Music Kolumne | verfasst 27.05.2015
Vinyl-Sprechstunde Spezial
Zugezogen Maskulin über Xatars »Baba Aller Babas«
Zugezogen Maskulin haben für uns gechattet. Frisch von ihrer Tour zurückgekommen haben sich Grim 104 und Testo der Musik eines anderen Rappers gewidmet: Xatars nämlich. Eine Spezial-Ausgabe der Vinyl-Sprechstunde.
Text Pippo Kuhzart
Vinyl_sprechstunde_1024x685px

Grim104: Okay, los?
Testo: Yo. Ich mag den ersten Track.
Grim104: Okay, wenn ich das mit den Rotkohlresten, HIV und so höre, bin ich ganz froh, dass ich nicht im Knast bin.
Ah, hier das Feature mit SSIO. Für den habe ich mich ganz lange nicht interessiert, aber der ist ja doch ziemlich goil.
Testo: »Während ich Mörderlines rappe, spucke ich auf den Popschutz Burgerfleischreste«. Fühl’ ich, weil bei mir auch immer alles vollgesabbert ist.

Grim104: Jau. »Original«, das war doch die erste Single? Fand ich gut, wegen ISIS-Diss und das erste Mal, dass dieser 90-Sound wieder so, Achtung, fresh klingt!
Testo: Bestes Video auch dazu.
Grim104: Ja!
Testo: Wie er da vom Schneider vermessen wird und einfach rich ist irgendwo in Dubai – lifegoal bei mir!
Grim104: Anzüge kann man sich aber auch aufm Polenmarkt in Słubice kaufen!
Testo: Gibt auch gute bei Primark. Ach ja: Visa Vie hatte im 16bars-Interview mit Xatar auch tatsächlich die Schuhe ausgezogen. Meinst du, das war extra, weil’s ne Regel ist?

Grim104: Hmhmhm, das weiss man oft nicht. Können wir sie ja mal fragen.
Testo: So jetzt Track vier. Ballert direkt gut los.
Grim104: »Doch statt das sich im Knast Kriminelle bessern/Kann man sich im Knast nur kriminell verbessern«. Warum braucht es eigentlich immer so lange, bis es solche Ansagen gibt? Richtig gut.
Testo: Facebook-Ansagen?
Grim104: Hahahaha, ja, und exklusive Youtube-Statements. Nee, so gute Lines. Also, warum gibt es so viele Schrottalben? Aber das hier: ich bin eigentlich echt kein Boom-Bap-Freund, aber hier macht das richtig Spaß.

Testo: Xatar soll meiner Meinung nach aber bitte aufhören diesen Internet-Kindergarten von den Rapupdate-Rappern mitzumachen. Der ist ja einfach so ein richtig souveräner Baba, das passte für mich null, als er damit angefangen hat. »Fühl ich’, weil bei mir auch immer alles vollgesabbert ist.« (Testo)
Grim104: Jau, ich finde auch, dass er sich da so ein bisschen verirrt. Auf dem Album wird es jetzt vor allem auch ein wenig absurd, mit diesem Neffen von dem Sero Double G’zz und sowas!
Testo: Gibt es Gülcan Kamps eigentlich noch? Eko hat mal ein Liebeslied für die gemacht.

Grim104: Finde es als Halbholländer übrigens goil, dass in letzter Zeit so viel niederländische Großstädte gesportet werden. Ansonsten: Das ist echt so eine Achse des Guten: Haftbefehl und der x-er! Hahahaha, »verfickte Chlorallergie«! »Dresscode« ist geil!
Testo: Alter, bist du schon durch? Du skippst doch!
Grim104: Nix!
Testo: Hook ist geil gemacht, der Kontrast zwischen den beiden: Olexesh so rattattatta und der Bira ganz smooth. Ich stell mir während des gesamten Albums vor, wie Xatar mit Sonnenbrille auf dem Balkon einer weißen, von Palmen gesäumten Riesenvilla steht. Den Mantel-Tack mag ich nicht übrigens nicht.

Grim104: Hhmhmhm, ich finde das wort »Schnucki« immer so absurd….
Testo:…bei »korrekt Schnucki« krieg ich auch so ein sabbernde alte Herren-Bild.
Grim104: Tayfun, Tuncay und Helmut.
Testo:: FREE HELMUT!
Grim104: »Cocktails im Tourbus«. Müssen wir auch einführen.
Testo: Haben wir doch: Eierlikör mit Sprite. War halt nur eine Fahrt lang geil.

Grim104: Hahahaha, naja, nächstes Mal sind wir ja wieder im Herbst auf Tour, vielleicht passt das dann besser!
Testo: LOL, versuchst du hier Werbung unterzubringen?
Grim104: Hahaha, das klang jetzt echt wie so eine dumme »Hey, übrigens«-Überleitung. Nicht geplant, aber hey, mitnehmen was geht.
Testo: Spielt Xatar eigentlich auf Festivals? Vielleicht treffen wir ihn ja irgendwo. Wir spielen nämlich auf folgenden Festivals: …
Grim104: Hahahaha!

