Music Kolumne | verfasst 19.03.2020
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Text Jens Pacholsky
Records_revisited_depeche+mode+violator_1024x685px

1990 hätte Depeche Mode genauso gut auch untergehen können. Der Erfolg der letzten zehn Jahre hin oder her – sie waren ein Kind der 1980er Jahre mit ebenjenem Sound. Sie hätten sich einordnen können zu all den Bands, die es nicht in die 1990er Jahre schaffen sollten. Insbesondere das bis dato letzte Studioalbum »Music For The Masses« von 1987 war alles andere als der große Wurf. Nette Synthesizer, starre Strukturen und eine barocke Ansammlung romantisch-verkitschter Harmonien und Melodiestränge, die nur durch Dave Gahans prägnante Stimme gerettet wurden. Depeche Mode waren eine der vielen in diesen synthetischen Jahren erfolgreichen Synthesizerbands, die durch die Wucht von Techno, Elektro, HipHop und dem aufkeimenden Grunge hätten weggeblasen werden können. Stattdessen nahmen sie 1990 mit »Violator« die Welt ein.

Das verdankten sie zum Teil einer genialen bis zufällig-glücklichen PR-Strategie. Angefangen bei der cleveren »Your Own Personal Jesus«-Anzeige, die in Zeitungen völlig ungebrandet zwischen Kontaktanzeigen geschaltet wurde. Erst ohne, später mit einer Telefonnummer, unter der dann die Vorabsingle »Personal Jesus« zu hören war. Bis zum »kleine Autogrammstunde entwickelt sich zur Massenveranstaltung mit Riot Police«-Glücksgriff in Los Angeles. Die geplanten ein paar Hundert Fans wurden 20.000. Es gab Verletzte, ein großes Polizeiaufgebot und nationale Berichterstattung über angeblich aufstandsähnliche Zustände zur Primetime in den USA. Und das genau einen Tag vor Veröffentlichung von »Violator«. So einen PR-Stunt kann man nicht planen.

In der Sackgasse
Dass »Violator« eines ihrer erfolgreichsten Alben wurde, liegt aber auch daran, dass es ihr bestes ist. Und das haben sie vor allem dem Willen zu verdanken, sich nicht in ihrem festgefahrenen Stil und Arbeitsprozess zu verbeißen. Denn dieser hieß bis dato: Martin Gore liefert als zentraler Songwriter der Band detaillierte Demos, die er, Andrew Fletcher und Alan Wilder in mehreren Wochen fest in die Synthesizer einprogrammieren. Zum Schluss darf Dave Gahan die Texte einsingen, die ebenfalls mehrheitlich von Gore stammen. »Die Ergebnisse klangen dann in der Regel genau wie die Demos«, gestand Martin Gore in einer Dokumentation zu den Jahren 1989-1991. Das hatte in der Anfangszeit von Depeche Mode gut funktioniert, zeigte aber bereits auf »Music For The Masses« extreme Verschleißerscheinungen.

Hätten Depeche Mode an diesem Duktus festgehalten, hätten sie ihre Welteroberung – und das hieß 1990 vor allem die Eroberung des US-amerikanischen Marktes – vergessen können. Songs wie »Personal Jesus« mit dem für Depeche Mode vollkommen kontraintuitiven Blues-Riff wären nie entstanden. Und »Enjoy The Silence« wäre eine unscheinbare Lullaby-Ballade geworden, die ihre Schönheit besessen, aber niemals den massiven Erfolg der finalen Dancenummer erlangt hätte. Depeche Mode hatten 1990 eigentlich das Ende ihrer kreativen Sackgasse erreicht. Im Rückblick war das wohl auch der Band bewusst. Denn, wie Andy Fletcher später erklärte, gab es für Depeche Mode eine Regel: »Wir wollten Sounds nie zwei Male verwenden. Und uns gingen zu diesem Zeitpunkt in großem Stil die Sounds aus«. Es ist nicht ganz klar, wer auf die Idee kam – die Manager ihrer Labels Mute oder Depeche Mode selbst – am Ende saßen zumindest Mutes Hausproduzent Mark »Flood« Ellis sowie der DJ und House-Produzenten Françoise Kevorkian im Studio. Und verhalfen Depeche Mode damit, sich selbst zu transzendieren.

