Music Porträt | verfasst 23.10.2014
Lobster Theremin
Nachhaltigkeit statt Kompromisse
In etwas mehr als einem Jahr hat sich das Londoner Plattenlabel Lobster Theremin als Bank für einen abwechslungsreichen Stilmix von House über kratzigen Techno bis zu spuligem Ambient bewiesen. Wir sprachen mit seinem Gründer Jimmy Asquith.
Text Kristoffer Cornils
Lobster+theremin+special1024x685
Rubriken_sticker_detail_06

Jimmy Asquith ist gestresst. Vorgestern noch ist er in eine alte Lagerhalle umgezogen, eben gerade hat er Plattencover abgeholt und morgen steht schon ein DJ-Gig an. Nächste Woche muss er gleich fünf verschiedene Plattenpressungen abholen. »Das wird immerhin nicht ganz so schlimm wie der Umzug«, lacht er und nippt an seinem Tee. Seine eigene Plattensammlung musste der ehemalige Mitarbeiter des Londoner Plattenladens »Kristina« vor dem Umzug in einem separaten Lager unterbringen, es waren schlicht zu viele. »Ich bin total unorganisiert, aber genau das mag ich. Bei mir zuhause lag das Vinyl in großen Haufen herum, komplett unsortiert. Bevor ich zu meinen DJ-Gigs aufbrach, wühlte ich mich durch die Stapel und nahm mit, was mir in die Finger kam. Manchmal lege ich Platten auf, ohne zu wissen, was ich selbst gleich hören werde«, grinst er.

Das Label als Startrampe
Ganz anders geht Jimmy Asquith seine Arbeit als Labelbetreiber an: Hier wird nichts dem Zufall überlassen. Penibel werden die Releases auf das Hauptlabel Lobster Theremin oder die beiden frisch aus der Taufe gehobenen White-Label- bzw. Black-Label-Reihen verteilt. »Mit der White-Label-Serie erkunden wir alternative House-Entwürfe, die schwarze Reihe legt den Schwerpunkt auf Techno«, erklärt Jimmy Asquith. Und das Mutterschiff? »Das ist stilistisch eher offen und spielt vor allem mit der visuellen Gestaltung.« Asquith versteht Lobster Theremin als Startrampe für junge und bisher unentdeckte Talente, die er in minutiöser Arbeit über Soundcloud oder Bandcamp auftreibt und als aufwändig gestaltetes Gesamtpaket präsentiert. »Dabei wollen wir keine Kompromisse eingehen, sondern nachhaltige Produkte anbieten, an die sich die Leute gern erinnern und behalten möchte. Unsere Releases sollen mehr als bloß Tonträger sein, sondern eine Einheit für sich«, betont er.

»Wir wollen keine Kompromisse eingehen, sondern nachhaltige Produkte anbieten, an die sich die Leute gern erinnern und behalten möchte.« Ein Release pro Monat, das war der Plan gewesen, als die »Equation«-12“ von Palms Trax im September 2013 erschien. Asquith erinnert sich an die Zeit, bevor die brillante Chicago-House-Hommage auf den Dancefloors einschlug: »Merkwürdiger Weise bin ich sehr ruhig und selbstbewusst gewesen. Ich habe so fest an die Musik, die Künstler und das Label geglaubt, dass ich alles andere ausgeblendet habe. Natürlich bestand auch die Chance, dass es anders laufen könnte. Nach der tollen Resonanz auf das erste Release wusste ich aber, dass ich dranbleiben musste.« Gesagt, getan. Mehr als ein Dutzend 12“s folgten, die nächsten zwanzig Releases sind schon fest eingeplant und der Veröffentlichungsplan steht bis Mitte 2015 fest. Die Frequenz wird hochgeschraubt: In Zukunft werden es drei Releases pro Monat, darunter auch das erste Full-Length, eine Doppel-LP von Chicago Jim. Grund zur Freude? Nicht ganz: »Ich habe noch viel mehr Musik auf meiner Festplatte und es ist frustrierend, sie nicht sofort veröffentlichen zu können«, grollt Jimmy Asquith.