Testo: Okay, zurück zum Album. Was ich am ganzen Album mag ist, dass ich das Gefühl habe, hier wurde sich wirklich Mühe gegeben. Auch und vor allem mit den Beats. Das klingt schön musikalisch und nicht so hingeschissen, wie andere Gangster-Rap-Alben der letzten Zeit.
Grim104: Ja, pumpt gut und macht halt auch wirklich Spaß zu hören!
Testo: Wobei man im Vergleich mit Xatar bei den anderen Alben auch auch eher Gangster-Rap in Anführungszeichen schreiben muss.
Grim104: Jau, es gibt einfach zu viel Ballermann-Trap ansonsten. Einfach nur so öde Snareroll und Synthie-Mucke
Testo: Wenn überhaupt. Oft klingt das ganze Album wie ein Track. Schön dünn und mit vielen Chören und so Mordor-Rollenspiel-Samples.

Grim104: Erinnerst du dich noch daran, dass es früher immer diesen einen »Rock«-Track gab? Mit so billiger Computer-E-Gitarre?
Testo: Jop. Gute alte Zeit.
Grim104: Das war noch echte Musik. Uuuuuuuuuuuuuuh, jetzt »Gentleman«….
Testo: Fängt schon an, als ob ich es nicht mögen werde.
Grim104: Junge, ich mag einfach keinen R&B. »Wobei man im Vergleich mit Xatar bei den anderen Alben auch auch eher Gangster-Rap in Anführungszeichen schreiben muss.« (Testo)
Testo: Allgemein muss ich sagen, die letzten Tracks plätschern jetzt so vor sich hin.
Grim104: »Habe keine Chicks angefasst, nur USB-Sticks als Ersatz«.
Testo: Das Thema dann doch erstaunlich unpeinlich umgesetzt.
Grim104: Ja, weil er nicht explizit über Sex rappt. »Spüre wie deine Knospen beben«….
Testo: … Kaas hatte auch mal so einen Track: »Lass mich deine Knospen schmecken«. »Meine Finger gehen über deinen Hintern wie kleine Krabben«….

Grim104: iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihhhahahahahahaha. Nächstes Lied! Boah, früher hätte ich sofort auf solche Beats gerappt. Ich mag ja eigentlich diese »höhöhö, achte auf die Metapher«-Tracks nicht. Aber das ist ziemlich gut. Ist ein bisschen wie »Blauer Samt«.
Testo: Auf dem ganzen Album eigentlich starke Texte und keine platten Phrasen.
Grim104: Ja, das kann der auch gut, also, starke Bilder, sehr gut beschrieben und immer wieder die eigenen Biographie mit eingebunden.

Testo: Hahaha: »Beef wird bei uns anatolisch geklärt, danach läufst du anatomisch verkehrt«.
Grim104: Ach, deshalb haben das alle auf Twitter gesagt.
Testo: LOL, scheiß Twitter, jetzt feiere ich die Line direkt doch nicht mehr »tongue«-Emoticon. Aber jut, ich bin durch.

Grim104: Also: gutes Album, auf jeden Fall kurzweilig, macht auch Spaß, dieses 90er-Bad Boy-Records-Feeling, gute Beats, eigentlich kaum Ausfälle.
Testo: Geile Beats, geile Texte. Die ersten acht Tracks nur Hits, danach aber auch auf hohem Niveau durchhörbar. Auf jeden Fall ganz starker Punkt: die Authentizität. Darum kommen die Bilder auch so gut. Man merkt einfach, dass es echt ist und nicht von einem Typen geschrieben, der das Zeug nur aus Gangsterfilmen kennt.
Grim104: Manchmal hatte ich zwar das Gefühl »hä, hab’ ich den Track nicht schon gehört?«, weil es dann teilweise in die selbe Richtung geht. Ach, und mir gefällt das, dass das so ein richtiger Rap und Musik-Dude ist, der da Bock drauf hat. Und auch so eine angenehme Erscheinung, einfach nicht so ein Nerv-Rapper!
Testo: Voll.

