Music Kolumne | verfasst 20.05.2015
Vinyl-Sprechstunde
Lance Butters' »BLAOW«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute »BLAOW« und die Frage, wie nahe dieses Album an’s Croissant kommt. Oder: Warum das eigentlich ein depressives Album ist.
Text Florian Aigner, Pippo Kuhzart
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Aigner: Worüber wir vielleicht als erstes reden sollten: delivery.
Kunze: Sein Steckenpferd.
Aigner: Das hier ist ja ein bisschen Deutschraps’ »So much eeeemphasis«-Moment.
Kunze: Jep! Hört sich für mich so an, als wäre Schoolboy Q Hirte und würde stoned seinen Hirtenhunden Anweisungen geben, was dann wiederum die Schafherde verrückt macht. Weidengedöns und Q: Für beides habe ich Liebe. Aber auf Albumlänge ist das schwierig, v.a. weil mir die Beats auf Dauer einfach zu … ach vielleicht ist mir das einfach auf Dauer zu laut.

Aigner: Also ich hab mich damit voll arrangiert. Ich finde es aber trotzdem schwierig da voll hinter zu stehen, wenn ich jetzt jemanden davon überzeugen wollen würde, 2015 Deutschrap mal wieder eine Chance zu geben.
Kunze: Was Lance Butters aber ja auch gar nicht will.
Aigner: Ich glaube, dass er immer Method Man und ODB als seine Hauptinspirationen nennt, ist ganz aufschlussreich: Style over Substance. Das ist ja eh ein Konzept mit dem ich gut kann und auch eine schöne Antithese zur letzten Sprechstunde über Kendrick Lamar.

Kunze: Das gefällt mir am besten an der delivery: Es ist ein bisschen so, als wären Lance Butters und Deutschrap ein unglückliches Paar und würden spazieren gehen. Deutschrap, das Mädchen, wünscht sich ein gutes Gespräch und Händchen halten, aber Lance rotzt die ganze Zeit Grünes und Gelbes in die Gosse. Woraufhin sich Deutschrap angewidert abwendet, Lance sein Ziel erreicht hat, Heim geht, und »Call of Duty« zockt. Aber das Allerbeste daran, dass Style hier über allem anderen steht, ist halt auch: So kommt Deutschrap so nahe ans Croissant wie nie zuvor.

Aigner: Ich denke da gerade drüber nach.
Kunze: Die einfachen Reime, dieser Nichtinhalt: verdammte Croissants.
Aigner: Ja, aber nicht so random wie bei den Croissants.
Kunze: Stimmt, die randomness fehlt. Und daran krankt das Album letztendlich auch.

Aigner: Es passiert ja alles ausnahmslos in diesem Forever 17-Kontext. Lammbock mit Croissants.

Die Musik leitet einen da zwar erstmal fehl, aber eigentlich ist das ein depressives Album. Kunze: Ja, auch dieses dringend keine Ficks geben wollen. Was ich so toll finde: Wie viele er dabei halt aus Versehen gibt. Damit kann ich mich auch gut identifizieren: Klar, da sind die Dicke-Eier-Momente, aber so eine Grundunsicherheit, halt doch angreifbar zu sein, bleibt. Deshalb ist »Ich & Mein Hut« auch so logisch, obwohl er das erstmal nicht zu sein scheint. Da spricht er von allem, was man ihm eventuell vorwerfen könnte: Kein Doubletime-Akrobaten-Shit, keine Silbendrescherei; dieses vorwegnehmen von eventuellen Vorwürfen – das ist Unsicherheit.

Aigner: Das »8 Mile«-Prinzip. Klar.
Kunze: Right. Danke. Und ich finde, dass man das dem Album krass anhört.
Aigner: Ja. Absolut.
Kunze: Es steckt ihm so ’ne Schwere in den Knochen.
Aigner: Ich glaube das ist aber auch dem Umstand geschuldet, dass er sich als einer der ganz wenigen nicht auf Umfeld und Stadt als inhaltliche Komfortzone berufen will oder kann.Das ist echt eines der ersten Deutschrap-Alben, die sich völlig von Posse, Milieu und Hustle abwenden. Das macht vielleicht noch Kollegah oder Casper, auch K.I.Z. irgendwo, aber ansonsten spielt es immer krass eine Rolle, 70 Prozent der Texte auf Kindergartensoziologieniveau zu verteidigen und zu kontextualisieren.
Kunze: Ja, und Lance Butters ist lost in the world. Die Musik leitet einen da zwar erst einmal fehl, aber eigentlich ist das ein depressives Album.

