Music Kolumne | verfasst 21.07.2020
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Text Kristoffer Cornils
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Riot Grrrls warfen mit Tampons von der Bühne, die ravende Gesellschaft ließ ihrem Hedonismus freien Lauf und Grunge suhlte sich in weltschmerzigem Revolutionspathos: Die Neunziger waren ein Jahrzehnt, in dem alles nach außen gekehrt wurde. Nur einer wandte sich nach innen. Steven Paul »Elliott« Smith durchlebt eine traumatische Kindheit in Texas und lässt sich deswegen den Umriss des Staats auf den Arm tätowieren, zieht als Teenager nach Portland und gründet die Bands Swimming Jesus und Heatmiser, bevor er seinen Job in einer Bäckerei verliert und im Haus seiner Freundin mit nur einer Akustikgitarre Songs schreibt, mit welchen er die eigenen Untiefen erkundet. Die Musik der 1996 aufgelösten Heatmiser, sagte er in einem Interview, sei ihm zu laut gewesen, zu undynamisch, plump. Als er im Jahr 1994 sein Debüt »Roman Candle« veröffentlicht, erwartet er entsprechend, damit auf taube Ohren zu stoßen: So wütend der Titelsong auch ist (»I’m a Roman candle / My head is full of flames«), sind die acht Songs doch leise, melancholisch, zurückhaltend. Unzeitgemäß.

Doch es kommt anders und nur vier Jahre später spielt ein derangierter Smith den größten und mit Sicherheit bizarrsten Gig seines Lebens. In einem weißen, schlecht sitzenden Anzug, einer String-Begleitung aus dem Off und nach unten gewandten Augen spielt er den Song »Miss Misery« während der Oscar-Verleihung im Jahr 1998 vor einem verdatterten Publikum. Der zu dieser Zeit schwer heroin- und alkoholabhängige Sänger wirkt deplatziert, nicht nur auf der Bühne – sondern auch in diesem Jahrzehnt des »irrationalen Überschwangs« überhaupt, wie der Ökonom Alan Greenspan die 1990er Jahre einst bezeichnete. Selbst im Vergleich zu den meisten anderen Songwriter*innen seiner Zeit wirkt Smiths Musik anders und fremdartig, einerseits wegen ihrer privatistischen Lyrics, andererseits ihres Sounds wegen. Oder vielmehr der Tatsache wegen, dass Sound in seinen Songs überhaupt eine tragende Rolle einnimmt. Seine Gitarre ist einen ganzen Ton tiefer als üblich gestimmt, im Studio verdoppelt er seine Stimme auf eine Art, die den individuellen Selbstausdruck in sich selbst auflöst. Smiths Gesang klingt, als würde die zweifelnde Stimme im Hinterkopf, die Angst und die Abhängigkeit mit ihm selbst harmonieren, um ihn zu übertönen.

Nachdem es sich bei »Roman Candle« um eine Sammlung von 4-Track-Aufnahmen gehandelt hatte, veröffentlicht Smith im Juli 1995 sein eigentliches Debüt auf dem Label Kill Rock Stars. »Elliott Smith« ist ein ähnlich rohes Album, er nimmt es weitgehend alleine auf, nur auf den Songs »Single File« und »St. Ides Heaven« sind jeweils Heatmiser-Kollege Neil Gust an der E-Gitarre und Rebecca Gates an den Backing Vocals zu hören. Bis heute wird die LP als eine Art Vorskizze zu Smiths späteren Alben »Either/Or«, »XO«, »Figure 8« sowie dem posthum veröffentlichten »From a Basement on the Hill« betrachtet. Der Findungsversuch eines Komponisten, der Folk als Ausgangspunkt nahm, um komplexe Arrangements zu schreiben, die von der Musik der Beatles, von Power-Pop und Soul und Blues inspiriert waren, die mit Streichern unterlegt und von dynamischen Pianosoli durchbrochen wurden. Die sich eben nicht nur im Schlafzimmer, sondern genauso auf der großen Bühne mit einer Band im Rücken entfalten konnten. Doch ist »Elliott Smith« ein gigantisch-minimalistischer Kontrapunkt zum Weltgeschehen, Ausdruck eines Albtraums, der irgendwo im Unbewussten einer ganzen Kultur schlummert und anderswo mit grellen Farben übertüncht wird.

