Music Kolumne | verfasst 16.07.2014
Aigners Inventur
Juni 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Cro, Young Thug, Throwing Snow und How To Dress Well.
Text Florian Aigner

Cro - Melodie (LP) (Cover) Find it at hhv.de:LP+CD | 2CD Seien wir ehrlich: jeder Journalist, der in den letzten vier Wochen noch Zeit hatte irgendwas außer der FIFA WM zu verfolgen, dürfte mit Lebrons Feelgood-Brief bereits ausgelastet gewesen sein. Folgerichtig möchte ich gar nicht so tun, als wäre diese Inventur nicht stark assoziativ zwischen Welkes Dachterrassen-Zynismus, Jan Hofers willkommenen Reality Checks und dem Warten auf die nächste Hansi Flick-Pressekonferenz entstanden. Dem mag es auch geschuldet sein, dass wir direkt mit dem auf dem Papier schlimmsten beginnen: Cro, dieser CR7 des Deutschraps, diese Hassfigur aller selbsterklärten Auskenner, der Nani vom Bodensee. Klar, »Melodie« ist so fürchterlich wie Ronaldos Zackenfrisur aus Spiel 2, aber ganz ehrlich: am Ende ist Cro damit näher dran an Philipp Lahm, als uns allen lieb ist. Während wir ihn nicht Ernst nehmen, poliert er in einer viel zu großen und viel zu teuren Wohnung nämlich seine Platinplatten, während die Besserwisser, die ihre Huss & Hodn-Platten mit Eden-Hazard-Clips synchronisieren, alleine nach Hause gehen und schon wieder vergessen haben, den Wasserkocher zu entkalken.
 

Riff Raff - Neon IconFind it at hhv.de:CD Weiter mit Riff Raff aka Lukas Podolski. Mehr Self-Awareness als man glaubt, aber dabei so grundsympathisch, dass man dem cartoon’esken Charme halt doch einfach erliegen muss. Nun haben weder Poldi 2014, noch Riff Raffs Albumdebüt »Neon Icon« etwas Messbares vorzuweisen, aber irgendwie macht das Spiel ohne beide auch keinen Sinn. Da ist es auch nicht weiter schlimm, dass Riff Raff auf »Cool It Down« über etwas rappt für das sich vermutlich auch Kid Rock beworben hätte, den direkt danach legt er mit »VIP Pass To My Heart« das extrem hüftsteife Tumblr-Äquivalent zu »Atemlos« vor. Womit wir dann auch bei Matze Ginters ungelenke Überlebensversuchen beim Karneval am Brandenburger Tor wären.
 

young thug 2 Überhaupt, diese neue Generation. Young Thug ist Neymars Buchse, Young Thug ist Pogbas Iro, Young Thug ist Palacios ekliges Rattenschwänzchen, Young Thug ist ein Andre Schürrle Selfie, Young Thug ist Miguel Herrera nach einem Tor für Mexiko. Und so irritierend man all jenes finden mag: er ist hier um zu bleiben. Das zeigt auch wieder sein jüngstes Mixtape, auf dem er zwar ab und an nur im Mittelfeld rumeumelt, dann aber doch das entscheidende Ding mit der Brust annimmt, reinschiebt und danach nicht mal seinen Scheitel richten muss. #rapgamemariogoetze.
 

rock konducta Find it at hhv.de:LP | 2CD Passiert aber alles nicht ohne väterlichen Rückhalt. Da sitzt also Otis »Jogi« Jackson in seinem Liegestuhl, macht Yoga und nimmt Miro Klose ein Udo Jürgens-Mixtape auf und alle sind sich einig: Er ist immer noch der Größte. Äh, Moment: ein paar Korrekturen: der Liegestuhl ist der Bombshelter, wir sind Miro Klose und Udo Jürgens ist obskurster Psych-Rock aus mehr Ländern als die WM-Teilnehmer. Dass Madlib immer noch einer der Größten ist muss hingegen nicht korrigiert werden, auch nicht wenn er sich als Rock Konducta vor Katrin Müller-Hohenstein versteckt.
 

dk drop Find it at hhv.de:LP Apropos K.M.H.: ich hätte mir so sehr gewünscht, dass deren Fußfetisch-Plantsch-Reportaten aus dem deutschen Camp ausschließlich mit Tracks aus D.K.s »Drop« LP unterlegt worden wären. Das hätte diese sensationell geile Fernsehgarten-Atmosphäre mit geschmackssicherstem midtempo Throwback-House und Boogie Grooves wenigstens so konterkariert, dass man sich nicht jedes Mal danach direkt die Fremdscham mit einer kalten Dusche aus den Poren reiben hätte müssen.
 

