Music Porträt | verfasst 06.04.2017
New Record Labels #27
Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Blue Hour, Discom, Noorden/LL.M., Keller Flavour.
Text Kristoffer Cornils, Niklas Fucks , Übersetzung Sebastian Hinz

Blue Hour - LogoFind it at hhv.de: Blue Hour Blue Hour ist ein 2013 vom DJ und Produzenten Luke Standing gegründetes, deutsches Plattenlabel aus Berlin. Blue Hour ist aber auch das Pseudonym des Briten, den es vor geraumer Zeit in die deutsche Bundeshauptstadt und angebliche Techno-Hauptstadt der Welt verschlagen hat. Vor Blue Hour – dem Label wie auch dem Alias – veröffentlichte Standing unter dem Namen Furesshu auf diversen Labels. Damit war nach dem Umzug nach Berlin Schluss. »Ich wollte meine eigene Entscheidungen treffen und um meine Musik herum selbst etwas aufbauen«, erklärt er seinen Schritt in die komplette Unabhängigkeit. »Es anders zu nennen gab der Musik eine Identität in diesem Moment, bevor sich daraus ein gänzlich neues Projekt entwickelte.«

Das hieß gerade am Anfang, dass auf Blue Hour auch nur Produktionen von Blue Hour erschien, weitschweifender Techno mit vielen Referenzen auf die Ambient-Szene der neunziger Jahre. Pumpende und dennoch im Kern melancholische Musik. Sie aber ohne Unterstützung von anderen herauszubringen, ist ein Unterfangen, das in einem schnelllebigen Genre wie diesem gewisse Risken birgt. »Mit anderen Ideen auszutauschen, um ihre Meinung einzuholen ist schon okay«, räumt Standing ein. »Letztlich aber musst du an dich selbst und deine Urteilskraft glauben.« Das tut Standing und hat außer mit dem Fotografen Fredrik Altinell anfangs mit niemandem sonst zusammen gearbeitet. Sogar das Design stammte von ihm allein – kein Wunder, findet sich sein Name doch ebenso auf Platten von Labels wie Avian, Black Acre oder Metalheadz, für die er die Grafik übernahm. Dabei bedenkt er jedes Detail und trennt selbst auf den Platten, die etwa auf durchsichtigem Vinyl erschienen, die Tracks so voneinander ab, dass selbst im schummrigen Licht der DJ-Kanzel keine groben Fehler passieren.

Die Fotos von Altinell sollten allerdings nicht die einzigen Einflüsse von außen markieren. Auf der ersten Remix-EP von Blue Hour fand sich mit Answer Code Request, Marcelus und Steffi geballte Techno-Prominenz zusammen, der noch mehr von Neuinterpretationen von Mark Broom, Substance oder Pangaea folgten und im März 2017 erschien sogar eine gemeinsam mit dem Produzenten A-JX produzierte EP. »Das Label zu öffnen ist eine Konsequenz meiner Gedanken und Ideen. Ich gehe die Dinge eher langsam an und nehme sie so, wie sie kommen«, erklärt Standing. »Ich hoffe mal, dass es mir erlauben wird, meinen Geschmack und Stil durchzusetzen während ich zugleich anderen eine Plattform bieten kann, ihre Musik mit der Welt zu teilen.« Wer erstmal die volle Kontrolle gewonnen hat, kann davon schließlich später ohne Verluste etwas abgeben. KC

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DiscomFind it at hhv.de: Discom Discom ist ein 2015 von Vanja Todorovic und Luka Novakovic gegründetes, serbisches Plattenlabel aus Belgrad. Das genaue Gründungsdatum ihres gemeinsamen Labels am 25. Januar wird das Ehepaar sicherlich nie vergessen: Es ist ihr Jahrestag. Discom ging das kurzlebige Label Disco Not Disco voraus, über das die beiden gemeinsam dem serbischen DJ Schwabe die LP »Zora« von Boban Petrović neu auflegten, ein obskures, funkiges Kleinod aus dem Jahr 1984. Die Drei gingen danach aber wegen differierender Vorstellungen getrennte Wege, auf Discom führen Todorovic und Novakovic nun die ursprüngliche Idee fort und veröffentlichen über Discom Musik, die im ehemaligen Jugoslawien entstanden ist. »Es ist keine Frage von Nostalgie oder Eskapismus aus der Alltagsrealität in die Musik hinein, es ist eine Frage verlorener kultureller Identität«, betonen die Beiden mit Nachdruck. »Wir könnten die vorherrschende einfach nicht akzeptieren und suchten stattdessen nach der verlorenen – derjenigen, die näher an unser Empfindsamkeit und unserem Weltbild angesiedelt ist.«