Dass »Violator« eines ihrer erfolgreichsten Alben wurde, liegt aber auch daran, dass es ihr bestes ist. Und das haben sie vor allem dem Willen zu verdanken, sich nicht in ihrem festgefahrenen Stil und Arbeitsprozess zu verbeißen.

Vertrauen in die Disruption
»Violator« ist nur aufgrund dieser beiden das geworden, als was es heute noch gilt: Durchbruch und Neuerfindung von Depeche Mode. Blueprint-Synthese aus Experiment und Pop, Bluesrock und Synthesizermusik. Eines der größten Alben, das auch 30 Jahre später noch absolut frisch klingt. Zugegeben, François Kevorkian wird zwar oder nur als Fußnote genannt. Er war als Mixing Engineer jedoch der Frickler im Hintergrund, der entscheidend zur Soundperfektion beitrug, wie es Martin Gore in der Dokumentation herausstrich: »François war in allem, was er tat, so unglaublich pedantisch. Manchmal verschwand er einfach zwei Tage unter seinen Kopfhörern und bastelte an einer Hihat«.

Das treibende Momentum in dieser neuen Konstellation war bekanntermaßen Flood. Er hatte zuvor sowohl mit Rock- als auch Synthesizerbands gearbeitet. In Depeche Mode sah er die Chance einer Fusion der widerstrebenden Konzepte. Ein paar Jahre später würde er das mit Primal Scream perfektionieren. Flood war für Depeche Mode Visionär, Tutor und Disruptor. »Flood sagte uns quasi, dass unsere ganzen vorgefertigten Ideen, wie wir Musik machen, Scheiße sind«, erinnerte sich Andrew Fletcher an die Zusammenarbeit. Und auch Gahan gestand, dass alles, was Flood anbrachte, komplett neu für sie war. Flood selbst erinnert sich in seinen Vorträgen daran, dass insbesondere Martin Gore anfangs nicht gerade glücklich mit dieser Entwicklung war. »Enjoy The Silence« soll er bis zur Veröffentlichung des Albums abgelehnt haben. Das prägnante Riff für »Personal Jesus« hat er nur nach penetrantem Bitten von Flood ein einziges Mal durchgängig auf einer elektrischen Gitarre eingespielt. Eigentlich wollte er das Riff, wie gewohnt, als Loop sampeln und über die Synthesizer spielen. Gore ist dabei hoch anzurechnen, dass er Flood machen ließ. Dass er über seinen eigenen Schatten gesprungen ist und sein Ego untergeordnet hat. Für einen erfahrenen, erfolgreichen Songwriter ist das alles andere als selbstverständlich.

Von Schönheit und Dynamik
Darüber hinaus verstand Flood bestens, die einzelnen Fähigkeiten der Bandmitglieder herauszuarbeiten und zu aktivieren. Gore war klar der bessere Songwriter. Oftmals lieferte er die perfekte Melodie in einem einzigen Take. Doch Alan Wilder war Gore um Längen voraus, was das (Selbst-)Verständnis der aktuellen Musikszenen sowie die technischen Möglichkeiten betraf. Wenn Gore das Grundgerüst und das Narrativ von »Violator« geschrieben hat, gestaltete Alan Wilder den gesamten klanglichen Innenausbau. Depeche Mode – ViolatorWebshop ► 10 x Vinyl 12inch Erst dieses neu geordnete Zusammenspiel ließ »Violator« entstehen. Die perfekten Melodien von Gore, die Sex verheißende Stimme Gahans, Fletchers punktgenaue Umsetzung an den Synths gab es bereits in den Jahren davor. Durch Alan Wilders neu entfesselte – von Flood aktiv geförderte – Experimentierfreude wurde das alte Erfolgsrezept jedoch in eine neue Dimension befördert. Denn wenn im Vordergrund die Melodien Gores eine fast universelle Schönheit spiegelten, sicherte Wilder mit seinen Myriaden an dynamischen, seltsamen Soundschnipseln den Spannungsbogen jedes Songs. Zuvor starre Songgebilde begannen zu fließen und zu rotieren.

