Music Interview | verfasst 31.10.2011
MED
»Keine langen Unterbrechungen mehr«
Anlässlich seines neuen Albums Classic plaudert M.E.D. ein wenig aus dem Nähkästchen, erzählt von den frühen Tagen in Oxnard, über Stones Throw und Madlib, sowie seine Kollaboration mit Odd Future’s Hodgy Beats.
Text Stefan Zehentmeier , Fotos Eric Coleman
3005-med20111-www.hhv-mag.com

M.E.D. ist ein Urgestein im Stones-Throw-Kollektiv. Aufgewachsen im beschaulichen Oxnard, Kalifornien, jenem sagenumwobenen Städchten, dem einfach ein Hauch zu viel musikalisches Talent entsprungen ist, war es für Medaphoar nur eine Frage der Zeit bis er an der Seite von Madlib, Oh No und dem gesamten Lootpack-Umfeld Independent Hip Hop neu definieren sollte. Nach seinem gefeierten und dennoch späten Debüt Push Comes To Shove im Jahre 2005, folgt diese Tage nun sein wohl von vielen sehnsüchtig erwartetes Album Classic.

Was war eigentlich dein aller erster Release?
M.E.D.: Ich war das erste Mal auf einer Platte zu hören als ich 15 oder 16 Jahre alt war. Sie erschien damals auf Crate Diggas Palace Record, dem Label von Madlibs und Oh Nos Vater. Wir kennen uns als schon über 16 Jahre.

Wie sah denn die Hip Hop-Szene von Oxnard damals aus?
M.E.D.: Es hat dort immer eine HipHop-Szene gegeben, aber ich denke, dass unsere Crew, die CDP Crew, also Lootpack und all diese Leute, die Szene auf ein globales Level brachten. Heute wissen Leute auf der ganzen Welt, wo Oxnard liegt. Unsere Generation hat einfach Musik gemacht, ist gewachsen, hat sich auch im Geschäftlichen weiterentwickelt und ist dann größtenteils weggezogen. Oxnard ist ein schöner Ort zum Leben, aber im Grunde macht es für jeden mehr Sinn nach Los Angeles zu ziehen. Trotzdem leben u.a. Oh No, Wildchild und DJ Romes noch hier.

Kannst du erklären, wieso deine Zusammenarbeit mit Stones Throw so lange erfolgreich war?
M.E.D.: Ich muss eines sagen: Hätte ich eine andere Haltung, wären wohl einige Dinge in meiner Karriere auch besser gelaufen. Für mich ist es dope auf Stones Throw zu sein, einfach weil ich Peanut Butter Wolf schon so lange kenne auch viele persönliche Dinge über ihn weiß. Ich arbeite mit ihm seit 1998 zusammen, als er damals Lootpack signte. Viele Künstler haben Unstimmigkeiten mit ihren Labels, aber Stones Throw und ich konnte unsere Probleme immer ausdiskutieren.

»Ich muss eines sagen: Hätte ich eine andere Haltung, wären wohl einige Dinge in meiner Karriere auch besser gelaufen.« (M.E.D.) Kannst du die Haltung, die du angesprochen hast, näher erläutern?
M.E.D.: Ich war schon immer eher ein Studiohead, wollte einfach nur Musik machen. Also nahm ich viel auf und saß herum und wartete darauf, dass Peanut Butter Wolf sich einen meiner Songs aussuchte und ihn veröffentlichte. Was oft genug einfach nicht passiert ist, denn er ist Inhaber eines Independent Labels mit vielen verschiedenen Künstlern. Ich glaube, wenn ich eingebildeter gewesen wäre, hätte ich Stones Throw wahrscheinlich verlassen. Zugleich denke ich, dass ich etwas zu entspannt war und dass dies auch der Grund war, weshalb es bei einigen Projekten so lange dauerte bis sie erschienen. Aber ich bin glücklich damit, wo ich heute stehe. Es wird keine langen Unterbrechungen zwischen meinen Releases mehr geben. Ich werde ein neues Bang Your Head veröffentlichen, ich arbeite an einem gemeinsamen Album mit Blu, auch mit Madlib und ich haben ein gemeinsames Medicine Show-Album. Ein Album mit Georgia Anne Muldrow ist auch noch ausstehend.