Jenseits aller Grenzen
Ob das australische Projekt Daze, der nach Berlin umgezogene Brite Palms Trax oder der in der Slowakei lebende Ungar Imre Kiss – das Personal von Lobster Theremin lässt nicht nur stilistisch, sondern auch geografisch alle Grenzen hinter sich. Aber was ist eigentlich der kleinste gemeinsame Nenner, der den rohen Techno von Manse mit dem fluffigen House-Entwurf eines Palms Trax verbindet? Jimmy Asquith muss nachdenken. »Die Musik ist vor allem warm und analog. Ich glaube, wir lieben einfach gute Pads. Jedes unserer Releases bisher hat sehr schöne Synthesizer-Pads«, lacht er und kann sich ein augenzwinkerndes »Wenn deine Pads nichts taugen, dann tut es mir leid, aber: Ich werde deine Musik nicht veröffentlichen!« nicht verkneifen.

Sein Humor spielt auch in das Auftreten des Labels hinein. Jimmy Asquith sieht darin sogar ein Alleinstellungsmerkmal, das Lobster Theremin von ähnlichen Labels unterscheidet. »Wir sind sehr nahbar. Wenn du den Namen hörst und das Logo siehst, nimmst du es vielleicht zuerst nicht ernst. Zugleich schreckt es aber auch nicht ab, weil es nicht versucht, etwas zu sein, was es nicht ist«, erklärt er. Nicht, dass ihm das reichen würde: Jimmy Asquith hat bereits ein neues Label gegründet. Es trägt den Namen Mörk und widmet sich dem düsteren und dubbigen Spektrum von House-Musik. Auch davon wird in Zukunft sicherlich viel zu hören sein.

Die Musik von Lobster Theremin findest du bei hhv.de.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Porträt | verfasst 09.06.2020
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Review | verfasst 19.06.2014
Rawaat
Day Laborer
Rawaats Debüt EP »Day Laborer« wummert und rummst. Hier scheint jemand per Flaschenpost direkt aus der Hölle zu klagen.
Music Review | verfasst 02.09.2014
Panthera Krause
Rules
Mit Panthera Krause debütiert nun ein weiterer vielversprechender Frischling auf dem zurecht gehypten Imprint Lobster Theremin.
Music Review | verfasst 06.10.2014
Snow Bone
Mystic Vision 12"
Der britische Producer Snow Bone kann den bekannten Elementen von Techno eine neue Härte abgewinnen.
Music Review | verfasst 08.10.2014
S Olbricht
A Place Called Ballacid 10"
S Olbricht macht auf »A Place Called Ballacid« Zugeständnisse an den Dancefloor. Eine Pflichterfüllung, nach der niemand verlangt hat.
Music Review | verfasst 06.11.2014
Chicago Jim
Chicago Jim
Mit »Chicago Jim« darf sich die Analog-Garde über elf auflegbare Killer-Tracks freuen, deren Fixpunkt House in allen seinen Facetten ist.
Music Review | verfasst 03.02.2015
Ozel AB
Crimes
Ozel AB zeigt sich auf dem Debüt »Crimes« so gewitzt, versiert und schlitzohrig wie die meisten der Lobster-Labelmates.
Music Review | verfasst 11.03.2015
1800HaightStreet
The Pursuit
Sechs Hände für ein Knalleluja: 1080HaightStreet widmen sich auf »The Pursuit« minimalistischer Sprödigkeit.
Music Review | verfasst 13.04.2015
Hedge Maze
Dysania
House-Musik hat auf Hedge Maze Debüt einen Kater. Man verliert sich gerne in dessen komischen Geräuschen.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Review | verfasst 11.08.2015
Qnete
Lessons In Finding
Ein Tool ist ein Tool ist ein Tool. Qnetes »Lessons In Finding« ist nicht mehr als das. Muss es auch nicht sein, schade ist es trotzdem.
Music Review | verfasst 12.10.2015
Imre Kiss
Midnight Wave
Dreckiger House. Verwaschener House. Man möchte reinplumpsen, aber darf nicht.