Xatars »Baba Aller Babas findest Du bei hhv.de auf 2LP+CD und CD. Auch Zugezogen Maskulins jüngstes Album »Alles Brennt« steht auf LP+CD und CD zur Verfügung.
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.02.2015
Zugezogen Maskulin
Alles brennt
Zugezogen Maskulins Debüt »Alles brennt« klingt als würde eine aufgestachelte Jugendbewegung dem Postmoderne-Lifestyle ins Gesicht spucken.
Music Review | verfasst 20.10.2017
Zugezogen Maskulin
Alle Gegen Alle
Wie schwer es ist, seinen Platz zu finden und dann zu halten – davon wissen Zugezogen Maskulin zu erzählen.
Music Essay | verfasst 19.04.2016
Humor im Deutschrap
Darum finden alle SSIO witzig
Deutschrap ist so komisch wie nie zuvor. Er ist es mal freiwillig, mal unfreiwillig, für jeden Geschmack was dabei. Nur ein Rapper aber besitzt eine Art von Humor, auf die sich scheinbar alle einigen können: SSIO. Warum?
Music Kolumne | verfasst 19.02.2014
Vinyl-Sprechstunde
Bushidos »Sonny Black«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze erklären, warum wir »Sonny Black« in Deutschland gut gebrauchen können.
Music Kolumne | verfasst 03.12.2014
Vinyl-Sprechstunde
Haftbefehls »Russisch Roulette«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Florian Aigner und Philipp Kunze haben sich Haftbefehls viel besprochenes Album »Russisch Roulette« gemeinsam angehört.
Music Kolumne | verfasst 20.05.2015
Vinyl-Sprechstunde
Lance Butters' »BLAOW«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute »BLAOW« und die Frage, wie nahe dieses Album an’s Croissant kommt. Oder: Warum das eigentlich ein depressives Album ist.
Music Kolumne | verfasst 03.02.2016
Vinyl-Sprechstunde
Heute: »0,9« von SSIO
SSIO ist ein Barbar in seinen Texten. Und trotzdem haben ihn alle gerne; und zwar Menschen aus den verschiedensten sozialen Schichten. Unsere Autoren sind dem Phänomen im Gespräch über »0,9« auf den Grund gegangen.
Music Liste | verfasst 16.07.2015
Halbjahresrückblick 2015
12 Platten gegen die Gesamtscheiße
Ein weiteres halbes Jahr liegt hinter uns, Zeit für einen Rückblick der besonderen Art: Wir haben zwölf Platten ausgewählt, die sich mit den Umständen nicht zufrieden geben. Die einen sprechen das laut und deutlich, die anderen subtil aus.
Music Kolumne | verfasst 20.11.2013
Vinyl-Sprechstunde
Eminem's »The Marshall Mathers LP 2«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Eminems aufsehenerregenden Tonträger »The Marshall Mathers LP 2«.
Music Kolumne | verfasst 16.01.2014
Vinyl-Sprechstunde
Actress' »Ghettoville«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Sprechstunde haben diesmal unsere beiden Autoren Florian Aigner und Philipp Kunze. Sie erörtern Actress’ möglicherweise letztes Album.
Music Kolumne | verfasst 23.04.2014
Vinyl-Sprechstunde
Pharrell Williams' »Girl«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Diesmal erklären Florian Aigner und Philipp Kunze, warum eine Partie Scrabble sich nach »Girl« wir ein revolutionäres Ereignis anfühlt.
Music Kolumne | verfasst 26.06.2014
Vinyl-Sprechstunde
Lana Del Reys »Ultraviolence«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute erfahrt ihr, wieso Lana Del Rey niemals Miley Cyrus oder Britney Spears sein wird, und warum das auch noch schlecht für ihr Album ist.
Music Kolumne | verfasst 30.07.2014
Vinyl-Sprechstunde
Shabazz Palaces' »Lese Majesty«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Wegen »Lese Majesty« sehen sich unsere Autoren heute gezwungen, über den Zugang zum Universum, DJ Mustard und Doom gleichzeitig zu sprechen.
Music Kolumne | verfasst 21.08.2014
Vinyl-Sprechstunde
FKA Twigs' »LP1«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Eine Unterhaltung darüber, warum Kanye Kathedralen bauen darf und FKA Twigs nicht mal artsy Instagram-Fotos zugestanden werden.
Music Kolumne | verfasst 26.09.2014
Vinyl-Sprechstunde
Aphex Twin's »Syro«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine aktuelle Schallplatte. Florian Aigner hofft, dass Philipp Kunze mal was schlechtes über Aphex Twin sagt, weil sich der (Kunze) bislang kaum mit dem (Aphex Twin) beschäftigt hat.
Music Kolumne | verfasst 28.01.2015
Vinyl-Sprechstunde
D'Angelo's »Black Messiah«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute ziehen unsere Kolumnisten vor D’Angelos erstem Album seit 15 Jahren den Hut – und zucken mit den Schultern.
