Music Review | verfasst 09.08.2012
Evade
Destroy & Dream
Kitchen, 2012
Text Pippo Kuhzart
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8.0
Redaktion
Cover Evade - Destroy & Dream

Jemand hat Drogen in den Garten der Geishas geschmuggelt. Die klimpern jetzt total weggeblasen auf ihrem Holz-Xylophon herum, streichen durch die Harfe und hauchen zarte Melodien. So hört sich »Destroy & Dream« von Evade zwischenzeitlich an. Evade, das sind Sonia Ka Ian Lao, Brandon L und Faye Choi aus Macau, China; Zuspruch fand deren Musik zuerst in Japan. Choi ist für den elektronischen Teil der Instrumentierung verantwortlich. Er schafft ein durchgängiges Knistern und Rascheln; immer schleicht oder klopft es irgendwo und doch entstehen Leerstellen, in die der Hörer fällt. Dann verliert er sich im Flüstern von Sonia Ka Ian Lao. Diese hat als Poetin bereits Preise gewonnen – hier wispert sie in Kantonesisch (ein Dialekt des Mandarinischen) verstörende Mantras. Wie eine teuflische Elfe hypnotisiert sie den Hörer, betört ihn und führt ihn in die Dunkelheit. Mit »Destroy & Dream« hat die Band ein Album geschaffen, das Mystisches und Traditionelles mit einem modernen Ansatz verbindet. Mal ist das der skizzenhafte Düster-Techno eines Shackleton, mal erinnern die hallenden Stimmen und hölzernen Drums an Dusk + Blackdown, an manchen Stellen haben die Stimmen etwas von CocoRosie. Selten brechen hier klare Melodien hervor; sie scheinen sich in Opium- und Weihrauchschwaden verloren zu haben. »Destroy & Dream« ist ein dunkles Album, in dem es an allen Enden blitzt und schimmert; es ist dicht und beklemmend und vermittelt dabei trotzdem stets den Eindruck von gläserner Zerbrechlichkeit.

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