big strick generation next Find it at hhv.de:2LP | CD Nun stehen weder die Kloses, noch die Podolskis im Verdacht einen besonders guten Draht nach Detroit zu haben, aber das, was dort Big Strick und sein Sohn Generation Next auf »Like Father, Like Son« veranstalten, ist eigentlich mindestens so drollig wie die Furcht der kleinen Kloses vor Frau Merkels Mundfalte oder Lil Poldis Elfmetertraining auf dem heiligen Rasen mit Vaddern. Nur dass Strick seinen Sohn eben früh an seinen Maschinenpark im Keller rangelassen hat und die beiden jetzt den reduziertest-unaufgeregtesten Detroit House der Gegenwart produzieren, wobei beim Senior die Kraft nur noch für die erste Halbzeit reicht und der Junior das Ding dann nach Hause bringt.
 

Fhloston Paradigm - The PhoenixFind it at hhv.de:2LP Ein wenig Mitleid habe ich mit King Britt. Seit einer Ewigkeit macht jener nämlich großartige Dinge, als Fhloston Paradigm veröffentlichte er gerade auf Hyperdub ein tolles Album voll mit weirdem Space Age-House und kruden »Blade Runner«-Zitaten, das aber vermutlich in zwei Wochen schon wieder alle vergessen haben, wie Tim Cahills Anschlusstor gegen Holland oder Lavezzis erste Halbzeit am Sonntag.
 

aphex twin caustic Es sind andere Dinge, die im Kopf bleiben, beispielsweise Van Persies majestätisch ergraute Schläfen oder die absurde Geschichte hinter Aphex Twins »Caustic Window«. Nun hört und sieht man dieser Kuriosität durchaus die Abnutzungserscheinungen an, aber genau diese sind es ja, die uns häufig am meisten faszinieren (Schweinsteiger-Gladiator-Memes bitte an dieser Stelle einfügen).
 

plastikman fx Find it at hhv.de:2LP | 2LP Wenn diese aber chronisch werden, nähern wir uns gefährlich nah der Vorrunde und Richie Hawtin, ein Satz, den ich so auch nicht erwartet hätte je zu schreiben. So viel Häme wie der sich für sein aktuelles, im Guggenheim Museum performtes Plastikman -Album »Ex« gerade anhören muss, könnte man glatt meinen, dass die ganze Welt komplett verdrängt hat, was Richie Hawtin in grauer Vorzeit geleistet hat. Gut, aber andererseits: Wer grinste nicht wie ein 3-jähriger im Cola-Rausch als Spanien von »White Mamba« Robben gefressen wurde und die Italiener für ihre Signature-Pomadigkeit erneut abgestraft wurden?
 

Martyn - The Air Between Worlds Find it at hhv.de:3LP | CD Solche Gefühle löst Martyn hingegen nicht bei Menschen aus. »The Air Between Words« ist der Per Mertesacker unter den Alben des Monats, unaufgeregt, gut aufgestellt, ohne die ganz großen Glanzlichter, aber mit handwerklichem Geschick den ganzen Ableton-Übersteigern im Eins gegen Eins doch meilenweit überlegen.
 

luke abbott forestFind it at hhv.de:2LP Tragischer wird’s dann wieder mit Luke Abbott, der sich auf »Wysing Forest« ganz kurze Euphoriephasen mit allerlei zögerlichen Zwischentönen und einer melancholischen Grundverunsicherung zerschießt. Ein Album wie die Three Lions also, zudem auch, weil sich Abbott stets bewusst ist, dass er im Winter besser aufgehoben ist und mit dieser tropischen Sommerschwüle nichts am Hut haben will. An sich wären hier jetzt auch noch Gags in Sachen Abschlussschwäche notwendig, da Rooney ja aber doch getroffen hat, bleibt diese Punchline eingemottet.
 