Starke Worte, mit der überwiegend ausgesprochen softe Musik gemeint ist und welche die beiden keinesfalls als politische Aussage verstanden wissen möchten. Der grelle Disco-Pop von Šizike, der pathetische New Wave von Max Vincent oder die dem Titel entsprechend kosmisch angehauchten Tracks auf der Compilation »Yugoslavian Space Program«, mit denen Discom seinen Auftakt nahmen, entziehen sich ebenso direkten Statements oder Vereinnahmungen. Sie alle indes eint ein Faible fürs Discoide. »Anders als ihre KollegInnen aus aller Welt haben Yugo-SynthesistInnen Disco, Funk und Soul nie verachtet und mögen es sogar, diese Stile in ihrer Musik aufzunehmen«, erklären Todorovic und Novakovic. Discom wird so zum Archiv für eine spezielle (sub-)kulturelle Ausprägung, die allerdings ihre Traditionslinien auch in die Gegenwart ziehen soll. Zeitgenössische Musik über Discom zu veröffentlichen, das schließt das Betreiberpaar zumindest nicht aus. Die verlorene kulturelle Identität lässt sich eben nicht allein aus der Vergangenheit in die Gegenwart herüber retten.

Ein paar Fehler wollen sie dennoch wettmachen: Früher gehörten die Labels zum Staat, die Verträge waren unfair. Das will Discom anders machen und neben später Anerkennung seinem Roster auch finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Auch wenn einige von denen nicht immer auf Anhieb verstehen, warum ein junges Label aus Belgrad die Musik neu auflegen möchte, die sie vor drei Jahrzehnten gemacht haben. Das aber ist das inhärente Projekt von Discom: Das Alte zum Ausgangspunkt für etwas Neues zu machen. KC

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NoordenFind it at hhv.de: Noorden and LL.M. Noorden ist ein 2011 von Alex Ketzer gegründetes, deutsches Plattenlabel aus Köln. »Zuallererst wollten wir, dass die Musik, die wir selbst produzieren, nicht auf unseren Festplatten verstaubt«, sagt Ketzer, selbst Produzent, über die Anfangszeit des Labels, das mittlerweile durch Felix Herter und Martin Schmitz Verstärkung erhalten hat. Nach einigen Experimenten mit unter anderem QR-Codes und CDs fanden sie zuerst mit der Kassette das ideale Medium für die vielseitige elektronische Musik, die sich unter dem Noorden-Banner vereint und die durch Events wie etwa der regelmäßigen Ambient-Nacht Res(o)nanz Kölner Museum Schnütgen abgerundet wird. Klingt lowkey, ist es auch – Kölner eben. »Typische Floskeln wie ‘Et kütt, wie et kütt’, ‘Et hätt noch immer jot jejange’ oder ‘Wat fott es, es fott’ passen schon ganz gut zu uns«, bestätigt Ketzer. Kleine Teilerfolge seien eben besser zu genießen, wenn sie unerwartet kommen. Ähnlich entspannt klingt auch der Noorden-Output von Ketzer oder The Marx Trukker – unangestrengte elektronische Musik, die mal auf den Dancefloor stürmt und mal lieber auf der Couch im Chillout-Bereich versackt.

Dass sich daran neben dem kurzlebigen Ableger Leg Spin mit LL.M. ein Sublabel hinzugesellt hat, lässt sich eher administrativ als musikalisch begründen. _»Die Trennlinie zwischen Haupt- und Sublabel verläuft im Prinzip durch die Person, die jeweils für die musikalische Kuration und Vision zuständig ist«, erklärt Herter, der sich um LL.M. kümmert. Mit dem Label setzt er überwiegend, aber nicht ausschließlich auf Vinyl und obwohl mit Annanan ein noch recht klassischer Dance-Act dort zuhause ist, eröffnen Releases von etwa Phil Struck noch weitere Interessensgebiete. »Ich mag es, Künstler aus ihrer Komfortzone zu locken und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich auszutesten«, sagt Herter über LL.M. und auch Ketzer schlägt ähnliche Töne an, wenn er über die Essenz des Noorden-Sounds spricht. »Für mich persönlich muss es etwas Spezielles haben, etwas Unfertiges, etwas Raues, etwas Non-Konformes«, betont er. »Ich möchte keine Musik veröffentlichen, die überproduziert ist und nur aufs Funktionieren ausgelegt ist.« Gewisse ästhetische Parameter sind schon wichtig, wichtiger noch ist indes die Attitüde dahinter.

