Music Liste | verfasst 27.05.2014
Figub Brazlevič
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Producertalent Figub Brazlevič dieser Aufgabe an.
Text Anna Gyapjas , Fotos Anthony Kurtz / @ Showdown Records
Figub_brazlevic_4_by_anthonykurtz.com

Wer Raplegende Masta Ace als Anchorman für ein Snippet – ein Snippet! – eines Sideprojekts gewinnt, der scheint so ziemlich alles richtig zu machen. Beatschmied Figub Brazlevič zog am Anfang seiner bis dato fünf Jahre währenden Musikerlaufbahn sogar nach Zürich und Wien, um seinem vom Sound der Goldenen Neunziger geprägten Stil treu zu bleiben. Dort fanden seine Jazz-, Funk- und Soul-inspirierten Hip Hop-Beats den Anklang, der zuvor in Deutschland ausgeblieben war. Genug Anklang, um zur Selbstvergewisserung des jungen Talents, der Gewahrwerdung der eigenen musikalischen Ambitionen zu gereichen und mit diesem ersten Erfolg – und Kontakten – in der Tasche den Umzug nach Berlin zu wagen. Mittlerweile kann Figub Brazlevič´ neben Kollaborationen mit Straßenrappern wie Schwesta Ewa, Celo & Abdi auch Produktionen für amerikanischen Untergroundrapper wie Dynasty, Gavlyn, Dillon Cooper und Reverie zu verbuchen. Den zeitlosen Sound, den man ihm nachsagt und auch auf dem diese Woche erscheinenden Remix-Album »Ersatzverkehr« hören wird, sowie seine Offenheit für andere musikalische Einflüsse pflegt und entwickelt Brazlevič vielerorts: in Beatkollektiven wie Oldschool Future Tribe, bei MoonTroop (eine MC-Beatmaker-Verbindung, die sich selbst mit space music taggt) sowie als Produzent der Gruppe Man of Booom. Seine Wurzeln vergisst der in Berlin-Moabit sesshaft gewordene Beatschmied dabei nie – wie auch seine 10 Favourites zeigen.

Kirk - Makin Moves (cover) 1 – »Crazy Wild« by Kirk
taken from the album »Makin’ Moves«, Atlantic 1994
Figub: Dieser Beat und diese Power in diesem Song… wenn der Bass einsetzt, ist alles vorbei. Mark Spark ist einer meiner Lieblingsproduzenten. Ich habe das Album von meiner ersten Freundin bekommen, die das damals von ihrer Cousine bekam. Das Album hat einen erheblichen Einfluss auf die Energie meiner Songs. »…cause this is the type of shit that niggaz pump in their ride…« . Das ganze Album kann man komplett durchhören ohne skippen zu wollen.

Dred Scott - Check The Vibes (cover) 2 – »Check The Vibe« by Dred Scott
taken from the album »Breakin’ Combs«, Tuff Break Records 1994
Find it at hhv.de: 12-inch
*Figub:
»Check my vibe, I check that vibe« – Übersmooth und einer der fettesten Produktionen mit einer R’n’B/Jazz?-Sängerin. Auch dieses Album kann man sich durchgehend anhören. Dred Scott hat sich selbst produziert, was dieses Album noch um Längen stärker macht, als es sowieso schon ist. That’s my flava! Jazzy & funky. 1994 war ein unglaubliches Jahr für Beats jenseits der 90-BPM-Grenze. Inhaltlich auch sehr ansprechend, was damals bei amerikanischen Produktionen auch nicht immer der Fall war. Top LP! 100 Sterne und 200 Kronen! Nutin’ Ta Loose!