Lass uns über deine Zusammenarbeit mit Madlib sprechen. Jeder hat diese Geschichte gehört, als Strong Arm Steady ihr Album releasten: Madlib verteilt seine Beats auf Floppy Disks und benutzt nicht das Internet. Wie war eure Zusammenarbeit für Classic?
M.E.D.: Als ich begann mit Madlib zu arbeiten, war ich einfach nur ein lokaler Rapper, der Beats brauchte. Wir trafen uns also im Haus seines Vaters und waren von da an immer zusammen im Studio. Heute kann man Otis aber keinen Vorwurf machen, wenn er mit Strong Arm Steady, M.E.D. oder Blackstar nicht ins Studio geht. Man muss einfach sehen, dass er dieses Jahr zwölf Alben veröffentlicht hat. Ich kann aber bestätigen, dass er Floppy Disks verteilt, man sich seine Beats aussucht und dann durch seine Kanäle versucht herauszufinden, wer welchen Beat bekommen hat. Zum Glück hänge ich von allen wohl am meisten mit Madlib ab, deshalb kann ich auch viel persönlich mit ihm sprechen.

Ein weiteres Feature auf deinem Album ist Hodgy Beats von Odd Future. Wie kam das zustande? Hattet ihr bereits vor ihrem großen Hype Kontakt?
M.E.D.: Odd Future waren im Büro von Stones Throw gewesen, Hodgy Beats und Leftbrain sind einfach Fans des Stones-Throw-Sounds. Wolf hatte schließlich die Idee Hogdy auf mein Album zu nehmen. Er ist sehr lyrisch und Odd Future gehört definitiv die Zukunft. Es sind einfach viele junge Künstler in der Crew und damit auch sehr viel Talent.

Hast du mitbekommen ob Peanut Butter Wolf Pläne hatte, die Crew bei Stones Throw zu signen?
M.E.D.: Nein, ich denke nicht. Odd Future sind gerade in einer ausgesprochen guten Situation. Sie haben Deals verschiedener Majors abgelehnt und ich persönlich denke nicht, dass sie bei Stones Throw unterschreiben sollten. Sie haben gerade so ein starkes Movement erschaffen, dass es ihnen gelingen sollte, ihre Karrieren in die eigenen Hände zu nehmen und ihre Musik über ihr eigenes Label zu veröffentlichen.

Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 29.06.2019
Records Revisited
Lootpack – Soundpieces: Da Antidote! (1999)
Der erste Wurf: »Soundpieces: Da Antidote!« hob das noch junge Westküsten-Label Stones Throw vom Kreis der Auskenner in den Kult-Olymp. Jetzt wird der Underground-Klassiker 20 Jahre alt.
Music Bericht | verfasst 25.01.2012
Guilty Simpson und M.E.D.
Live am 18.1. im Cassiopeia in Berlin
Stones Throw hat sich mittlerweile eine ansehnliche, globale Fanbase erarbeitet. Die Live-Show der Aushängeschilder Guilty Simpson und M.E.D bekräfitge einmal mehr die Ausnahmestellung des kleinen Indie-Labels aus Kalifornien.
Music Review | verfasst 04.12.2012
Georgia Anne Muldrow & DJ Romes
The Blackhouse
Zusammengehalten wird dieses elektronische Gebilde von einem Dach aus Funkund mitreißenden Drums mit einem Schornstein aus Consciousness.
Music Review | verfasst 26.11.2015
MED, Blu & Madlib
Bad Neighbor
Auf »Bad Neighbor« kommen nicht nur MED, Blu und Madlib zusammen. Das Klassentreffen wird noch ergänzt durch MF Doom, Oh No oder Aloe Blacc.
Music Review | verfasst 19.03.2018
MED & Guilty Simpson
Loyality EP
MED & Guilty Simpson sind schon länger Waffenbrüder am Mic. Nun finden sie wieder zusammen: Auf der gemeinsamen »Loaylity« EP.
Music Review | verfasst 14.08.2007
Oh No
Dr. No's Oxperiment
Madlib mag der Wahnsinnigere sein, nahe an der Genialität bewegt sich aber auch Oh No auf diesem Album permanent.
Music Review | verfasst 26.08.2007
Madlib
Beatkonducta Vol. 3 & 4
Was man ungefähr erwarten kann, wenn sich Madlib in Indien austobt ist Straight outta Ghanges. Groß, wie immer.
Music Review | verfasst 01.12.2011
M.E.D.
Classic
Medaphoar ist in der Vergangenheit v.a. durch seine Gastauftritte bei anderen Künstlern aufgefallen. Nun ist sein Solodebüt erschienen.
Music Review | verfasst 09.01.2012
Madlib
Medicine Show Volume 12 & 13 - Filthy Ass Remixes
Madlib setzt mit Medicine Show 12+13 Filthy Ass Remixes vorerst einen Schlusstrich unter die kontrovers diskutierte Reihe.
Music Review | verfasst 06.06.2010
Guilty Simpson & Madlib
OJ Simpson
Madlib-Fans haben ihren Spaß an kollagenhafter Beatbastelei, dem Rest bleibt Simpsons »straight-from-the-gutter« Rapstil vorbehalten.
Music Review | verfasst 21.03.2012
Quakers
Quakers
35 Leute sind involviert in dieses Projekt um Geoff Barrow und 7STU7 aus dem Portishead-Umfeld und Producer Katalyst.
Music Review | verfasst 31.05.2012
Homeboy Sandman
Chimera EP
Homeboy Sandman bringt seine zweite Veröffentlichung über Stones Throw – wieder überzeugend und wieder leider nur eine EP – aber immerhin.
Music Review | verfasst 13.06.2012
Oh No
Ohnomite
Oh No durfte in den Archiven von Rudy Ray Moore kramen und veröffentlicht auf dieser Basis ein mit hochkarätigen Gästen bespicktes Album.
Music Review | verfasst 14.06.2012
Bruce Haack
Bruce Haack Remixes
Eine überfällige Würdigung eines Pioniers der elektronischen Musik kommt in Form dieser Remix-Zusammenstellung aus dem Hause Stones Throw.
Music Review | verfasst 19.07.2012
Dave Dub
The Treatment
Mit Dave Dub besinnt sich Stones Throw wieder mehr der guten alten Tante Hip Hop und lässt Erinnerungen an die Neunziger aufleben.
Music Review | verfasst 29.08.2012
Strong Arm Steady & Statik Selektah
Stereotype
Strong Arm Steady zum zweiten Mal über Stones Throw – doch dieses Mal komplett anders. Immerhin ist auch Statik Selektah mit dabei.
Music Review | verfasst 25.09.2012
Homeboy Sandman
First Of A Living Breed
Stoppelhopser dieser Welt, ihr könnt weiter um Amber Rose buhlen. Homeboy Sandman lässt sich davon nicht beirren.
Music Review | verfasst 31.10.2012
Karriem Riggins
Alone Together
Instrumentaler HipHop, Stones Throw – das weckt Assoziationen, die sich auf Karriem Riggins’ Platte bestätigen.
Music Review | verfasst 26.06.2013
Quasimoto
Yessir, Whatever
Zwölf rare oder sogar unveröffentlichte Tracks aus den letzten 12 Jahren lassen Quasimoto, den »bad character« von Madlib wieder aufleben.
Music Review | verfasst 30.08.2013
Homeboy Sandman
All That I Hold Dear EP
Die »All That I Hold Dear EP« ist nicht das schlechteste, leider aber das unauffälligste Release aus einer Reihe exzellenter EPs.
Music Review | verfasst 02.10.2013
Jonwayne
Rap Album One
Jonwayne scheint nun nach einigen Beattapes bereit, sich auch am Mikrofon einen Namen zu machen.
Music Review | verfasst 24.01.2014
Step Brothers (Alchemist & Evidence)
Lord Steppington
Evidence macht gemeinsame Sache mit Alchemist. Und das seit seiner Kindheit. Nun erscheint von ihnen »Lord Steppington«.
Music Review | verfasst 17.01.2014
Madlib
Rock Konducta Part 1
Auf »Rock Konducta Part 1« versammelt der Loop Digga Madlib seine besten Beats seit langem.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.