Music Essay | verfasst 15.12.2010
Krautrock
Kraut & Rüben
Das schöne Wörtchen »Krautrock« führte man in diesem Jahr wieder öfter im Munde. Was ist passiert? Nichts Wegweisendes, und doch weiß unser Autor von einigen interessante Ansätze zu berichten.
Text Markus von Schwerin
Cluster-2

Mit dem Sampler Deutsche Elektronische Musik – Experimental German Rock and Electronic Music 1972-83 stieß das auf Compilations spezialisierte Londoner Label Soul Jazz dieses Frühjahr auf großes Interesse. Die euphorische Review, die der Brit-Punk-Experte Jon Savage für den Guardian schrieb, brachte einen Blog-Dialog mit zig Ergänzungen und Korrekturen in Gang. Und immer wieder wurde der Wunsch laut, Julian Cope möge sein 1995 im Eigenverlag erschienenes Buch Krautrocksampler erneut auf den Markt bringen. Es wird kolportiert, dass der britische Psych-Druid und Free-Folk-Pionier – welcher in der Zwischenzeit auch über japanische Rockmusik und neolithische Tempel schrieb – den Aufwand einer übersehenen Neuauflage scheue. Mit den Fakten nahm es Cope nämlich nicht immer so genau und ging bei den Bandporträts lieber assoziativ zu Werke. Dennoch vermittelte er mit Verve, was ihn an der Archaik von Amon Düül I + II, der »Kosmischen Musik« von Tangerine Dream und an der Motorik von Can, Faust, Harmonia und Neu! so faszinierte und prägte. Seinen Missionsauftrag hatte er auf jeden Fall erfüllt. Und viele Begehrlichkeiten geweckt, die Mitte der 1990er Jahre noch nicht so leicht zu erfüllen waren wie heute, wo dank Labels wie Bureau B (u.a. Cluster, Moebius/Roedelius/Eno, Phantom Band, Wolfgang Riechmann), Crippled (Kamasutra, ein Soundtrack von Irmin Schmidt mit der kompletten Can-Besetzung von 1968!) , 4men with Beards (u.a. Michael Rothers Solo-Debüt Flammende Herzen, So Far von Faust mit allen Bildbeilagen!), Groenland (Neu!, Harmonia & Eno), Klangbad (die aktuellen Alben von Cluster und Faust), Lilith (u.a. Harmonias Deluxe, Tangerine Dream und jüngst die zwei letzten Can-Alben) und Wah Wah (u.a. Between, Guru Guru) sich viele Lücken in der LP-Sammlung schließen lassen. Nicht jede Band, die sich damals ein eigenes Studio aufbaute, lebte auch in einer Kommune. Selbst wenn etwa Can in ihrem »Inner Space«-Studio oft über 12 Stunden zugange waren, suchte danach jedes Mitglied seine Privatwohnung auf. (Markus von Schwerin) Damals jedoch wurden selbst einst erfolgreiche Titel (wie die ersten drei Kraftwerk-Alben und das komplette Neu!-Oeuvre) wegen ungeklärter Nutzungsrechte nicht neu aufgelegt. In diese Bresche schlugen dann Bootleg-Firmen. Sehr zum Mißfallen der Neu!-Hälfte Klaus Dinger. Um vom – durch Bands wie Stereolab, Seefeel und Mouse On Mars – wiedererwachten Interesse an Neu! wenigstens etwas zu profitieren, brachte Dinger 1996 Aufnahmen von 1985 als Neu! 4 in Japan heraus. Jedoch ohne Absprache mit Ex-Neu!-Partner Michael Rother, der diese Veröffentlichung prompt vom Markt nehmen liess. Um sie dann 2010, zwei Jahre nach Klaus Dingers Tod (und im Rahmen der erneuten Wiederveröffentlichung aller drei Neu!-Alben auf Vinyl) in eigener Editierung – nun unter dem Namen Neu ’86 – doch noch erscheinen zu lassen. So groß sind die Unterschiede zwischen beiden Versionen jedoch nicht, als dass Rothers damalige Reaktion nachzuvollziehen wäre. Auf Neu! ’86 wurden die Titel gekürzt, umbenannt (z.B. Nazionale in Intro Haydn slo-mo) und in eine andere Reihenfolge gebracht. Am stilistischen Durcheinander aus zitatgespicktem Synthie-Spaßpop in der Art von Dingers Post-Neu!-Band La Düsseldorf (Dänzing, La Bomba) und perlender, manchmal fast Ricky-King-verdächtiger Gitarrenmelodik (Crazy, Wave Mother) änderte dies wenig. Mit dem bisher unveröffentlichtem Probenausschnitt Drive (Grundfunken) brachte Rother jedoch einen Joker ins Spiel, der Neu! ’86 ungemein aufwertet. Mittels stoischem Bass, monotonem Schlagzeugbeat und dem Wechselspiel von Dingers Powerchords mit Rothers flächiger Hawaiigitarre entsteht hier eine Energie, die erkennen lässt, dass den Beteiligten schon helle war, was die ersten Neu!