Music Review | verfasst 01.06.2018
Route 8
Come Home – 12"
Mit »Come Home« darf der ungarische House-Producer Route 8 die 50. Katalognummer des Labels Lobster Theremin bespielen.
Music Review | verfasst 16.11.2020
Route 8
Rewind the Days of Youth
Auf seiner Debüt-LP braust Route 8 mit offenem Verdeck Richtung Vergangenheit. Vorgestrig ist »Rewind the Days of Youth« aber keineswegs.
Music Review | verfasst 03.05.2012
Model 500
Control
Juan Atkins, Mike Banks, Mark Taylor und Milton Baldwin erinnern als Model 500 an die gute alte Zeit.
Music Review | verfasst 21.05.2012
Various Artists
Mobilee Back To Back Vol.6
Das Produzentenduo Pan-Pot präsentiert die sechste Ausgabe der Reihe »Back to Back« auf Mobilee Records.
Music Review | verfasst 27.08.2014
Drexciya
Neptune’s Lair
»Neptune’s Lair«, das Debütalbum der beiden Ausnahmeproduzenten James Stinson und Gerald Donald, gibt es nun als Re-release.
Music Review | verfasst 18.06.2021
Various Artists
No Photos On The Dancefloor! Vol.1
Die Compilation zur Ausstellung »No Photos On The Dancefloor!« zeigt, zwischen 1992 und 2006 war Techno in Berlin vielseitiger als gedacht.
Music Liste | verfasst 15.08.2012
DFRNT
10 Favourites
Bei Tag ist er Designer und Web-Entwickler für eine Suchmaschinen-Marketingfirma und ein ganz normaler Junge. Bei Nacht jedoch, entledigt er sich sämtlicher Vokale und wird unter seinem Alter Ego DFRNT quasi zum »Deep Dub-Techno Superhero«.
Music Kolumne | verfasst 02.10.2012
Aigners Inventur
September 2012
Auch diesen Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: The XX, Flying Lotus, Xavas, Mala und Robert Hood.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.
Music Interview
Adrian Younge
Sonische Geschichtsstunde
Mit »The American Negro« beginnt ein neues Kapitel in der Arbeit von Adrian Younge. Sie ist frontaler, politisch aufgeladener und selbstsicherer. Er will lehren. Wir hatten die Gelegenheit zu einem ausführlichem Interview.
Music Liste
Leon Vynehall
10 All Time Favs
Mit seinem neuen Album »Rare, Forever« setzt der britische Produzent Leon Vynehall den Weg fort, den er mit »Nothing Is Still« begonnen hat. Uns verrät er heute 10 Schallplatten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Gil Scott-Heron – Pieces Of A Man (1971)
Man nannte ihn den »Godfather of Hip Hop«, weil er über Drogen, Rassismus und die Divided States of America textete. Mittlerweile ist das erfolgreichstes Album von Gil Scott-Heron 50 Jahre alt – und aktueller denn je.
Music Kolumne
Records Revisited
Deftones – White Pony (2000)
Die im Juni 2000 veröffentlichte LP »White Pony« wurde deshalb zu einem dermaßen bahnbrechenden Album, weil sich die Deftones darauf erstmals als die Zitationsmaschine in Szene setzen, die sie eigentlich immer schon gewesen waren.
Music Liste
Jenn Wasner (Flock Of Dimes)
10 All Time Favs
Mit ihrem Soloprojekt Flock of Dimes hat Jenn Wasner gerade ihr persönlichstes und zugleich substanziell weitreichendstes Album vorgelegt. Wir baten die Musikerin uns 10 Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Porträt
Gondwana Records
Seele und Charakter
Als DJ und Musiker wurde Matthew Halsall zum Labelbetreiber. Ausgehend von einem lokalen Fokus auf die Jazzszene Manchesters hat der Trompeter seinem Label Gondwana mittlerweile eine recht internationale Ausrichtung gegeben.
