Music Essay | verfasst 02.05.2016
Das Phänomen Taktloss
Der Undertaker des Deutschrap
Geliebt, gehasst, als lächerlich empfunden, zum Genie erklärt. An Taktloss scheiden sich die Geister. Bei seinem letzten Konzert wollen trotzdem alle dabei sein. Doch was ist es genau, das Taktloss so besonders macht?
Text Christian Neubert , Fotos Tobias Hoffmann/PhyreWorX
Tobias-hoffmann-phyreworx_ka7a2786

Zu sagen, Tatkloss sei frauenfeindlich wäre falsch. Denn es wäre entschieden zu einseitig. Tatkloss’ Texte sind nicht nur frauenfeindlich, sie sind allesfeindlich. Taktloss hasst alle. Er behandelt alle gleich schlecht.

Massenvernichtend nicht massentauglich, das sind sein Lyrics. Klar, die Zahl jener, die Gangsta-Rap oder Battle-Rap generell ablehnen, ist groß. Doch selbst in dieser Gruppe gibt es zahlreiche Sich-zu-Taktloss-Bekenner. Er genießt einen schwer greifbaren Ausnahmestatus. Fans, Journalisten, Kritiker, andere MCs: Über Taktloss ist man sich einig.

Er ist einer der Gründe, warum jeder halbwegs eingeweihte weiß, was die Berliner Schule ist. Die Genre-Schublade des Battle-Rap verdankt ihm hierzulande viel von ihrer heutigen Popularität. Erfunden hat er sie sicher nicht. Aber er und einige Gleichgesinnte haben sie seinerzeit mal so richtig aufgezogen, anstatt nur verschämt hinein zu lugen.

Taktloss ist einer jener Typen, die sich gegen Ende der 1990er Jahre bei den Freestyle-Sessions im Berliner Royal Bunker herumtrieben. Es ging dort weniger um geistreiche Reflexionen über eigene Befindlichkeiten, sondern vielmehr um das, was man heute Flexen nennt. 1997 tat er sich mit Bunker-Mitstreiter Kool Savas zusammen. »Nigga, ich stech’ dich ab, Bitch.« ( Taktloss) Unter dem Namen Westberlin Maskulin schufen sie eine brandheiße Antithese zum Deutschrap-Status-Quo. Sie schlugen dem zeitgenössischen Hip Hop-Sound mit einem Enthusiasmus in die Fresse, dass ihm noch heute der Schädel brummt. In zunächst nur kleiner Auflage veröffentlichten sie das Tape »Hoes, Flows, Moneytoes«. Es entpuppte sich als Initialzündung für einen Rap-Entwurf, der auf skandalträchtige Weise provoziert, schockiert, verstört – und unterhält.

Zeigen, was Rap auch sein kann
Dass Taktloss ein Anhänger der amerikanischen Rapcrew Project BlowedProject Blowed
Die Crew geht auf einen gleichnamigen Open-Mic-Workshop zurück, der seinen Ursprung im Good Life Cafe in Los Angeles hat.
ist, ist dabei eine bezeichnende Randnotiz. Bei den regelmäßigen Freestyle-Sessions im Good Life Café waren Schimpfworte verpönt – ganz im Gegenteil zur damals angesagten Rap-Sprache. Münzt man diesen Anspruch auf die seinerzeit vorherrschende Deutschrap-Attitüde, könnte man sagen, Westberlin Maskulin schlugen einfach den umgekehrten Weg ein. Sie zeigten einer ganzen Hip Hop-Generation, was Rap auch sein kann.