-Platten einst so hypnotisch machte. Dem Produzenten Conny Plank gelang es von 1972-74 , die raren (aber dann um so genialeren) Inspirationsmomente des gegensätzlichen Paars einzufangen. Doch ohne diesen Gute-Laune-Stifter (Plank war Mitte der 1980er Jahre schon schwer erkrankt) fanden Dinger und Rother nicht mehr zu einer gemeinsamen Sprache, sondern griffen auf die Muster ihrer Solo-Projekte zurück. Gemessen an Rothers synthetischer Schmusemusik zu jener Zeit mag Neu! ’86 fast wild anmuten. Doch im Vergleich zu Dingers 85er Album »Néondian«, wo dieser, zu zackigem Elektropunk, Wortkaskaden wie »Ich bin Artist/Du weißt nicht, was das ist/Denn du bist: Faschist« ergoss, ist es ziemlich zahm. Gleichwohl lohnt es sich, jene Stücke mal gehört zu haben. Und wenn es auch nur darum ist, sich die (bei der fortwährenden Neu!-Fixierung in Vergessenheit geratenen) anarchischen Qualitäten von La Düsseldorf wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Karlheinz Stockhausen La Düsseldorf, Can, Amon Düül II
Denn auch wenn es der Titel nahelegt, war es weniger »Hero« von Neu! als vielmehr das Instrumental Silver Cloud vom ersten La Düsseldorf-Album (1976), das beim Sound von David Bowies Stück Heroes Pate stand. Das Hamburger Label Bureau B hat Silver Cloud als 7inch wieder veröffentlicht, ebenso Rheinata vom zweiten Album Viva, das auch auf dem SoulJazz-Sampler enthalten ist. Die süßlich-synthetische Seite mit einer fast schon volkstümlichen Melodik (Julian Cope spricht hierbei immer von »Bavarian«) war für ein Großteil der La-Düsseldorf-Platten charakteristisch, doch vor allem bei den Gesangsstücken wie Geld lag Klaus Dinger weit vorn. Seine freie Art, zur typischen Neu!-Motorik deutsche und englische Slogans zu amalgieren nahm viel von späteren Neue-Deutsche-Welle-Hits (insbesondere Rheingold, Joachim Witt) vorweg und lässt sich heute auch noch bei den Goldenen Zitronen und Jochen Distelmeyer ausmachen. Ein klangästhetischer Aspekt, den die ansonsten liebevoll aufgemachte Soul-Jazz-Compilation leider außen vor läßt und lediglich auf den Einfluss deutscher Elektronikpioniere auf Techno-DJs wie Carl Craig verweist. Zwar mag für nicht-deutsche Linernotes-Leser die Beschreibung der politischen Atmosphäre Westdeutschlands Ende der 1960er Jahre zur Kontextbestimmung hilfreich sein. Doch die kausale Ableitung für die Entstehung solch unterschiedlicher Musik wie die von Between, Deuter und Popol Vuh (die hier als New Age-Vorläufer fungieren) , von Amon Düül II, Ash Ra Tempel und Gila (deren englisch gesungener Folkrock zwar hübsch, aber nicht sonderlich eigenständig war) oder den einstigen Kraftwerk-Weggefährten Ibliss und Kollectiv, erscheint manchmal doch etwas an den Haaren herbeigezogen. Nicht jede Band, die sich damals ein eigenes Studio aufbaute, lebte auch in einer Kommune. Selbst wenn etwa Can in ihrem »Inner Space«-Studio oft über 12 Stunden zugange waren, suchte danach jedes Mitglied seine Privatwohnung auf. Auch die Gegensätzlichkeit »Urbanität versus Landidylle«, die bei den verschwisterten Bands Neu!, Cluster, Harmonia und La Düsseldorf besonders deutlich zutage trat, hätten die Kompilatoren Adrian Self und Stuart Baker stärker herausarbeiten können. Denn dass Tangerine Dream mal »radical music« kreierten ist beim 83er Track No Man’s Land – einer Zeit, als sie bereits Tatort-Melodien schrieben – beim besten Willen nicht mehr auszumachen. Immerhin enthält Deutsche Elektronische Musik mit Conrad Schnitzlers Auf dem schwarzen Kanal (1979) eine echte (gesungene!) New-Wave-Rarität des Tape-Concert-Erfinders. Und auch wenn Filmmusik, eine freundliche Synthie-Pop-Nummer von E.M.A.K (Elektronische Musik aus Köln), sieben Jahre nach Kraftwerks Radioaktivität (1975) kaum als innovativ bezeichnet werden kann, macht sie doch Lust, die kürzlich erschienene Compilation kennenzulernen.

Harmonia Harmonia, Cluster, Neu!