Das ist nicht die selbstgerechte Wut der Grunge-Generation, die sich hier Bahn bricht, sondern der ohnmächtige Schmerz eines zur Untätigkeit verdammten Zeugens. Die im Januar 1995 veröffentlichte Vorabsingle »Needle in the Hay« ist ein verstörendes Stück Musik, von dumpfen und sedierten Akkorden unterlegt. Die Lyrics sind voller Assonanzen, ergeben eine schlierige Silbensuppe, die den Gemütszustand eines Heroinabhängigen in Sound übertragen. Auf dem Cover sind bereits die sonderlichen Scherenschnittfiguren zu sehen, ein paar gestrichelte Linien scheinen den Wind anzudeuten, der sie durcheinanderwirbelt. Treiben, Verlorensein, Haltlosigkeit: Das sind die Themen Smiths, das sind die Themen von »Elliott Smith«. »Needle in the Hay« eröffnet das Album und wird von zwei Songs gefolgt, die altes Material neu arrangieren: Das von sanften Schlagzeugschlägen begleitete »Christian Brothers« war ein Heatmiser-Stück, »Clementine« ist eine Folk-Weise aus dem 19. Jahrhundert. Beide spielen mit den Dynamiken, die Smith unter dem Gebrüll der Gitarren seiner damaligen Band vermisst hatte. Erst »Southern Belle« nimmt Tempo auf, ist vom markanten Fingerpicking-Style Smiths geprägt und thematisiert häusliche Gewalt: »How come you’re not ashamed of what you are? / And sorry that you’re the one she got?« Das ist nicht die selbstgerechte Wut der Grunge-Generation, die sich hier Bahn bricht, sondern der ohnmächtige Schmerz eines zur Untätigkeit verdammten Zeugens. Ein depressiver Naturalismus, der im krassen Kontrast zum unbefangenen Idealismus seiner Zeitgenoss*innen steht.

So geht es weiter, tiefer mit der Nadel in die Venen hinein. »You idiot kid / Your arm’s got a death in it«, heißt es auf »Single File«, »Coming up Roses« nimmt die Drückermetaphorik weiter auf und auch in »Satellite« und »Alphabet Town« ist von Adern und Armen die Rede. Adern, die zu Containern werden, sich weiten; Armen, die ins Leere greifen oder müde herabsinken – sich dem Anderen nicht öffnen können. »St. Ides Heaven« und »Good to Go« sind Psychogramme des Herumirrens, des Getriebenseins, »The White Lady Loves You More« und »The Biggest Lie« Ausdruck monumentaler Enttäuschung, Depression, der Selbstaufgabe. Wie die Scherenschnittfiguren, die auch auf dem Cover des Albums zu sehen sind, zeichnen die Songs ein gleichermaßen statisches Bild wie sie aneinandergereiht die Geschichte eines Sinkflugs andeuten.

Elliott Smith – Elliott SmithWebshop ► Vinyl 2LP »Elliott Smith« zieht es im Verlauf der zwölf Songs nach innen, nach unten, es ist von existenzialistischem Gewicht beschwert. Der Klang ist dumpf, wie betäubt, nur im letzten Song »The Biggest Lie« erhebt er sich, wird fast fröhlich. Nachdem Smith in den ersten Strophen seine Suizidgedanken skizziert (»I’m waiting for the train / The subway that only goes one way«_) und die Zeit nach seinem Ende fantasiert (_»And now I’m a crushed credit card registered to Smith«), löst das Stück mit schwerelos vorgetragenen Zeilen alles in einer Geste der Ironie auf: »Oh, I just told the biggest lie / I just told the biggest lie / The biggest lie«. Elliott Smith stirbt acht Jahre später, ein Messer tief in seine Brust getrieben. Ob es sich um einen Selbstmord oder Tod durch Einwirkung handelte, konnte nie abschließend geklärt werden.


Die Musik von Elliott Smith findest du im Webshop von HHV Records.

Dein Kommentar
1 Kommentare
15.09.2020 18:43
Marcus Metternich:
Schön recherchiert, Herr Cornils. Eine gelungene Würdigung eines einzigartigen Albums. Was mich etwas stört, ist die Reduzierung Elliott Smiths' auf einen alkohol- und drogenabhängigen Depressiven. Es gibt viele Zeitgenossen die sagten, dass ES auch fröhlich und lustig sein konnte. Und er war auch nicht zu allen Zeiten voller Alkohol und Heroin. Aber es ist natürlich richtig, dass das Thema Drogen auf diesem Album sehr präsent ist.
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