Anders ausgedrückt: Sie hielten dem bis dahin etablierten Sprechgesang eine ungeheuerliche FSK18-Version von Rap vor Augen. Dieser verhielt sich zum Rest wie Youporn zur FHM, Kickboxen zu Judo, oder eine schwarze dänische Komödie zu einem Schweiger-Film. Alles inklusive unerhörter Flows. Oder, um es mit Taktloss zu sagen: »Wenn du im Untergrund rumhängen willst, dann nur an einem Strick.« Und: »Die Kontroverse des Zeitalters des vernünftigen Individuums ist vorbei, wenn das Geschrei überhand gewinnt und die Säkularisierung, die damals Chaos hieß, die nötige Balance zum Gegenteil verliert. Sätze wie dieser sind leicht zu verstehen wenn man wie ich im stehen gehen kann.« Oder einfach und eindrücklich: »Nigga, ich stech’ dich ab, Bitch.«

Taktloss und Kool Savas trennten sich nach dem Release von »Battlekings«, dem zweiten WBM-Album. Auch von der parallel bestehenden Crew MOR nahm Taktloss Abstand. Weiterhin verfolgte er, was für ihn Priorität hat: Battle Rap.

Seine Soloalben tragen dies bereits im Titel: »BattleReimPriorität«, »BRP2«, »brp3«, »BRP 4Life«, »Battlereimpriorität Nr.7«, »B R P 56«. Kollabos mit Jack Orson, Justus, Abstract Rude oder Rifleman unterstreichen sein Anliegen, während er mal als Taktloss Eisenschwanz oder als Der Letzte Tighte Nigga, mal als TAK 47 oder als Takti der Blonde über die Stränge schlägt. Außerdem hat er mit Fick Die Biaaatch Rekordz sein eigenes Label lanciert und als selbsterklärtes Medium seines Alter Ego Realgeizt hergehalten. Und nährte mit sehr spärlich gesäten Fernsehauftritten den Mythos um seine Person. Allen voran mit dem bei der VIVA-Show »Supreme« im Jahre 2001. Für Zeitzeugen wird sein Gastspiel für immer unvergessen bleiben.

Mal Taktloss Eisenschwanz, mal Takti der Blonde
Dann, Anfang Januar dieses Jahres: Die Schlagzeile, er wolle bald seinen letzten Auftritt geben, schlug mit brachialer Wucht ein. Klar, sie stammte von ihm. Er gab mit Samstag, dem 28.5., schon einen Termin an, legte aufgrund des großen Interesses noch den darauffolgenden Sonntag als zweiten Termin eines Doppelkonzerts fest. Für beide Tage hat sich schon eine prominente Rap-Riege als Gast angemeldet. Sido will bei Taktis Finale dabei sein, auch Frauenarzt, Bogy, Mach One und diverse MOR-Mitglieder. Sogar zu einer WBM-Reunion mit Savas soll es kommen, während bei Ebay derweil Konzerttickets für mehrere Tausend Euro kursieren.

Angesichts eines deutschen Rappers, der nie aus dem Underground herausgetreten ist, erscheint all das komplett verrückt. Was ist dran an Taktloss? Auf was gründet die denkwürdige Faszination, die von ihm ausgeht?

Weil Taktloss Rapper ist: Zuerst natürlich auf seinen Raps. Seinen entrückten, losgelösten Style braucht man dabei gar nicht groß herauszustellen. Denn auch, wenn das in Rap-Deutschland nach wie vor schief beäugt wird, steht er damit nicht allein da. Sein nasaler Flow ist jedoch im doppelten Sinne taktlos, denn es gibt kaum einen Song, der auch mal oberhalb der Gürtellinie bleibt, wenn man die Wortwahl betrachtet.

