomanische Gästeliste (es sind defacto sogar über »50 MCs«) wollen nicht die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen sortieren, sondern Schale, Fruchtfleisch und Kerne des Big Apple in aller geschmacklichen Offenbarung präsentieren. Es ist, was es ist: Ein klassisches Mixtape, wie es Mitte der 1990er-Jahre quasi im Sekundentakt an den Straßenecken des großen Apfels produziert und vertickt wurde. Ein klassisches Mixtape, das Leute wie Kay Slay oder Tony Touch zu dem gemacht hat, was sie heute sind. Ein klassisches Mixtape, das sich klassische NYC-Boombap-Beats zur MPC nimmt und die klassischen MCs aus den klassischen Boroughs zusammengekommen lässt. Doch »klassisch« ist manchmal auch nur der kleine Bruder von »hängengeblieben«. So kann das Arrangement von »Return Of The 50 MCs« je nach Tagesform als begrüßenswertes Echthalter-Statement gegenüber schnelllebigen Youtube-Phänomenen verstanden werden oder aber als hoffnungslos aus der Zeit gefallenes Rap-Rudiment eines Haufens rückwärtsgewandter Ex-Legenden ignoriert bleiben. Ob Tony Toca im Jahr der Schlange ein solches, leicht angestaubtes Allstar-Aufgebot auffahren muss, wird wahrscheinlich nicht mal er selbst beantworten können. Doch ein Unterfangen mit Def Squad-, Wu Tang-, Ruff Ryders-, Boot Camp- oder D.I.T.C.-Beteiligungen sowie anderen, nicht weniger prominenten Features, ernsthaft kritisieren zu wollen, ist vor dem inneren Realkeeper auch in 2013 nicht zu rechtfertigen.

The Piece Maker 3 - Return Of The 50 MCs