Throwing Snow - MosaicFind it at hhv.de:2LP Machen wir weiter mit der unausweichlichen Raumdeuter-Metapher. Die staubt Throwing Snow mit »Mosaic« ab. Ein Album, das viel versucht und irgendwie alles gut macht, auch wenn der ein oder andere Gesangsbeitrag oder hektische Breakbeat stacksig-storchiger wirkt als Müller im Sechzehner. Es mag in den gefühlt 30 Micro-Genres, die Throwing Snow hier streift jeweils andere Klassenbeste geben, aber das große Ganze im Blick habend, ist Mosaic ein faszinierend abgezocktes Album eines altklugen Jungspunds.
 

Lone - Reality Testing Find it at hhv.de:2LP | CD Ähnliches gilt für Lone, der sich für eine »Reality Test« einen James Rodriguez-Vergleich gefallen lassen darf, weil man auch bei ihm um seine Qualitäten wusste, aber nicht abzusehen war, wie leichtfüßig er hier mit Hip Hop und House jongliert und diese beiden Sozialisationseckpunkte so mühelos in den Knick hämmert wie auf Großteilen von »Reality Test«. Nun gut, es bestehen auch hier noch begründete Zweifel ob der langfristigen Champions League-Eignung, aber es soll ja auch Leute gegeben haben, die Jerome Boateng für langsam hielten.
 

head high megatrap Womit wir beinahe schon am Ende dieser Allegorien-Hölle angekommen wären. Noch aber ist die Schweinsteiger/Mascherano-Rolle zu besetzen, für die sich Shed im Head High Kostüm bewirbt. Kompromissloser Tackling-House ist das, von der Hemdsärmeligkeit her fast schon höwedesk, wer auf dem Flur ausgeknockt wird steht wieder auf und reckt die Faust nach oben. Man könnte jetzt hier noch mit Männersport-Keulen auf Mädchentechno einklöppeln, aber die Chauvi-Quote dürfte heute schon Sujet-mäßig völlig ausgereizt sein.
 

Sébastien Tellier - L'AventuraFind it at hhv.de:2LP Bevor wir uns dem schönen Mats und dem großen Manu widmen können, quaken uns jetzt noch Giovane Elber und Fernanda Dings aka Sebastien Tellier und Arthur Verocai die Mär von brasilianischer Lebensfreude, Samba in Favelas und dem ganzen anderen Schmu, den man sich vor dem Gute Nacht Spiel um Mitternacht täglich bieten lassen musste. Das ist wahrscheinlich der undankbarste Vergleich, den sich »L’Aventura« je wird gefallen lassen, aber für mich ist Tellier viel viel überzeugender, wenn er sich in seiner ganzen Frenchiness suhlt anstatt hier den Samba- und Bossa-Versteher zu geben. Frankreich – Brasilien: 1-0.
 

how to dress well what is this heart Find it at hhv.de:2LP+10Inch | 2LP In meiner weltmeisterlichen Überemotionalität streichelte Mats Hummels übrigens Manuel Neuer in der gemeinsamen WG zum neuen How To Dress Well Album so lange die Wangen bis Neuer dieses stoische Grinsen entwickelte, das all die Higuains und Slimanes zu Kreisliga-Abschlüssen zwang. Dass dort in Wahrheit vermutlich auch wieder Uns Helene und der übliche Autoscooter-EDM lief, verdrängen wir an dieser Stelle ganz schnell. Aber: was wäre das schön gewesen, mit Manu, Mats und »What Is This Heart«?
 


Wenn dir die Kolumne gefallen hat, scheue dich nicht, die erforderlichen Buttons zu drücken, um sie mit deinen Freunden zu teilen.