Verbale Tiefschläge sind aber kein Selbstzweck, viel mehr geht es ihm darum, Erwartungshaltungen zu unterlaufen. Ohne Punkt und Komma, aber in langen, verschachtelten Sätzen, legt er ein durchgedrehtes Storytelling an den Tag, das er um immer weitere Ecken denkt. Um es plötzlich in entweder vollkommen übersteigerten oder bodenlos plumpen Diss-Attacken aufzulösen. »Tatkloss gehört auf ähnliche Weise zu Rap wie der Undertaker zum Wrestling: Seine Figur besteht zu großen Stücken als Sinnbild einer zeitlosen Bedrohung.« Der Kontrast zwischen komplexen und plumpen Lyrics schafft sinnliche Dissonanzen, die in den Untiefen zwischen Abstraktion und Absurdität in humoristisch-groteske Abgründe blicken lässt .Und dabei wie nebenbei Fragen nach Sinnhaftigkeit und Ästhetik, oder auch zu der nach dem Wesen der Welt aufwirft, ohne sie als Frage zu formulieren. Hinzu kommt natürlich noch seine unverkennbare Stimme. »It´s mostly the voice« formulierte einst Guru mit einiger Berechtigung. Taktloss’ Organ sticht in der Deutschrap-Landschaft zweifellos raus.

Dada? Avantgarde? Alles bedeutungsentleerte Begriffe, will man ihnen losgelöst ihrer unmittelbaren Anschauung auf die Schliche kommen. Ein schlichtes Bejahen oder Verneinen solcher Fragen raubt den inhärenten Zauber. Das verhindert zwar weiterführende Weihen Richtung kommerziellem Erfolg, trägt jedoch umso mehr zur Legendenbildung bei.

Mit Taktloss spricht man nicht
Man spricht nur über ihn. Die Folge: So etwas wie das vielbeschworene Rap-Battle gegen ihn wird zum Theoretikum, denn messbare Kategorien lösen sich auf. So gesehen gehört er auf ähnliche Weise zu Rap wie der Undertaker zum Wrestling: Seine Figur besteht zu großen Stücken als Sinnbild einer zeitlosen Bedrohung, die einen aufgrund ihrer unergründlichen, aber unvermeidlichen Wirklichkeit keine andere Wahl lässt, als sie ins Herz zu schließen.

Ansätze wie diese benötigen eine standesgemäße Inszenierung. Taktloss meistert sie, indem er all das Genannte, außerdem aber nichts bedient. Indem er der Möglichkeit widersteht, aus ihr herauszutreten, erreicht er ihren Kern.

Dass ihm oft eine Verweigerungshaltung unterstellt wird, ist entsprechend falsch. Vielmehr zeichnet ihn im Gegenteil eine Haltung aus, die sich selbst bedingungslos bejaht. Seine Unberechenbarkeit ist an die Frage geknüpft, wo die Figur Taktloss anfängt und wo sie aufhört.

Das hätten auch die Damen und Herren der Düsseldorfer Kunstakadmie erkennen können, als sie ihn 2012 für einen Vortrag einluden.

Das Thema, über das er referieren sollte, durfte Taktloss selbst wählen. Er entschied sich für: kein Thema. Sein Vortrag bestand aus Schweigen unter künstlerisch-künstlichen Bedingungen: Er dunkelte das Licht ab. Das Schweigen ließ er nur einer Person zuteil werden, die ihm gegenüber Platz nehmen konnte und ihrerseits schwieg. Die anderen mussten den Saal vorher verlassen. Das stille Anstarren in der Dunkelheit fand unter Veränderung einer Variable statt: Er und sein Gegenüber wechseln zwischendurch, auf ein Handzeichen von ihm, die Plätze, tauschten Dozentenpult gegen Studentenstuhl. Als der Auserwählte irgendwann zuckt, bricht Taktloss ab – und lässt die anderen wieder herein. Nachdem alle sitzen, verlässt er den Saal. Vortrag beendet.

Man kann das lächerlich oder genial finden, egal: Das Geschilderte birgt Raum für allerlei Interpretationen. Und das nicht nur isoliert betrachtet. Allein der Umstand, dass eine bestimmte Person für einen Vortrag geladen wird, hüllt all ihre in diesem Rahmen unternommen Taten in eine Aura des Bedeutsamen. Man kann also unmöglich davon sprechen, er hätte nichts getan. Schon merkwürdig, dass die Zuständigen der Kunstakademie ihm Arbeitsverweigerung vorwarfen und daher nicht die Fahrkosten erstatten wollten.