Flood hat diese interne Reorganisation von Depeche Mode angestoßen und die Band damit nicht nur vor dem Vergessen bewahrt. Er hat in Depeche Mode den Höhepunkt ihres Schaffens, das Maximum ihrer Kreativität freigeschaltet. Er hat es geschafft, eine etablierte Band mit etabliertem Sound in die Wildnis zu schicken und glänzen zu lassen.


Die Musik von Depeche Mode findest du im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.06.2012
Soulsavers
The Light The Dead See
Mal angenommen Depeche Mode hätte es nie gegeben, dann wäre das hier eines der großartigsten Debütalben eines Sängers aller Zeiten.
Music Kolumne | verfasst 09.11.2017
Records Revisited
Throbbing Gristle – 20 Jazz Funk Greats (1979)
Throbbing Gristle schlugen mit »20 Jazz Funk Greats« den Pop mit seinen eigenen Mitteln. Haben sie also ihren historischen Auftrag erfüllt und sich damit irgendwie selbst erledigt?
Music Review | verfasst 02.12.2011
VCMG
Spock EP
Vince Clark und Martin Gore finden nach 30 Jahren und zwei erfolgreichen Weltkarrieren wieder zueinander. Und sie produzieren: House!
Music Review | verfasst 20.04.2012
VCMG
Ssss
Zwei Urgesteine des Synthpop schließen sich wieder zusammen und frönen ihrer Liebe zum Techno.
Music Review | verfasst 23.07.2014
Diamond Version
CI
Carsten Nicolai und Olaf Bender liefern als Diamond Version für Mute Records ein standesgemäßes Electropop-Album ab.
Music Review | verfasst 01.10.2014
Zola Jesus
Taiga
Wandel vollzogen: Zola Jesus verabschiedet sich auf ihrem fünften Album »Taiga« von der Dunkelheit und wendet sich dem Pop zu.
Music Review | verfasst 18.05.2016
New Order
Complete Music
Wir haben uns in 36 Jahren daran gewöhnt: New Order veröffentlichen eine Extended Version ihres aktuellen Albums.
Music Liste | verfasst 26.10.2017
Welche Schallplatte hast du gehört,
als du 15 Jahre alt warst?
In diesem Jahr ist hhv Records 15 Jahre alt geworden. Wow, interessantes Alter. Da fragt man sich natürlich: Wie war das, als man selbst 15 war? Welche Platten haben wir damals gehört? Wir haben die Frage an unsere Autoren weitergegeben.
Music Review | verfasst 01.11.2010
Yann Tiersen
Dust Lane
Tiersen schafft auf mit Dust Lane mit analogen vintage Synthezisern ein episches Album zwischen Folk, Filmmusik und Rock.
Music Review | verfasst 03.10.2011
S.C.U.M.
Again Into Eyes
Lebt die Rockmusik noch? Die Briten S.C.U.M. versuchen neue Akzente zu setzen und ringen um eine Wiederbelebung.
Music Review | verfasst 21.11.2011
Yann Tiersen
Skyline
Ziemlich genau ein Jahr nach Dust Lane erschein nun Skyline, das neue Album des Franzosen Yann Tiersen.
Music Review | verfasst 10.04.2012
Big Deal
Lights Out
Auf »Lights Out« werden die ganz großen Gefühle ausgepackt und in wundervoll melancholisch wie intimen Songs gemeinsam besungen.
Music Review | verfasst 17.04.2012
White Rabbits
Milk Famous
Es scheint als wäre hier eine Spoon-Tribute-Band aus Studiomusikern und Musik-Software zu einem Roboter-Sextett zusammengebastelt worden.
Music Review | verfasst 11.06.2012
Liars
WIXIW
Nach den letzten beiden fast schon rockistischen Werken ist »WIXIW« nun Liars’ Dance-Album geworden.
Music Review | verfasst 29.08.2012
Yeasayer
Fragrant World
Yeasayer verdichten ihren Sound auf »Fragrant World« und schnüren sich dabei selbst die Luft ab.
Music Review | verfasst 14.09.2012
Land Observations
Roman Roads IV-XI
Der Brite James Brooks hat als Land Observations acht stimmungsvolle Meditationen komponiert.