Aigner: Schön auch diese drei persönlichen Zeilen, die er sich nicht verkneifen konnte, dass er mit seinem Bruder seit fünf Jahren nicht geredet hat und Vaddern nicht alles richtig gemacht hat. Das atmet dann so krass, wenn es von so viel Battle-Onanie eingerahmt ist.
Kunze: Und er grenzt sich ja von allem ab, hasst alles. Aber er landet da am Ende nicht in der Chefetage über dem Stripclub, was Amirap-typisch wäre, sondern leer und alleine auf der Couch.
Aigner: Deswegen ist diese musikalische Eintönigkeit auch Teil des Konzeptes. Fragezeichen?
Kunze: Mm, glaube ich nicht. Ich glaube, das Konzept war Konzeptlosigkeit.
Aigner: Dann hat er Glück, dass Bennett diese furztrockene Snare so schön platziert, dass es einem erst auffällt, dass die erste Hälfte des Albums quasi aus einem Beat besteht.

Kunze: Und findest du das gut?
Aigner: Ich weiß es auch nicht. Ich fand es bei den ersten paar Durchgängen kohärent, aber jetzt leidet mal wieder die Langzeitmotivation darunter. Es gibt aber auch wirklich ein paar krasse Aha-Momente hier, rein beatmäßig.
Kunze: Ich finde, dass das auf drei Tracks knallt. Zum restlichen Vibe würde für mich aber mehr »40« Shebib statt HudMo passen. Von einem Typen, der so demonstrativ wenig von seinem Leben erwartet, erwartest du zu viel wirklich gewitzte Ignoranz.
Aigner: Hudson Mohawke ist das doch nicht wirklich. Klingt eher so als hätte Bennett One acht Mal »Bad Boy 4 Life« durch den Bitcrusher gejagt. »Es zieht/Ich zieh« ist für mich dazu noch das, was ich von Clams Casino gerne hätte gerade.
Kunze: Stimmt.
Aigner: Und »Raw« ist immer noch das unfassbarste ODB-Tribute, an das ich mich gerade erinnern kann.

Kunze: Mhm, das finde ich auch sehr stimmig: Die einzigen Male, wo richtig Euphorie aufkommt, ist, wenn er seinen Vorbildern Tribut zollt. Sonst ist da Leere.
Aigner: Und ich finde diesen latent depressiven Vibe eigentlich spannend als Kontrast oder besser als das, was zwischen den Zeilen steht.
Kunze: Ich ja auch! Ich hatte nach der »Futureshit EP« und den Singles nur erwartet, dass es ganz anders auf mich wirkt. Ich dachte, dass die Ignoranz hier strahlen würde.
Aigner: Und ich glaube von einem Typen, der so demonstrativ wenig von seinem Leben erwartet, erwartest du zu viel wirklich gewitzte Ignoranz. Kann halt nicht jeder so geil anekdotisieren wie Badu-Drake und Croissant-Kanye.
Kunze: Jep, und deswegen langweilt mich das hier schnell. Obwohl mir die Herangehensweise sehr sympathisch ist und mich die delivery anturnt.

Aigner: Ja, ich habe ja genau das gleiche Problem. Ich weiß nur nicht, ob ich ihm das tatsächlich vorwerfen kann, weil ich keine Alternative sehe.
Kunze: Vielleicht bin ich auch einfach wieder nur niedergeschlagen, weil mir so bewusst wird, dass es in Deutschland einfach keinen Young Thug geben kann. Es gibt keinen Young Thug in Deutschland ist »es gibt kein richtiges Leben im falschen« spezifiziert.
Aigner: Hustensaft Jüngling ftw.

Kunze: Bleib mir weg mit diesen billigen Imitaten! Womit wir wieder bei Lance Butters wären: ein Imitat ist er null. Und kommt seinen Ami-Vorbildern nahe, ohne eine Persiflage zu sein.
Aigner: Und das reicht eigentlich schon.
Kunze: Voll.
Aigner: Und vor allem klingt das ziemlich Ära-unspezifisch.
Kunze: Darf ich Fazit?
Aigner: Flex!
Kunze: Das Album kommt ja erstmal so als Bastion daher: Abgeriegelt durch dicke Beat-Bretter, die gefletschte Zähne im Schaukelstuhl-Delivery und die Abwehrhaltung gegen Inhalt. Aber das ist alles gar nicht so souverän, wie es im ersten Anschein wirkt. Und das ist das, was mich über die drei Banger hinaus packt. Weißte, alleine schon dieses Absichern gegen mögliche Kritik, indem er sie vorwegnimmt: Darin liegt ja bereits ein Zweifel. Und dann die Familien-Episode, wie du ja schon gesagt hast. Und die Charakterzüge, die da dann unfreiwillig doch durch die Maske dringen, finde ich viel beeindruckender als ein Biographie-Epos auf Streicher-Quartett.
Aigner: Ich bin zufrieden.

Das Album »BLAOW« von Lance Butters findest du bei hhv.de auf CD und LP+CD
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