Ähnliche Artikel
Music Kolumne | verfasst 25.04.2012
Aigners Inventur
April 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Actress, OFWGKTA, Aphroe und Dream 2 Science.
Music Kolumne | verfasst 23.05.2012
Aigners Inventur
Mai 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Killer Mike, Jadakiss, Shackleton, Lone und Kindness.
Music Kolumne | verfasst 25.07.2012
Aigners Inventur
Juni & Juli 2012
Letzten Monat im wohlverdienten Urlaub holt unsere Kolumnist vom Dienst das Verpasste nach und setzt sich mit der Veröffentlichungsflut, die die letzten beiden Monate brachten, auseinander.
Music Kolumne | verfasst 05.09.2012
Aigners Inventur
August 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Holy Other, Max Herre, Rick Ross, Four Tet und JJ Doom.
Music Kolumne | verfasst 27.08.2014
Aigners Inventur
Juli/August 2014
Nach einer kurzen Sommerpause setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Common, FKA Twigs, The Bug, Rustie und FaltyDL.
Music Kolumne | verfasst 24.09.2014
Aigners Inventur
September 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Aphex Twin, Sinkane, Roman Flügel und Mick Jenkins.
Music Kolumne | verfasst 30.01.2013
Aigners Inventur
Januar 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Chief Keef, Four Tet und Mushy.
Music Kolumne | verfasst 31.07.2013
Aigners Inventur
Juni / Juli 2013
Nach einer kurzen Urlaubspause setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Ka, J.Cole, Hade & DWFL, David Lynch und Disclosure.
Music Kolumne | verfasst 08.11.2017
Aigners Inventur
Oktober 2017
Unser Kolumnist findet in diesem Monat wie immer vieles: schlecht, toll, das ganze Spektrum halt. Vor allem findet er aber seine Grabsteinschrift. Bei Christina Aguliera bedienen muss er sich dafür nicht. So viel sei verraten.
Music Kolumne | verfasst 21.03.2012
Aigners Inventur
März 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Motrip, Lee Fields, Grimes, Ital und DJ Cam.
Music Kolumne | verfasst 02.10.2012
Aigners Inventur
September 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The XX, Flying Lotus, Xavas, Mala und Robert Hood.
Music Kolumne | verfasst 31.10.2012
Aigners Inventur
Oktober 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Kendrick Lamar, Bat For Lashes, Andy Stott und Daphni.
Music Kolumne | verfasst 05.12.2012
Aigners Inventur
November 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Captain Murphy, Roc Marciano, Karenn und Zombie Zombie.
Music Kolumne | verfasst 27.02.2013
Aigners Inventur
Februar 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Trus’me, Max D, Pusha T, Darkstar und JBG2.
Music Kolumne | verfasst 27.03.2013
Aigners Inventur
März 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Justin Timberlake, DJ Koze und Function.
Music Kolumne | verfasst 05.06.2013
Aigners Inventur
Mai 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Mount Kimbie, Daft Punk, The-Dream und Vampire Weekend.
Music Kolumne | verfasst 29.08.2013
Aigners Inventur
August 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Forest Swords, Earl, Julia Holter und Moderat.
Music Kolumne | verfasst 06.12.2013
Aigners Inventur
November 2013
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: 7 Days Of Funk, Blood Orange, Shadowlust und Logos.
Music Kolumne | verfasst 13.06.2014
Aigners Inventur
Mai 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The Roots, SD Laika, Joakim und zwei Fatimas.
Music Kolumne | verfasst 29.10.2014
Aigners Inventur
Oktober 2014
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Flying Lotus, Dorian Concept, Objekt, T.I. und SBTRKT.
Music Kolumne | verfasst 01.03.2017
Aigners Inventur
Februar 2017
Auch im Februar setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: Migos, Roc Marciano, Kingdom und Vermont.
Music Kolumne | verfasst 03.05.2017
Aigners Inventur
April 2017
»Damn.« ist wie Durant im Rucker Park, Actress gerade nochmal gut gegangen: Unser Kolumnist Aigner hat sich durch die Release im April gehört und weiß jetzt vor allem, welche Art von Musik er mit etwas mehr Talent selbt gemacht hätte.
Music Kolumne | verfasst 07.08.2017
Aigners Inventur
Juli 2017
Die Inventur im Juli, es geht um’s: Älterwerden. Unser Kolumnist aka angryoldmanyellingatclouds.jpg beobachtet den Reifeprozess von Jigga, Tyler, Floating Points, und duckt sich zwischendurch unter Instagram-Stories weg.
Music Porträt
Records Revisited
Daft Punk – Homework (1997)