Music Kolumne | verfasst 16.03.2015
Vinyl-Sprechstunde
Kendrick Lamars »To Pimp A Butterfly«
To stream a masterpiece: in einer Sondereil-Edition der Vinyl-Sprechstunde nehmen sich unsere Kolumnisten Kendrick Lamars neuem Album an. Es gibt Vorbehalte, am Ende aber auch eine gemeinsame, eindeutige Meinung.
Music Kolumne | verfasst 04.06.2015
Vinyl-Sprechstunde
A$AP Rockys »At.Long.Last.A$AP«
In unserer Kolumne diskutieren zwei Personen eine auf Vinyl veröffentlichte aktuelle Schallplatte. Heute nähern sich unsere Kolumnisten über Pflegeprodukte, Zungenküsse und schwule Kleinkinder A$AP Rockys neuem Album an.
Music Kolumne | verfasst 15.07.2015
Vinyl-Sprechstunde
Vince Staples' »Summertime '06«
Wir begrüßen einen Gastdozenten zur Vinyl-Sprechstunde: Julian Brimmers. Er soll zwischen Aigner und Kunze vermitteln, die sich angesichts der Komplexität von »Summertime ’06« dieses Mal nicht einig sind.
Music Kolumne | verfasst 21.09.2015
Vinyl-Sprechstunde
Future & Drakes »What A Time To Be Alive«
Zwei der derzeit populärsten Rap-Schwergewichte haben ein gemeinsames Album veröffentlicht. Grund für eine Notfall-Sprechstunde, in der wir das »Vinyl« einfach mal außen vor gelassen haben.
Music Kolumne | verfasst 14.10.2015
Vinyl-Sprechstunde
Wandas »Bussi«
Was ist das mit Wanda? Warum zieht die Band so viele Menschen in ihren Bann? Unsere beiden Kolumnisten haben sich Wandas zweites Album angehört und versucht, eine Antwort darauf zu finden.
Music Porträt
Dark Entries
Zwischen Disco, Goth und Porno-Soundtracks
Seit 2009 betreibt Josh Cheon sein Label für Undergroundiges aus den 1980er Jahren und solches, das es werden will. Nächstes Jahr wird er über 300 Schallplatten dort veröffentlicht haben. Wir stellen euch das Label aus San Francisco vor.
Music Interview
Makaya McCraven
»Ich grabe Sound aus«
Makaya McCraven ist einer der Jazzmusiker dieser Tage. Nicht nur seine Heimatstadt Chicago, sondern die ganze Welt scheint sich an dem freien Umgang mit dem Jazzerbe in seiner Musik zu inspirieren. Wir hatten die Chance zum Interview.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 3rd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 24.10.2020 findet nun der dritte von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 120 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Sade
Magie ohne Mysterium
Mit dem Box-Set »This Far« wird das Gesamtwerk von Sade neu veröffentlicht. Viel ist das nicht. Aber Sängerin Helen Folasade Adu ist nicht nicht nur der größte Superstar, der nie einer werden wollte – sondern singt nur, wenn sie es will.
Music Kolumne
Records Revisited
Godspeed You! Black Emperor – Lift Your Skinny Fists Like Antennas To Heaven (2000)
Das zweite Album des Projekts Godspeed You! Black Emperor ist ein Werk voller Widersprüche und Zweifel. Vor allem liefert es den Soundtrack zur Komplexität menschlicher Existenz im aufkeimenden Dogmatismus.
Music Porträt
Derya Yıldırım
Im Namen der Menschlichkeit
Für Derya Yıldırım ist Musik in erster Linie Ausdruck menschlicher Beziehungen. Mit der Grup Şimşek verbindet sie die Musik ihrer anatolischer Heimat mit unzähligen anderen Klängen und Melodien, die die Menschen erden.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Gastarbeiter*innen Musik
Parallel zur Genese des Anadolu Pop entwickelt sich in der BRD eine virile Infrastruktur. Diese »Gastarbeitermusik« hat das öffentliche Bewusstsein stets nur gestreift. Der wirtschaftliche Austausch hätte ein kultureller sein können.
Music Essay
A Journey Into Turkish Music
Anadolu Pop
Altın Gün, Derya Yıldırım & Grup Şimşek oder Gaye Su Akyol: mehr und mehr Bands beziehen sich wieder auf den Sound des Anadolu Pop, der sich in den 1960er Jahren in der Türkei formierte. Aber ist es ein Revival? Wir klären auf.
Music Kolumne
Records Revisited
Mouse On Mars – Iaora Tahiti (1995)
Mit ihrem zweiten Album »Iaora Tahiti« haben Mouse On Mars schließlich den letzten überzeugt, dass schlaue Electronica in den Neunzigern durchaus auch aus good ol’ Germany kommen kann. In diesen Tagen wird das Album 25 Jahre alt.
Music Kolumne
Records Revisited
Radiohead – Kid A (2000)
Zwischen Bigotterie und Blasphemie liegt oft nur »Kid A«. Das vierte Album von Radiohead erschien am 2. Oktober 2000, tauschte Gitarren gegen Synthesizer – und begann mit einem Fehler.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?