Sie wussten offenbar nicht, worauf sie sich bei Taktloss einließen.

Das Album »BRP 56« von Taktloss wurde wiederaufgelegt. Du findest es exklusiv bei hhv.de auf LP in schwarzem Vinyl und LP in rotem Vinyl.
Ähnliche Artikel
Music Porträt | verfasst 28.09.2017
Savas & Sido
An die Spitze aus dem Royal Bunker
Im Royal Bunker, dem Freestyle-Treff und Rap-Trainingslager in einem Keller mitten in Berlin, liegt der Keim, der Deutschrap vor gut 20 Jahren verändern sollte. Zwei der Protagonisten dieser Veränderung sind Kool Savas und Sido.
Music Bericht | verfasst 11.04.2013
Taktloss, Hiob & Dilemma, Sylabil Spill et al.
Live am 4.4. im Lido in Berlin
Stockfinstere Texte und pechschwarzer Humor auf kraftvollen Beats und staubigen Sampels. Der rohe und ungeschönte Battle-Rap auf Planet Penis war was für Leute, die neben einer Affinität für Sprechgesang auch Spaß verstehen.
Music Review | verfasst 04.07.2007
Kool Savas
Tot oder Lebedig
Freshe, neue Flows und verrückte Reimkonzepte sind die großen Stärken von Kool Savas – das stellt er auf »Tot oder lebendig« unter Beweis
Music Interview | verfasst 21.11.2007
Kool Savas
»Eine korrekte Runde«
Nach über fünf Jahren Wartezeit bringt der selbsternannte »King of Rap« Kool Savas sein zweites Soloalbum raus. Was Savas wissenswertes über sein Album und andere Dinge zu sagen hatte, außer dass das Album wirklich wichtig ist: lest selbst.
Music Review | verfasst 13.12.2011
Kool Savas
Aura
Noch vor geraumer Zeit kündigte der König höchstpersönlich an, dass die SP1200 über Ebay schon ersteigert sei und er
Music Review | verfasst 28.06.2007
K.I.Z.
Hahnenkampf
Nas sagt, Hip Hop ist tot. K.I.Z. beweisen mit ihrem dritten und zugleich bestem Album: Deutschrap ist es nicht.
Music Review | verfasst 06.06.2007
Warheit
Betonklassik
Lange musste man auf ein Album von Azads Crew Warheit warten, nun liegt es mit endlich vor.
Music Review | verfasst 30.12.2010
Tua & Vasee
Evigila
Tua & Vasee haben sich hingesetzt, ein Konzept erarbeitet und ein Album aufgenommen, dass den Namen »Kunstwerk« verdient.
Music Review | verfasst 01.03.2007
V.Mann & Morlockk Dilemma
Hang zur Dramatik
Ein Lichtblick in diesem mauen Deutschrapjahr: V.Mann und Morlockk Dilemma leben ihren Hang zur Dramatik aus. Da haben sich zwei gefunden.
Music Review | verfasst 30.01.2011
Forsch und Facette
Forsch und Facette
Die Kölner Sängerin Fleur Earth tut sich diesmal mit dem Produzenten Quo Vadis zusammen: Das passt!
Music Review | verfasst 04.03.2011
The Love Bülow
Menschen sind wie Lieder
The Love Bülow klingen auf ihrem Debüt wie eine Mischung aus Jan Delay, Fettes Brot und Clueso.
Music Review | verfasst 02.03.2011
Bo Flower
Flo Bauer
Bo Flower macht seit Jahren sein eigenes Ding und auch auf Flo Bauer verlässt er diesen Pfad nicht.
Music Review | verfasst 20.07.2007
Team Avantgarde
Absolut
Die Bereitschaft zum Reflektieren ist quasi Grundvoraussetzung auf Team Avantgarde’s Absolut .
Music Review | verfasst 18.06.2007
Seperate
Ein Guter Tag Zum Sterben
Ein guter Tag zum Sterben ist keine schlechte Platte, aber es fehlt an Überraschungsmomenten.
Music Review | verfasst 26.03.2011
