Art Kolumne | verfasst 30.03.2011
Yaneqdoten
Venga, venga, motherfuckers!
Yaneq reist mit einem Kumpel nach Gran Canaria und findet dort wie zufällig Belege für die bereits von seinem Geschichtslehrer gehegte Binsenweisheit: In der Stadt sind die Menschen freundlich und nett, auf dem Lande bösartig und gemein!
Text Jan Kage , Fotos Klub7
989-yaneqdoten1maerz2011-www.hhv-mag.com

Eigentlich war ich vorgewarnt. Mein Geschichtslehrer hat uns früher in der Schule eingebläut: In der Stadt sind die Menschen freundlich und nett, auf dem Lande bösartig und gemein! Was natürlich daran liegt, dass der Stadtmensch Kultur hat.
Nun muss der Stadtmensch aber ab und zu die Stadt zwecks Erholung verlassen, sonst dreht er durch oder zehrt sich auf. Hier ne Party, da ein Fest, guck doch mal die Vernissage dort an und morgen hat Peter Geburtstag. Alles Veranstaltungen die an sich haben, dass man sie nicht nüchtern verlässt. Die Spirale dreht immer schneller und wenn man ihr Ende erreicht, wird man zum Urlauben herausgeschleudert. Der Städter braucht die Sommerfrische und der Berliner, mit den langen grauen Wintern, braucht sie schon im Februar.
So flog ich in eine Gegend der Welt, wo es absolut keine Kultur gibt. Nichts, niente! Nur Vulkanstein, Strand und Menschen, die von der neuen Tyler the Creator-Platte ebenso wenig wissen, wie von Banksys Film und die mit beiden, wenn sie sie denn kennen würden, auch nichts anzufangen wüssten. Ideal, um die nervöse Überspanntheit abzuschütteln und sich ein wenig auszuruhen.
Gran Canaria, am äußersten Rande der EU, bietet mit seinen Hotelburgen für dicke, deutsche Rentner und dicke, deutsche Schwule im Süden der Insel und seiner schlichten Bebauung im Westen und Norden, wo die etwas herbe lokale Bevölkerung lebt, nicht viel Ablenkung. Ideale Vorraussetzungen, um ein dickes Buch zu lesen zu dem man sonst nicht kommt (Jonathan Franzen), Frisbee am Strand unter der Einflugschneise des Flughafens zu spielen und zu schnorcheln.
Wenn man so gut und erholsam lebt, schüttet der Körper Hormone aus, deren Wirkung man fast vergessen hatte. Hormone der Unruhe, der Unternehmungslust, Hormone, die dich aus dem Haus treiben, Frauen suchen, Einen trinken lassen gehen. Kurz: irgendwann fällt die Decke auf den Kopf.
Mein Kumpel Beduine (Name wohlweislich geändert), ein gefeierter Street Artist und DJ, war zum vierten Mal in diesem Winterquartier. Wir kochten jeden Abend Fisch, tranken Wein, ich verzichtete auf Gras und fing dafür wieder das Rauchen an und ging einmal die Woche joggen. Aber wenn man so gut und erholsam lebt, schüttet der Körper Hormone aus, deren Wirkung man fast vergessen hatte. Hormone der Unruhe, der Unternehmungslust, Hormone, die dich aus dem Haus treiben, Frauen suchen, Einen trinken lassen gehen. Kurz: irgendwann fällt die Decke auf den Kopf. Da hilft nur Action und Furore. Also ab in den Süden der Insel, zu den bronzefarbenen Rentnern und den nackten Schwulen am Strand, auf nach Playa del Ingles, wo die Plattenbauten nach Antalya oder Palmas de Mallorca aussehen, wo die Swingerclubs in zugepissten Ladenpassagen zum beischlafen laden und wo man hinterm Tresen deutsch spricht. Ab in die Fußballkneipe.
Beduines fränkischer Heimatclub spielte am Abend (und gewann). Und so saßen wir da, eine Kölschstange vor uns, die Ich-kiffe-nicht-mehr-Kippe im Gesicht und kamen mit dem Rentnerpaar aus Wanne-Eickel ins Gespräch. Lucky us, denn der freundliche Mann mit dem grauen Schnauzer entpuppte sich als mehrmaliger Skat-Weltmeister! Wann lernt man so einen denn mal kennen? Ist Skatweltmeister eine Einzel- oder Teamkategorie? In wie vielen Ländern wurde überhaupt Skat gespielt? Spielt man das denn überhaupt noch? Seid ihr dann auch Kegler? (»Ja, aber nur Hobby.«) Fragen über Fragen, die dazu führten, dass wir unser gesamtes Budget in Kölsch und Wodka investierten und den letzten Bus zurück verpassten.