Music Kolumne
Records Revisited
Busta Rhymes – The Coming (1996)
Als vor 25 Jahren »The Coming« erschien, war Busta Rhymes kein Unbekannter mehr. Sein Solodebüt mit dem Hit »Woo Hah!! Got You All In Check« machte ihn zu einem der größten Rapstars seiner Zeit. Wie klingt das Album heute?
Music Kolumne
Records Revisited
Yellow Magic Orchestra – BGM (1981)
Winke für die Zukunft: Die japanischen Synthesizerzauberer des Yellow Magic Orchestra entwarfen auf ihrem vierten Album »BGM« eine Background Music für nachfolgende Generationen.
Music Kolumne
Records Revisited
Coil – Love's Secret Domain (1991)
Techno ist es nicht – doch hinterließ »Love’s Secret Domain« tiefe Furchen in der Clubmusik der 1990er Jahre und markierte für Coil jenen Wendepunkt, ab dem ihr Wirken eine neue Richtung einschlug. Das Projekt hätte es fast zerrissen.
Music Porträt
Die P
Die Messlatte höher legen
Sie ist das erste Signing des All Female*-Labels 365xx Records und veröffentlicht dieser Tage ihr Debüt »3,14«. Für Die P ist die Golden Era schlicht nachhaltig, Competition ist für sie Ansporn, besser zu werden. Ihr Ziel: Zeitlosigkeit.
Music Porträt
Important Records
Deep Listening Forever!
Ob Pauline Oliveros, Éliane Radigue, Alina Kalancea oder Caterina Barbieri: Seit 20 Jahren ist Important Records wie ein gut bestückter Plattenladen für aufregende Sounds – die beste Anlaufstelle für Musik, die intensiv gehört werden muss.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2021
Die ganze Welt verarbeitet im März 2021 immer noch den März 2020, nur unser Kolumnist ist weiterhin auf der Suche nach Wrong-Speeder-Optionen. Aigners Inventur: Dub aus dem Abyss und durch die FFP2-Maske gerauchte Kippen.
Art Porträt
Vincent de Boer
Wie Jazz mit Pinseln
Der niederländische Künstler Vincent de Boer ist zu einem festen Bandmitglied der britischen Jazzer von Ill Considered avanciert. Er zeichnet Plattencover auf Basis der gehörten Grooves. Für »The Stroke« wurde der Prozess nun umgedreht.
Music Kolumne
Records Revisited
Dinosaur Jr – Green Mind (1991)
Viele Rockbands nehmen zu Beginn der 1990er Jahre ihre bis dahin besten Alben auf. Auch Dinosaur Jr. Während die Band selbst bei den Aufnahmen bereits auseinanderbricht, strotzt ihr viertes Album »Green Mind« vor Kreativität.
Music Porträt
Phew
Ein Leben gegen den Strich
Punk mit Aunt Sally, Synth Pop mit Sakamoto und experimentelle Musik solo und mit anderen: Die japanische Musikerin Phew sucht seit über vier Jahrzehnten die Fehler in der Musik, weil sich darin nur deren Möglichkeiten offenbaren.
Music Porträt
Far Out Recordings
Im Epizentrum der Brazil-Welle
Joe Davis ist der Lokführer, auf dessen Zug Mitte der Neunziger eine ganze Generation Brazil-affiner Producer aufsprang. Mit seinem Label Far Out Recordings wurde er zum weltweiten Statthalter brasilianischer Musikkultur.
Music Kolumne
Records Revisited
Carole King – Tapestry (1971)
Carole King wollte nie Popstar werden, sondern nur Songs schreiben. Weil sie das aber konnte wie niemand sonst, wurde sie es dennoch – mit »Tapestry«, ihrem Debütalbum aus dem Februar 1971.
Music Interview
Audio88 & Yassin
Der bessere Diss
Auf das verflixte fünfte Album von Audio88 und Yassin mussten Fans verflixte fünf Jahre warten. Im Zuge des Weltgeschehens ist es kein Wunder, dass sie radikaler auftreten als je zuvor. Ein Interview anlässlich des neuen Albums »Todesliste«