Morlockk Dilemma
Circus Maximus
Morlockk Dilemmas festigt seinen Ruf als versierten Rapper, der eine göttliche Segnung in Sachen Kreativität erfahren hat.
Music Review | verfasst 07.08.2007
Die Firma
Goldene Zeiten
Mit dem fünften Album der Firma werden passenderweise Goldene Zeiten ausgerufen und sich teilweise an Die Eine 2005 erinnert.
Music Review | verfasst 03.06.2011
K.I.Z.
Urlaub fürs Gehirn
Nach zwei Jahren melden sich die vier Berliner gewohnt schlagfertig und mit ordentlich schwarzen Humor zurück.
Music Review | verfasst 25.06.2011
Brenna
Drama
Drei Jahre nach seinem Debüt erscheint das zweite Album Drama vom Schlagzeuger, Sänger, Rapper und Produzenten Brenna.
Music Review | verfasst 05.07.2011
Casper
XOXO
Mit XOXO hat Casper etwas Neues und Großes geschaffen, das den momentanen Hype um ihn rechtfertigt.
Music Review | verfasst 25.07.2011
Various Artists
Beat Power
Twit One präsentiert die Speerspitze der HipHop-Producer Deutschlands auf einer Compilation zusammen.
Music Review | verfasst 25.08.2011
Samy Deluxe
SchwarzWeiss
Auf Platz 1 der deutschen Albumcharts einzusteigen ist noch kein Beweis für Qualität. Samy Deluxe ist aber ein gutes Album gelungen.
Music Review | verfasst 28.09.2011
Torch
Blauer Samt (Re-Release)
Torch zählt zu den Symbolfiguren des deutschen Hip Hop. Sein einziges Soloalbum, Blauer Samt, wird jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 21.10.2011
Kinderzimmer Productions
Gegen den Strich
Das wirklich letzte Abschiedsgeschenk: Kinderzimmer Productions musizieren mit dem Wiener Radio Symphonie Orchester.
Music Review | verfasst 26.10.2011
Absztrakkt
Diamantgeiszt
Denkstöße aus Lüdenscheid: Absztrakkt Deutschraps spiritueller Führer meldet sich zurück.
Music Review | verfasst 16.11.2011
Sepalot
Chasing Clouds
Auf Chasing Clouds macht der Produzent noch einmal deutlich, wie überzeugend solide seine Musik ist.
Music Review | verfasst 23.11.2011
Sylabil Spill & Twit Uno
Entengang EP
Aus dem Dunstkreis der Kölner Entourage kommt diese entspannte EP von Sylabil Spill und dem Produzenten Twit One zu uns.
Music Review | verfasst 25.11.2011
Audio88
Die Erde ist eine Scheide E.P.
Der sympathische Weltkritiker und Teilzeitpolemiker aus Berlin präsentiert auf seiner EP diffuse Themen in seltenen Reimen.
Music Review | verfasst 19.12.2011
Die Profis (Mirko Machine & Spax)
Zeiten ändern dich nicht immer
DJ Mirko Machine und Spax sind als Die Profis zurück, um uns von der guten alten Zeit zu berichten.
Music Review | verfasst 10.01.2012
Hiob
Drama Konkret
Wer es noch nicht vernommen hat: Hiob ein ein formidables, zweites Album veröffentlicht.
Music Review | verfasst 26.01.2012
Bastelbande
Vitamin B
Das junge Duo aus dem Berliner Vorort Henningsdorf hat sich nun ein erstes Album gebastelt.
Music Liste
Palmbomen II
10 All Time Favs
Bilder und Musik ließen sich bei Palmbomen II nie voneinander trennen. Mit »Make A Film« liefert er nun die Musik für die Bewegtbilder, die von uns noch gedreht müssen. Welche Musik ihn in Sachen Filmmusik inspirieren, verrät er hier.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.