Die Dorfjugend im Bum-Bum Auto
Wir mussten einen Umweg fahren und dann eine dreiviertel Stunde zu Fuß an der Landstraße langlaufen, Bierdose in der einen Hand und den Daumen der anderen freundlich in die Luft gestreckt, wenn ein Auto an uns vorbeifuhr. Aber wer nimmt nachts um 2 schon zwei lange Kerls auf der Landstraße mit? Eben.
Bis irgendwann dieser rote Kleinwagen aus dem es weithin vernehmlich Bumm-Bumm-Bumm schallte um die Ecke bog, seine Insasse laut johlend und zur Hälfte aus dem Fenster lehnend. »Oh, die Technojugend«, sagte ich zu Beduine und hielt wieder die Tramperhand in den Wind, voller Freude über einen Ride und – wie es sich anhörte – eine Afterparty. Das Auto wurde langsamer, der Beifahrer johlte. Ich johlte auch, Kölsch im Blut. »Da simmer dabei!« Doch ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Beziehungsweise: Ohne die aufgeputschte, aus dem Autofenster hängende Dorfjugend. Der Beifahrer johlte, schwang eine Flasche und spritzte uns im Vorbeifahren nass.
Nun, ich bin von Haus aus nicht der begabteste Schläger und von meiner Philosophie her eher auf Ausgleich und Versöhnung bedacht, aber genug ist genug.
Kurzer Schreck, besser: Moment des ungläubigen Staunens, dann riefen wir hinterher: »Vemos, venga, venga, you fucking assholes«, oder ähnlich international verständliches. Und sie kamen tatsächlich vier Minuten später zurück, diesmal in der anderen Richtung und verspotteten uns im Vorbeifahren. Wir also wieder: »Venga, motherfuckers! Come here.«
Nun, ich bin von Haus aus nicht der begabteste Schläger und von meiner Philosophie her eher auf Ausgleich und Versöhnung bedacht, aber genug ist genug: Vier gegen Zwei, Autofahrer gegen Fußgänger – wir waren in einer moralisch eindeutigen David gegen Goliath Situation und dazu kommt: Wenn sie einmal an uns vorbeigefahren wären und der Beifahrer alleine Quatsch gemacht hätte, wäre es ja okay gewesen. Können die anderen im Auto ja nichts für. Aber die gelangweilte, aufgeputschte Dorfjugend hatte umgedreht, um die einsamen, abgebrannten Landstreicher zu verspotten! Fucking Rednecks. Sie wollten es nicht anders.
Wir nahmen uns jeder einen Stein, einen guten, festen Stein, der in die Hand passt und den man Schleudern kann. Biblisch. Wir gingen weiter, gingen ein bißchen auseinander, Beduine zwanzig Meter vor mir. In der einen Hand die Strandtasche mit der Frisbee und dem dicken Buch und in der anderen Hand den Stein. Und dann kamen sie wieder um Kurve, Bumm-Bumm-Bumm machte der David Guetta Kirmestechno. Der Beifahrer hing wieder raus, schwang seinen Wasserflaschenarm und spritzte wieder. Ich hob meinen Stein und wollte ihn hinterher pfeffern, aber dachte gleichzeitig, der ist schon zu weit, also rief ich »Die Wichser« und in diesem Moment waren sie genau auf Beduines Höhe. Er schmiss seinen Brocken ins hintere Seitenfenster. Vielmehr durch das Fensterglas und dann wurden die Sekunden lang.

Komm, wir botten
Ich schloss auf, wir standen und guckten, wie der Wagen erst unvermindert weiterfuhr und erst nach 40, 50 Metern Fahrt die Bremslichter aufleuchten ließ. Sie leuchteten lange. Wir standen da am Straßenrand, die Straße gelb beschienen, ein paar einfache Landhäuser rechts und links so Mauern aus grob gehauenem Stein – hinten, unter einer Laterne, der kleine Bumm-Bumm-Wagen mit den roten Bremslichtern. Wie im Western: Showdown.
Beim kleinen, roten Wagen erloschen die Bremslichter, dafür schien der Fahrer den Rückwärtsgang eingelegt zu haben, es leuchtete jetzt weiß. »Komm, wir botten«, rief Beduine und war schon in diesem Feldweg zwischen den zwei Mauern links verschwunden. Ich hinterher, die Strandtasche am Arm, meinen Stein noch in der Hand. Beduine kamen jetzt seine jahrelangen Street Art- und Grafitti-Erfahrungen zu Gute, ein Satz und er war über die zwei Meter Mauer. Ich, dessen sportliches Selbstbewusstsein nie das größte war, warf meine Tasche rüber und rief vorsorglich »hilf mir hoch«, schaffte es dann aber doch alleine. Beduine suchte den Boden ab: »Wir brauchen Stecken«, er fiel direkt ins Fränkische, obwohl er sonst immer Hochdeutsch sprach. »Das ist ein geiler Stecken, Yaneq.« Ich prüfte ihn. Es waren noch Nägel drin.Das Gefühl, sich von den Bauern nicht verarscht haben zu lassen, sondern ihnen einen mitgegeben zu haben, diesen bösartigen und gemeinen Landmenschen, die immer wieder zu uns zurückkamen, um sich ihre bäuerliche Langeweile zu vertreiben, in dem sie uns noch mal und noch mal verspotten, das war schon ein gutes Gefühl.