O.C. - Word... Life cover) 3 – »O-Zone« by O.C.
taken from the album »Word… Life«, Wild Pitch Records 1994
Find it at hhv.de: CD
*Figub:
O.C. ist für mich der Master Of Ceremony oder Mic Checker N°1. Seine Art zu reimen und zu spitten ist genau das was ich will/ suche/ liebe. Auch heute noch kickt der Typ dope shit! Er hatte zu der Zeit die besten Produzenten (Buckwild, Pete Rock, Lord Finesse, DJ Premier…) und war in einer der besten Crews aller Zeiten: D.I.T.C.. Ich glaube, er ist der meistgescratchte Rapper, der Song »Time’s Up« wurde unzählig oft unter die Nadel genommen. Könnte ich ewig hören! Der Typ hat Rap verstanden.

Black Moon - How Many MCs (cover) 4 – »How Many Emcee’s (Must Get Dissed)« by Black Moon
taken from the album »Enta Da Stage«, Wreck Records 1993
Find it at hhv.de: 12-inch
*Figub:
BUCKSHOT! Neben O.C. der andere beste Rapper still alive. Ich finde alles von dem Typ richtig gut!
Ich bin Hardcore Hip Hop-Fan und der Typ ist Hardcore! »Booyaka, watch ya back!«. Black Moon geht auch auf jeder Party gut. Fly shit! Ich werde mir Buckshot auch noch eines Tages krallen, haha! »I get on my skateboard and do a mothafokin driveby!«.

Reflection Eternal - The Blast (cover) 5 – »The Blast« by Reflection Eternal
taken from the album »Train Of Thought«, Rawkus 2000
Find it at hhv.de: 12-inch
*Figub:
»Hi, this is Nelson Mandela speaking live from Johannesburg, South Afrika«. Lennox Lewis und Gil Scott-Heron auch mit von der Partie. Dieses Album ist ein Meisterwek. DJ HiTek hat damals einen neuen Standard an Produktionen geliefert. Auch der Song »1999« von Common ist so ein Teil. Relax and listen!

Pete Rock & Deda - The Original Baby Pa (cover) 6 – »Can’t Wait« by Pete Rock & Deda
taken from the album »The Original Baby Pa«, Elektra 1996
Figub: Das ist mein Lieblingsalbum von Pete Rock. Ich finde seine Produktionen extrem raw und ziemlich schwer, er benutzte viel Jazzsamples – genau mein Ding! Deda rappt extrem gut und auch sein Inhalt ist nicht zu unterschätzen. Auf jedem Song sind Cuts zu finden, allesamt von Pete himself. Wer es nicht kennt, sollte es sich schleunigst besorgen! Ich finde auf diesem Album fast immer etwas, was ich scratchen kann.

Fugees - The Score (cover) 7 – »FuGeeLa« by The Fugees
taken from the album »The Score«, Columbia 1996
Find it at hhv.de: LP, 2LP
*Figub:
Scheiße. Das war mein Einstieg! Ich hörte schon etwas Hip Hop und kannte Snoop Dog, Dre, Waren G, Cypress Hill & WuTang. Das lief rauf und runter im TV. Wie fett das damals war. Ich ziehe mir gerade das Video dazu rein – unglaublich. Zeitgleich hatte mein Kumpel das Rampage Album (Rampage) und da war der Song »Flipmode iz da squad« drauf. Diese zwei Brecher gab ich mir ständig. 100 Prozent Figub Shit! »The Score« ist ein super Album und extrem zeitlos.

Busta Rhymes - Woo Ha! Got Ya All in Check (cover) 8 – »Whoo Hah!! Got You All In Check« by Busta Rhymes
taken from the album »The Coming«, Elektra 1996
Figub: The Dragon.? Er war definitiv ein Grund für mich das Hip Hop-Ding ernst zu nehmen, auch wenn er alles andere als Ernst wirkte. Aber dem Typ zu zu hören war ein Hörorgasmus. Was für eine Energie!! Auch die Produzenten, die er über all die Jahre hatte, und der unglaubliche Output machen ihn zu einer lebendigen Ikone. Selbst seine Clubsachen und modernere Songs waren nie eine Hürde für den Kerl. Unglaublich. Auf jedem Album ein Jay Dee-Beat. Nuff said.