Music Review | verfasst 15.11.2012
Crime and the City Solution
An Introduction To... A History Of Crime 1987-11
Die neu initiierte Reihe »An Introduction To…« konzentriert sich auf diese drei in Berlin entstandenen Alben.
Music Review | verfasst 28.01.2013
Laibach
An Introduction to… Laibach
Innerhalb der »An Introduction to…«-Reihe von Mute ist nun eine 15 Tracks starke Werkschau der slowenischen Band Laibach erschienen.
Music Review | verfasst 02.04.2013
Apparat
Krieg und Frieden
Sascha Ring wagt sich mit »Krieg und Frieden« auf ganz neues Terrain vor und komponierte Musik für ein Theaterstück.
Music Review | verfasst 18.10.2013
Polly Scattergood
Arrows
Aus strategischer Sicht einer Plattenfirma erscheint dieses Album hierzulande circa ein Jahr zu spät.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Musick to Play in the Dark (1999)
Magie als Klang, der lunare Energien ansammelt: Mit dem im Jahr 1999 veröffentlichten Album »Musick to Play in the Dark« schufen die Elektronik-Esoteriker Coil ihre größten Hymnen an die Nacht. Jetzt wurde es endlich neu veröffentlicht.
Music Porträt
Sault
Black is …
Sault sind die inoffizielle musikalische Stimme der Black Lives Matter Bewegung. Voll radiotauglichem Soul und Jazz, hinter dem die längst überfällige Revolution steht.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2020
Das Virus? Nah, unser furchtloser Kolumnist fürchtet nur eines hinter jeder Straßenecke: Clueso. Aigner schmeißt sich in fiktive Nachtbusse und bückt sich n zu den REWE-Spaghetti runter, weil die von Barilla wieder weggepreppt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
The Pharcyde – Labcabincalifornia (1995)
Pioniere im Andersdenken. Vor 25 Jahren wurden die überdrehten Klassenclowns von The Pharcyde auf ihrem zweiten Album »Labcabincalifornia« zu zynischen Antihelden. Daran trug auch ein damals unbekannter producer namens J Dilla Schuld.
Music Porträt
Tidal Waves
Die Welle reiten
Eine kräftige Welle hat schon so manchen Schatz an Land gespült. So gesehen passt der Name, denn das belgische Reissue-Label Tidal Waves sucht, findet und veröffentlicht verlorengeglaubte Perlen der Musikgeschichte.
Music Kolumne
Records Revisited
Four Tet – There Is Love in You (2010)
Als Four Tet Anfang 2010 das Album »There Is Love in You« veröffentlicht, muss er der Welt nichts mehr beweisen und setzt sich einem retromanischen und verbissenen Zeitgeist mit einem gerüttelt Maß Glückseligkeit entgegen.
Music Kolumne
Records Revisited
GZA – Liquid Swords (1995)
Vor 25 Jahren säbelte GZA sein erstes Solo-Album innerhalb des Wu-Tang-Universums raus, boxte im Schatten von Shaolin-Kriegern und machte seine Gegner mit Lines einen Kopf kürzer. Das Ergebnis nannte sich »Liquid Swords«.
Music Porträt
Mort Garson
Musik für Pflanzen und Menschen
Er war an über 900 Liedern beteiligt, erreichte Platz 1 der Billboard Charts, doch Mort Garsons heutiger Ruhm beruht auf einer Begegnung mit Bob Moog, den er überredete, ihm einen seiner Synthesizer zu überlassen. Eine Wiederentdeckung.
Music Kolumne
Records Revisited
Pet Shop Boys – Behaviour (1990)
»Behaviour« ist das Pet Shop Boys-Album schlechthin. Reflektierte Texte, die schon damals bewährten Hymnen-Melodien und Harold Faltermeyers analoge Produktion verschmolzen zu einem Klassiker, der keinen Staub ansetzen will.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2020
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.