Wir hatten aus unserem Versteck gute Sicht auf die Landstraße. Der kleine, rote Wagen fuhr auf und ab. Dreimal, viermal, sie suchten uns. Wie gesagt: Ich bin nicht der beste Schläger. Was vor allem daran liegt, dass ich nur schwer die nötige Wut aufbringe. Ich habe mir angewöhnt arrogant über der Situation zu thronen. Du musst mir schon nen Nazi hinstellen; aber vier besoffene Bauern? Andererseits: Auf diskutieren sind die jetzt auch nicht mehr aus. Im Kopf spielte ich es durch: Einen kannst du mit dem »Stecken« strecken und die anderen hoffentlich erschrecken. Danach ist alles offen. Sie sahen uns nicht.
Nach acht oder zehn Minuten gingen wir weiter. Wir waren schon am Stadtrand. Immer wenn wir ein Auto hörten versteckten wir uns in einem Eingang. Den Stecken in der einen, die Tasche mit dem Buch in der anderen Hand. Beduine zeigte mir noch, wie man am unauffälligsten in einer Allee läuft: Dicht an den Bäumen, und dann waren wir wieder zu Hause bei den zwei Surferjungs, bei denen wir uns eingemietet hatten.
Man kann natürlich den Standpunkt vertreten, wir hätten übertrieben reagiert: Ein Stein gegen ein paar Wasserspritzer! Und ich habe den Gedanken selbst von links nach rechts gewältzt. Aber das Gefühl, sich von den Bauern nicht verarscht haben zu lassen, sondern ihnen einen mitgegeben zu haben, diesen bösartigen und gemeinen Landmenschen, die immer wieder zu uns zurückkamen, um sich ihre bäuerliche Langeweile zu vertreiben, in dem sie uns noch mal und noch mal verspotten, das war schon ein gutes Gefühl. Don’t fuck with Berlin City!
Und mit diesem guten Gefühl bin ich dann zurück nach Hause, zu den guten Menschen in den Clubs und auf den Partys, den Künstlern auf ihren Eröffnungen, den Konzerten und all den schönen Frauen. Und aus dieser schönen, friedlichen, urbanen Welt werd ich hier berichten, in dieser Kolumne.

Yaneq verstrickt sich in eine heiße Diskussion mit einem Stuttgarter über den Umbau des Bahnhofs der süddeutschen Metropole. Die Lage spitzt sich zu, im Hintergrund läuft Work It Out von Jurassic 5 und Yaneq fragt ganz lapidar: »Waaas?!« Es ist der zweite Teil einer Kolumne, die monatlich über die guten Menschen in den Clubs und auf den Partys, den Künstlern auf ihren Eröffnungen und all den schönen Frauen aus dieser friedlichen, urbanen Welt berichtet.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Art Kolumne | verfasst 04.05.2011
Yaneqdoten
»Waaas?!«
Yaneq verstrickt sich in eine heiße Diskussion mit einem Stuttgarter über den Umbau des Bahnhofs der süddeutschen Metropole. Die Lage spitzt sich zu, im Hintergrund läuft Work It Out von Jurassic 5 und Yaneq fragt ganz lapidar: »Waaas?!«
Art Kolumne | verfasst 06.06.2011
Yaneqdoten
Learn the rules, kid!
Yaneq gerät in eine verbale Auseinandersetzung mit einem französischen Plakatkleber über bestimmte Regeln im Plakatkleberbusiness, die es einzuhalten gilt. Doch was hat Frau Reich, Schaffnerin der Deutschen Bahn damit zu tun?
Art Kolumne | verfasst 29.06.2011
Yaneqdoten
SSSSt!
Yaneq erzählt von den Gepflogenheiten und wenig geschäftsfördernden Gebaren Kreuzberger Grasdealer und über einen Gast aus Baltimore, der zum ersten Mal außerhalb der USA weilt und sich mitunter in der Zeit zurückversetzt fühlt.
Art Kolumne | verfasst 25.08.2011
Yaneqdoten
Wireless Lan
Yaneq erzählt einen Witz und darüber, wie er diesen Witz erzählt und gibt ganz nebenbei Einblicke in sein kleines Repertoire an Witzen und in seine Versuche als Statist beim Film Fuß zu fassen.
Art Kolumne | verfasst 11.10.2011
Yaneqdoten
Aufbau West!
Yaneq hat Probleme mit der Ost-Berliner Polizei und stolpert darüber in ein anekdotenreiches Sinnieren über das deutsche-deutsche Verhältnis zweiundzwanzig Jahre nach dem Mauerfall.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.