Music Review | verfasst 18.08.2020
Various Artists
Black Fire - Soul Love Now The Black Fire Records Story 1975-1993
Strut, 2020
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Various Artists - Black Fire - Soul Love Now The Black Fire Records Story 1975-1993

Manchmal ist das schon unheimlich, wie gegenwärtig die Vergangenheit sein kann. Bei den auf dieser Compilation zum ersten Mal zusammengetragenen Raritäten des Labels Black Fire etwa hat man kaum den Eindruck, Musik aus den 1970er oder 1980er Jahren zu hören. Das liegt zum einen am Genre. Spiritual Jazz, wie er dort gepflegt wurde, hat derzeit wieder hohe Konjunktur. Doch auch der »Conscious Soul«, den man im Katalog führte, könnte kaum aktueller wirken. So erschien auf Black Fire 1975 das Album »African Rhythms« von Oneness of Juju, deren Afrobeat-Funk im Titelstück sich eruptionsartig als geballte Power entlädt. Hier zu hören in einer Live-Version. Wie es in der Ankündigung heißt, ist ihre Nummer »something that is spiritual, informative, and at the same time something that you get off to«. Danach ist definitiv kein Halten mehr. Und wenn in Wayne Davis’ Soul-Nummer »Look at the People!« die Zeilen »Look at the people livin’ in the world today!/Look at the people dyin’!« erklingen, ist man in zwei Sätzen von 1976 ins Jahr 2020 und zu Black Lives Matter gesprungen. Weitere Highlights sind das sanftmütige »Children of Tomorrow’s Dreams« von Theatre West, der träumerische Soul Folk-Song „People“ von Experience Unlimited oder der ghanaische Perkussionist mit seinem polyrhythmischen Wirbelwind »Follow Me«. Eine Stunde Schwarzes Feuer. Danach ist man zwar nicht gereinigt, aber heftig berührt. Von vorwiegend zarten Klängen.

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