Wie man dagegen auch instrumental provozieren kann, zeigten Rothers Ex-Harmonia-Kollege Dieter Moebius und der Bassist Gerd Beerbohm auf ihrem Gemeinschaftswerk Strange Music (Bureau B), das sie im September 1981 aufnahmen. Schon das Intro Subito springt einen mit seinen sirenenartigen Korg-Prophecy-Salven (zum handgespielt holprigem 4/4-Takt) gleich ins Gesicht und ist an Neu!’s explosivem Lila Engel (1973) näher dran als alles auf Neu ’86 zusammen. Im anschließenden »White House« glaubt man gegen Mitte des Stücks Ronald Reagans verzerrte Stimme zu vernehmen, doch vermag sie sich in der animalisch anmutenden Klangkulisse nicht durchzusetzen. Auch »Fortschritt« verspricht nicht zuviel, denn zu vertrackter Beatbox-Untermalung und Beerbohms gefilterten Bassläufen bringt Moebius mit einem Fanfaren-Gewitter das Heavy Listening auf die Spitze. Strange Music, indeed! Genauso herausfordernd geriet 1983 das Folgealbum Double Cut, die in »Narkose« wie durch Oropax gefilterten und dennoch übersteuert-schrillen Kinderliedmotive, erhöhen nicht gerade das Vertrauen in die Anästhesiologie. Dafür reißt einen das 22-minütige Titelstück mit seinem 4tothefloor-Beat aus allen Alpträumen. Ob diese Proto-Techno-Nummer mit seinen Cluster-typischen Überraschungseinlagen den Anforderungen heutiger Minimal-DJs entspricht? Zur Frühgymnastik funktioniert sie jedenfalls genauso gut wie viele Tracks von To Rococo Rot (dessen Bassist Stefan Schneider auch schon mit Dieter Moebius zusammenarbeitete). Nur beim morgendlichen Griff zur Doppelklinge (sic!) sollte wohl andere Musik aufgelegt werden. Vielleicht Psy Valley Hill, das 2010 eingespielte Debüt von GuruManiAx, der zu 2/3 reformierten Guru-Guru-Besetzung von 1970-73? Eher nein, denn auch da gäbe es Schnittwunden. Der Opener Drumoroto wartet zwar mit einem Zirkus-Tusch in typischer Mani-Neumeier-Manier auf, doch wenn Ax Genrichs Rockriffs von flamboyanten Feedbacks abgelöst werden, verdoppelt die Rhythmusgruppe gerne mal das Tempo. Erstaunlich, wie es den Weit-über-60-jährigen gemeinsam mit dem Belgier Guy Segers glückte, so nahtlos an den improvisierten Spacerock jener Jahre anzuknüpfen. Vor allem beim ungestümen »Voodoo Touch« zeigt das Power-Blues-Trio, was es immer noch an Bo Diddley hat. Und dem 2009 gestorbenen Ur-Guru-Guru-Bassisten Uli Trepte ist sogar ausdrücklich ein Stück gewidmet.

Ob dieser für solch ein Acid-Revival-Unternehmen zu haben gewesen wäre, wird freilich ebenso Mutmaßung bleiben, wie das Gedankenspiel, was Klaus Dinger wohl zu der Konzertreihe Hallogallo 2010 – Michael Rother + friends perform the music of Neu! gesagt hätte. Die zeigte, dass sich die einstigen Studio-Genialitäten zweier Twens Anfang der 1970er Jahre dann drei Dekaden später selbst mit ergebenen Fans (hinterm Schlagzeug saß Sonic Youth’s Steve Shelley) nicht so einfach reproduzieren lassen. Zwar waren bei den im Dunkeln dargebotenen Klanggewittern immerhin Rothers Solostück »Silberstreif« und Harmonias Deluxe (Immer wieder) auszumachen. Doch gerade bei letzterem Stück haben sich in den letzten Jahren zeitgenössische amerikanische Acts wie Black Neon und die Secret Machines als die besseren Interpreten erwiesen. Denn obwohl das Harmonia-Debüt von 1973 mit der glänzenden Spülmittelfalsche das poppigere Cover hatte und sich in Stücken wie »Sehr kosmisch« und »Veterano« der Improvisationscharakter jener frühen Scheunen-Sessions der Herren Moebius + Roedelius (= Cluster) und Rother deutlicher widerspiegelt, sind es inzwischen die sechs komponierten Songs des Zweitwerks »Deluxe« (1975), welche dafür sorgen, dass Deluxe heute unter den wegweisenden 1970er-Jahre-Popalben aus Deutschland international denselben Status genießt wie die erste Neu! und Kraftwerks »Autobahn«. Die Reimerei im Titelstück und in der völlig anders umgesetzten Reprise »Monza« (»Immer wieder rauf und runter/Einmal drauf und einmal drunter/Immer wieder hin und her/Kreuz und quer mal leicht mal schwer«) war zwar seinerzeit nicht so erfolgsgekrönt wie »Wir fahr’n, fahr’n, fahr’n…«, doch bleibt sie als sinnlich-philosophische Betrachtung des notorischen Auf und Abs in der deutschen Musiklandschaft unübertroffen!

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Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.