Music Review | verfasst 08.07.2019
Sun Ra
Media Dreams
Art Yard, 2019
Text Tim Caspar Boehme
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8.0
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8.5
Redaktion
Cover Sun Ra - Media Dreams

Zu sagen, eine Platte von Sun Ra sei eigenartig, ist ein bisschen so etwas wie ein Pleonasmus. Wobei es dann eben doch eigenartigere und weniger eigenartige gibt. Zu den eigenartigeren gehört etwa »Media Dreams«, Anfang 1978 aufgenommen bei einer Tournee in Italien, derselben, von der auch das nicht minder exzentrische Album »Disco 3000« stammt. Sun Ras Quartett bestand damals aus John Gilmore am Saxofon, dem Trompeter Michael Ray und Luqman Ali am Schlagzeug. Sun Ra selbst spielt neben Orgel und Klavier den Crumar Mainman Synthesizer, der sowohl brodelnde Bässe als auch ein paar vorprogrammierte Rhythmen beisteuert. Space ist hier definitiv immer noch the place, stellenweise fühlt man sich sogar sehr weit draußen. Dergestalt ausgestattet, tobt sich Sun Ra insbesondere im Titelstück mit all seiner interplanetarischen Entdeckerfreude aus, desgleichen im gleichfalls ausladend kosmischen »Constellation«, wobei seine Mitstreiter ihm entweder angemessen free zur Seite stehen oder, wie Luqman Ali, bescheiden-konzentriert am trotz aller Offenheit irgendwo doch nötigen Strukturerhalt mitwirken. Art Yard hat das Originalalbum wieder aufgelegt, ergänzt um digitales Material von der damaligen Tournee, das noch einmal fast ein eigenes Album ergibt. Gut für Träume von freundlichen Galaxien.

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