1997 hat das französische Duo Daft Punk ihr Debütalbum »Homework« veröffentlicht und seit dem eine beispiellose Karriere hingelegt. Das Album war damals noch kein Mainstream, sondern knarzende, knisternde House-Music.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Albums
Lockdown-Limbo, dann Lockerungen – erst gar nichts, dann alles auf einmal. Dazwischen? Musik. Viele großartige Alben erschienen dieses Jahr. Das waren die 50 besten auf Schallplatte veröffentlichten Alben des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 12inches
12inches werden meistens, aber nicht immer für den Club hergestellt. Ein Blick auf die 20 besten Schallplatten dieser Art im Jahr 2021 zeigt, dass nicht nur Dance Music neu gedacht wurde – sondern auch ruhige Kontrapunkte gesetzt wurden.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 50 Reissues
Neues Jahr, neue Liste von Visionen von Zukünften, die bisher noch nicht Realität geworden sind. Diese 50 Schallplatten träumten in diesem Jahr aus der Vergangenheit am lautesten von einem besseren Morgen.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Compilations
Musik und erst recht die Menschen dahinter finden immer zueinander – notfalls auch über die Distanz, sei es nun räumliche oder doch zeitliche. Das waren die 20 besten auf Schallplatte veröffentlichten Compilations des Jahres 2021.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Tapes
Jetzt hat also auch der Mainstream die Wertschöpfungsmöglichkeiten des Magnetbands entdeckt: scheiße oder geil? Uns zumindest egal, wir schieben uns lieber Tapes von obskuren Labels und unter dem Radar fliegenden Artists in den Walkman.
Music Liste
Jahresrückblick 2021
Top 20 Books
Von der ultimativen 2Pac-Oral-History hin zur Daft-Punk-Neulektüre und den B-Seiten der Musikgeschichte: Diese Bücher prägten ein Jahr, dessen erste Hälfte uns jede Menge Zeit zum Lesen bescherte.
Music Kolumne
Records Revisited
Autechre – Chiastic Slide (1997)
Mit ihrem vierten Album als Autechre verabschiedeten sich die beiden Mancunians aus der Referenzmenge und begannen ihre einzigartige Reise in ungehörte Klänge und massige Grooves.
Music Porträt
Dengue Dengue Dengue
Guest Mix
Die peruanischen Dengue Dengue Dengue zwirbeln Hula-Hoop-Ryhtmen in den Club. Für uns haben sie exklusiv diesen 60-minütigen Mix zusammengestellt, mit Musik, zu der man die Pfeile spitzt, an Fröschen leckt und beim Trommelkurs brilliert.
Music Liste
RSD Black Friday 2021
12 Releases, nach denen du Ausschau halten solltest
Wir haben uns durch die Liste der diesjährigen exklusiv zum Record Store Day Black Friday 2021 angekündigten Releases gewühlt und euch eine Auswahl von zwölf Schallplatten zusammengestellt, die wir als mögliche Highlights entlarvt haben.
Music Porträt
Chillhop Music
Die Magie des passiven Lauschens
Chillhop ist Musik für eine Welt, in der alle hören, aber niemand zuhört. Das niederländische Label hat trotzdem Erfolg. Und weiß auch, warum.
Music Kolumne
Aigners Inventur
November & Dezember 2021
Er wäre gerne der Typ, der immer die wildesten Puffer Jackets in den Supreme-Videos trägt. Ist aber nur unser Kolumnist. Ja, die sad’e Jahreszeit beginnt. Immerhin nicht mit schlechter Musik: Hier ist die neue Ausgabe von Aigners Inventur.
Music Porträt
Faust
Warum isst du denn nicht Mohrrüben?
Die Hamburger Band Faust war vor 50 Jahren einer der seltenen Fälle, in denen eine Plattenfirma, wenn auch unwissentlich, Künstler unterstützte, deren Musik sehr anders klang als die bis dahin bekannten Rock-Entwürfe.
Music Kolumne
Records Revisited
Stars Of The Lid – The Tired Sounds Of (2001)
Die monumentalste Stille aller Zeiten: Mit »The Tired Sounds Of« schufen Stars Of The Lid im Jahr 2001 eines der wichtigsten Ambient-Alben. Sie verpassten dem Genre mit diesen zwei Stunden an Sounds, Drones und Loops eine neue Tiefe.
Music Interview
Torky Tork
»Ich liebe den Spagat zwischen alt und neu«
Torky Tork ist bislang eher als der Mann im Hintergrund bekannt. Jetzt hat der Berliner Beatmaker ein eigenen Produceralbum aufgenommen. Er hat die Beats geschliffen, Wandl, Döll, Lugatti oder Doz9 haben gerappt. Zeit für ein Gespräch.
Music Porträt
Holy Hive
Introspektive Leichtigkeit
Mit »Float Back To You« legte das New Yorker Trio Holy Hive 2020 ein Folk-Soul-Balsam für das wundgescheuert blankliegende Nervenkostüm vor. Auf dem selbstbetitelten Nachfolger setzen sie den eingeschlagenen Kurs fort.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.