Noorden funktioniert als breit aufgestelltes, loses Kollektiv mit Nachhaltigkeitsanspruch. Neue Artists werden mit Tape-Releases als Testballon vorgestellt, danach folgt eventuell Vinyl, an das nicht nur der hauptberufliche Gestalter Ketzer hohe Maßstäbe in Sachen Aufmachung stellt. Vor allem aber bleiben die Betreiber mit ihrem Roster in Kontakt. Deren Musik soll schließlich ebenso wenig auf ihren Festplatten verstauben. KC

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Keller Flavour Logo 2017 (1)Find it at hhv.de:Keller Flavour Keller Flavour ist ein 2014 von Dominik Rastorfer (dasd) gegründetes, deutsches Plattenlabel aus München. Zum »harten Kern« gehören neben dasd noch Max Feineis, auch bekannt als Mr. Buonogelato, der sich um Grafik kümmert, und Florian Braun (FB7), der sich neben Rap auch Newsletter und Website widmet. Auch jenseits des Labelalltags sieht man sich bei Keller Flavour vor allem als »ein grosser Freundeskreis. Die 2 anderen Gründer kenne ich schon seit Ewigkeiten und die bisherigen Veröffentlichungen stammen von befreundeten Crews«_, so der Digger, DJ und Producer dasd. Keller Flavour ist nicht nur metaphorisch im Untergrund des deutschen HipHop anzusiedeln – das Tonstudio im Keller ist der Dreh- und Angelpunkt von Keller Flavour. »Da war der Schritt, ein Label zu gründen und anderen Leuten die Chance zu geben, Musik zu veröffentlichen, nicht weit«

Mit mittlerweile knapp zehn Releases haben sich die Münchner durch ihre streng limitierten Beat- und Rap-Tapes an der Isar als wichtiger Außenposten der Boom-Bap-Renaissance etabliert. »Wir sehen uns eigentlich schon vom Sound her als Teil eines Revivals, oder als Weiterführung der Boom Bap Tradition mit neuen Einflüssen«. Nicht überraschend, schließlich lässt man sich bei Keller Flavour von Labels wie Stones Throw, 58 Beats oder Melting Pot inspirieren.

Dafür setzt man sich bei der Wahl des Formates umso mehr vom digitalen Zeitgeist ab. »Die Relevanz von Tape und Vinyl macht Keller Flavour aus. Es war von vornherein der Hauptaspekt, die Musik auf greifbaren Medien an den Kunden zu bringen und da liegt als alter HipHop- und speziell Mixtape-Head das Tape klar auf der Hand«, erklärt Rastorfer. Zu den limitierten Tapes gibt es für viele Releases auch eine umso exklusivere Vinyl-Version – oft unter 100 Pressungen, nie über 500 Stück. Der bisheriger Höhepunkt dieser raren Keller Flavour Platten ist die 2016 gepresste Vinyl-Version von dasds »Skizzen«-Beattape, von der nur 10 (innerhalb von einer Stunde ausverkaufte) Scheiben geschnitten wurden. Die Platten gibt es eben auch für den eigenen »Sammelwahn«. »Unsere Tonträger werden auch nie nachgepresst werden, nur eine Auflage, eine Momentaufnahme, ein einmaliges Zeitzeugnis«.

Während mittlerweile der Großteil der Veröffentlichungen von einem filigran gezeichneten Cover geziert sind, versprühen gerade Keller Flavours frühe Veröffentlichung mit bestickertem Blanko-Cover und fehlender Tracklist einen fast spartanischen Charme. Diesen DIY-Charakter wollen die Münchner trotz gestiegenen Auflagen, mindestens vier für dieses Jahr angedachten Releases und einer geplanten Radiosendung beibehalten. »Genug zu tun!«. NF

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Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
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50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
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Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
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Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
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Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
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Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
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Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
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Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
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Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
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