Cypress Hill - Illusions (cover) 9 – »Illusions« by Cypress Hill
taken from the album »Temple Of Boom«, Ruffhouse Records/ Columbia 1995
Find it at hhv.de: 2LP
*Figub:
Die ersten Hausparties und das erste mal Küssen und so. Und dazu »Temple Of Boom« hören. Yeah! Übertriebenes Album. Jeder Song eine Granate. 6 Feet Deep. Gangstashit. Die waren Jahre später auf dem Southside Festival (bei Tuttlingen, wo ich herkomme) und haben übertrieben abgerissen! Smoke that shit!

Naughty by Nature - Hip Hop Hooray (cover) 10 – »Hip Hop Hooray« by Naughty By Nature
*taken from the maxi »Hip Hop Hooray«, Tommy Boy Records 1993

Find it at hhv.de: 12-inch
*Figub:
Das war so ziemlich mein allererster Hip Hop-Kontakt, bevor ich Hip Hop selbst machte oder auch nur daran dachte. Es war auch meine erst dritte CD (Maxi) in meinem Leben. Ich selbst hatte keinen CD-Spieler, aber ein Freund in der Strasse hatte einen PC mit Single Speed-Laufwerk. Da habe ich mir das dann hin und wieder anhören können über PC-Quäker. Uff. Die CD besitze ich nach wie vor. Ich sah es zufällig im TV und glaube sogar, das ich mir die geklaut habe. Sorry Ma’.

