Music Review | verfasst 04.10.2012
Mika Vainio
Magnetite
Touch, 2012
Text Jens Pacholsky
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7.7
Nutzer (3)
6.5
Redaktion
Cover Mika Vainio - Magnetite

Eines muss man dem Finnen Mika Vainio lassen. Er beackert zwar seit vielen Jahren und mit unzähligen Veröffentlichungen das ewig gleiche Feld des abstrakten Klangs bzw. Noise. Doch er kann – abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen wie sein gitarrenlastiger Vorgänger »Life (… It Eats You Up)« – einen noch immer gefangen nehmen. Auch auf »Fe3O4 Magnetite« extrahiert Vainio wieder einmal alles aus verwaschenen Radiosignalen, Klanghölzern und Sinuswellengeneratoren, Atomreaktoren und Klangschalen. Seine sieben Titel sind noch nicht einmal als echte Stücke erkennbar, sondern als Sammlung isolierter Klangvorfälle, welche durch lange Pausen fein säuberlich voneinander getrennt werden. Und somit Luft zum Atmen erhalten. Dennoch ist die Perfektion des Krachs, des Fiepens, des Rauschens und der Stille, welche die gespenstischen Momentaufnahmen durchsetzen, erneut beeindruckend. Die wenigsten Klangkünstler erreichen trotz all der modernen Plugins diese Klarheit des Klangs. Selbst im Krach bewegt sich Vainio wie ein zwanghaft-perfektionistischer Chirurg mit geschliffenem Skalpel entlang der Frequenzgrenzen. Die Kraft, welche eine Klang dadurch erhält, kann manchmal ganz schön beunruhigend sein. Kein Wunder, dass er sein Album mit einem extrem sauber austarierten Gehörsturz beendet.

Das Album »Magnetite« von Mika Vainio findest du bei hhv.de.
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