Die Musik von Figub Brazlevič findest du auf hhv.de.
Dein Kommentar
1 Kommentare
27.05.2014 20:18
lennhart:
BTW: auf dem Reflection Eternal Album, der Nelson Mandela Sprecher ist Dave Chappelle ;-)
― antworten
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 04.06.2014
Figub Brazlevič
Ersatzverkehr
Figub Brazlevič remixt auf »Ersatzverkehr« 24 Acts unterschiedlichster Familienstämme zu einer weiterhin überragenden Kesseldrum-Symbiose.
Music Review | verfasst 06.10.2016
MC Rene
Khazraje
Inspiriert von seiner marokkanischen Heimat veröffentlicht MC Rene mit »Khazraje« sein erstes Album seit zehn Jahren.
Music Review | verfasst 13.02.2014
Mortis
Der Goldene Käfig EP
Kein großer Traum – dafür alle Freiheit. Mortis liefert mit »Der Goldene Käfig« eine EP, mit der er richtig großen Sport abliefert.
Music Review | verfasst 02.10.2015
Keno
Paradajz Lost
Gute Ansätze, bei denen die Vorsätze wahrscheinlich besser waren: Keno hat von seiner Türkei-Reise neue Sounds mitgebracht.
Music Review | verfasst 28.07.2016
Square One
Walk Of Life (15th Anniversary Edition)
Als das Album »Walk Of Live« von Square One 2001 erschien, blieb es weitegehend unbeachtet. Heute gilt es als Meilenstein.
Music Porträt | verfasst 27.02.2014
Mortis
Kreuzberg Psychose
Das könnte ein richtig gutes Jahr werden für Mortis. Soeben ist »Der goldene Käfig EP« des in Berlin wohnenden Deutschrappers erschienen und wird allerorten gefeiert. Ein Longplayer dürfte da auch nicht lange auf sich warten lassen.
Music Kolumne | verfasst 05.08.2014
Keine halben Sätze
Proband: Shawn The Savage Kid
Wir geben den Anfang des Satzes vor, unser Interviewpartner ergänzt diesen dann in seinem Sinne. Diesmaliger Proband: Shawn The Savage Kid; Leistung: Doppelstatus als Produzent und Rapper.
Music Kolumne | verfasst 19.08.2014
Entweder oder
Entscheider: Disarstar
Musik ist für Disarstar »’ne total ehrliche Angelegenheit« und demnach hat er keine Scheu, seine Meinung zu verkünden. So ist der Hamburger der perfekte Adressat für ein paar Entscheidungsfragen.
Music Interview | verfasst 06.10.2015
Roger & Schu
»Wir haben als Hater angefangen«
Blumentopf haben sich eine künstlerische Pause verordnet. Die beiden Topf-MCs Roger & Schu nutzen die Zeit für eine gemeinsame Platte. Ein Interview über Tatendrang, Rap als Lebensaufgabe und den Respekt für die jungen Wilden im Game.
Music Review | verfasst 04.10.2011
Evidence
Cats & Dogs
Nach vier Jahren in der Versenkung kehrt Evidence mit einem Album zurück, das zeigt, wie einfach und wie gut Hip Hop sein kann.
Music Review | verfasst 18.10.2011
Hassaan Mackey & Apollo Brown
Daily Bread
Apollo Brown schließt sich mit dem Rapper Hassaan Mackey zusammen. Wer souligen Hip Hop mag, wird hier auf seine Kosten kommen.
Music Review | verfasst 28.11.2011
Eligh & Amp Live
Therapy At 3
Mit Eligh von den Living Legends und Amp Live von Zion I finden sich Mitglieder zwei der bedeutsamsten Rap-Crews Kaliforniens zusammen.
Music Review | verfasst 13.12.2011
9th Wonder
The Wonder Years
Hochgepitchte Soul-Samples und krachende Snares waren schon immer das Erfolgsrezept von 9th Wonder.
Film Review | verfasst 16.12.2011
A Tribe Called Quest
Beats, Rhymes & Life: Travels Of ATCQ
Eine Dokumentation über A Tribe Called Quest zeigt, wie es anfing, wieso die Band zerbrach und wie es in Zukunft weiter gehen könnte.
Music Review | verfasst 13.03.2012
Gensu Dean
Lo-Fi Fingahz
Gensu Dean versammelt Rapgrößen der Neunzigerum seinen klassischen Boom Bap-Sound. Das Potenzial dieser Zusammenkunft wurde nicht genutzt.
Music Review | verfasst 14.03.2012
Common
The Dreamer, The Believer
Gemeinsam – nach 14jähriger Kooperationspause – mit Produzent No I.D. ist Common mit seinem neunten Album wieder in der Spur.
Music Review | verfasst 20.06.2012
Die Kraszesten
Die Kraszesten/ Jetzt noch kraszer
Die »scharfzüngigen Publizisten« aus dem Schoße der Funkverteidiger sind jetzt noch »kraszer«. Eine Hip Hop Ode an die rationalen Zahlen.
Music Review | verfasst 26.04.2012
A7 & Plusga
Blasphemy
Ist Hip Hop in Israel schon Gotteslästerung? A7 und Plusga haben Hip Hop Israel neu auferstehen lassen.
Music Review | verfasst 26.02.2010
Dexter
Hi-Hat Club Vol.3 - The Jazz Files
Hier trifft Kenntnis auf Unbekümmertheit und lässt es nach 17 grandiosen Beats verschmerzen, dass die Snare manchmal zu laut ist.
Music Review | verfasst 13.12.2012
Juke&Imun
Der Erste Macht Das Licht An
Purer Boom Bap mit Anspruch, der wirklich Spass macht. Juke & Imun sind die Hoffnungsträger des qualitativen Deutsch-Rap der Zukunft.
Music Review | verfasst 14.01.2013
Various Artists
Danger - Classic N.Y. Hip Hop Anthems
Der Sound der »Goldenen Ära« des Hip Hop in New York ist gefragt. Da kommt dieser Sampler natürlich gerade recht.
Music Review | verfasst 14.01.2013
Flatpocket
Geldfundphantasyen
Hinter Flatpocket verbergen sich mit Twit One und Lazy Jones zwei verflucht talentierte Musiker. Nur »Geldpfundphantasyen« ist mehr so okay.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?